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Wurmerkrankung

Madenwürmer: Was hilft bei einer Infektion?

Starker, nächtlicher Juckreiz am Po? Dahinter könnte eine Infektion mit Madenwürmern stecken. Das hört sich zwar ekelhaft an, ist in der Regel aber harmlos. Was Sie beim Verdacht auf Parasiten tun sollten und wie Ihr Kind die Madenwürmer loswird.

Junge schläft im Bett
© GettyImages/Catherine Delahaye

Artikelinhalte auf einen Blick:

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Was sind Madenwürmer?

Madenwürmer (Enterobius vermicularis oder Oxyuris vermicularis) gehören zu der Gruppe der Fadenwürmer aus der Familie der Oxyurida. Die Parasiten werden auch Aftermaden, Afterwürmer, Oxyuren oder Enterobien genannt. Ein ausgewachsener Madenwurm ist etwa einen Zentimeter groß und hat eine weiße Farbe. Der Mensch ist sein einziger Wirt.

Ein Befall mit Madenwürmern ist die häufigste Wurmerkrankung in Europa: Bei 50 Prozent der Bevölkerung tritt sie mindestens einmal im Leben auf. In der Fachsprache wird ein Madenwurmbefall als Oxyuriasis oder Enterobiasis bezeichnet. Vor allem Kindergarten- und Grundschulkinder sind betroffen, Infektionen sind aber auch bei Erwachsenen möglich.

Ursachen von Madenwürmern: Wo kommen sie her?

Madenwürmer können sich durch Kotreste fast überall befinden, zum Beispiel in Erde, Sand oder auf Lebensmitteln. Das Risiko einer Infektion ist vor allem in öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten erhöht, weil sich dort viele Kinder die gleichen Gegenstände teilen und diese teilweise in den Mund nehmen (orale Phase). Die Eier von Oxyuren werden sowohl durch eine fäkal-orale Schmierinfektion (vom After zum Mund) als auch durch das Einatmen der Wurmeier oder durch eine Selbstinfektion übertragen.

Mögliche Übertragungswege auf einen Blick:

  • Autoinfektion: Das Kind kratzt sich am After und nimmt danach seine eigene Hand in den Mund.

  • Schmierinfektion: Ein Kind kratzt sich am Po und berührt danach Gegenstände wie Türklinken oder Spielzeug, die mit anderen geteilt werden. So können die Wurmeier von anderen Kindern oral aufgenommen werden.

  • Inhalation: Die Eier werden zum Beispiel beim Bettenmachen eingeatmet oder heruntergeschluckt.

Gelangen die Madenwurmeier auf einem dieser Wege in den Körper, nisten sie sich in der Darmschleimhaut ein. Dort entwickeln sich aus ihnen erst Larven, dann erwachsene Würmer. Diese Würmer produzieren neue Eier: Nachts verlässt das Weibchen den Darm und legt eine enorme Menge an Eiern im Afterbereich (Perianalregion) ab. Die abgelegten Wurmeier verursachen einen starken Juckreiz. Kratzen sich die Betroffenen nun, gelangen die Eier von den Analfalten an die Finger und unter die Fingernägel und werden von dort aus wieder in der Umgebung verteilt.

Madenwurmbefall: Welche Symptome treten auf?

In etwa 40 Prozent der Fälle verläuft eine Madenwurminfektion ohne erkennbare Symptome (asymptomatisch). Deshalb kann eine Infektion auch lange unbemerkt bleiben.

Als Hauptsymptom tritt starker nächtlicher Juckreiz im Afterbereich auf. Weitere Symptome wie Magen-Darm-Beschwerden sind selten, können aber vorkommen.

Diagnose: Wie lassen sich Madenwürmer feststellen?

Besteht der Verdacht auf Oxyuriasis, lassen sich die Parasiten durch einen einfachen Klebestreifentest nachweisen. Hierzu wird ein Klebestreifen am frühen Morgen vor der Reinigung und dem Toilettengang in den Analbereich geklebt und direkt wieder entfernt. Entsprechende Teststreifen gibt es in der Apotheke. Auch ein gewöhnlicher Klebestreifen kann verwendet werden, um den Wurmbefall festzustellen.

Der Klebestreifen wird anschließend unter dem Mikroskop in der kinderärztlichen Praxis untersucht. In der Praxis erfolgt zudem eine Untersuchung der Analregion, um andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen.

Nur bei starkem Madenwurmbefall sind die Würmchen gelegentlich auch im Stuhl sichtbar. Die Wurmeier können mit bloßem Auge nicht erkannt werden.

Behandlung: Gehen Madenwürmer von alleine weg?

Auch wenn die kleinen Würmer kein Grund zur Panik sind und die Infektion in der Regel harmlos verläuft, sollte bei Verdacht die kinderärztliche Praxis kontaktiert werden. Die Symptome können für Kinder durchaus quälend sein, zu Schlafstörungen oder Selbstekel führen. Ein Wurmbefall sollte daher immer behandelt werden.

Durch Hausmittel verschwinden die Parasiten nicht. Es gibt aber geeignete Medikamente: Die sogenannten Antihelminthika (Anti-Wurmmittel) wirken effektiv und müssen meist nur für eine kurze Dauer eingenommen werden. Ohne den Einsatz von Medikamenten sterben die Würmer nach ihrer Lebensdauer zwar ab, da es durch die Verteilung der Eier aber ständig zu einer Reinfektion kommt, bleibt auch die Wurmerkrankung dauerhaft bestehen. In Deutschland sind die meisten Medikamente gegen Würmer verschreibungspflichtig.

Die Dosierung der Mittel gegen Oxyuriasis richtet sich nach dem jeweiligen Produkt und sollte nach den ärztlichen Anweisungen oder den Angaben der Packungsbeilage eingenommen werden. Eine Therapie mit dem Wirkstoff Mebendazol für Kinder ab zwei Jahren sieht bei einem Erstbefall zum Beispiel eine dreitägige Einnahme der Tabletten vor und eine Wiederholung der Behandlung nach zwei sowie vier Wochen. Da es sehr wahrscheinlich ist, dass andere Familienmitglieder ebenfalls betroffen sind, sollten sie zur gleichen Zeit mitbehandelt werden.

Zur Vermeidung einer erneuten Infektion müssen außerdem Hygiene-Maßnahmen befolgt werden:

  • Wäsche bei 60 Grad in der Maschine waschen: Hierzu gehören Unterwäsche, Nachtwäsche, Bettwäsche, Handtücher und auch die Kuscheltiere.

  • Haushalt putzen: Alle Flächen wie Türklinken, Handläufe, Wasserhähne oder Toilettensitze gründlich reinigen.

  • Spielzeug reinigen: Auch das Spielzeug mit heißem Wasser abwaschen.

Welche Komplikationen können bei Madenwürmern auftreten?

Es ist sehr selten, dass die Oxyuriasis schwere Komplikationen auslöst. Bisweilen können andere Organe betroffen sein und es so zum Beispiel zu einer Entzündung der Scheide/Vulva oder zu einer Blinddarmentzündung kommen. Bei einer unbehandelten Madenwurminfektion ist es außerdem möglich, dass durch das Kratzen Geschwüre, Ekzeme oder bakterielle Superinfektionen auftreten.

Äußerst selten kann es bei einem starken Wurmbefall zu einem Darmverschluss kommen. Dabei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, der unbedingt sofort ärztlich behandelt werden muss.

Madenwürmer: Wie lässt sich vorbeugen?

Im familiären Alltag gelten zur Vorbeugung einer Infektion mit jeglichen Wurmarten (dazu zählen unter anderem Spul- und Bandwürmer) folgende Empfehlungen:

  • Die Hände gründlich waschen – vor allem vor dem Essen.
  • Fingernägel kurzhalten und mit einer Bürste reinigen, wenn sich Dreck darunter befindet.
  • Daumen lutschen oder Fingernägel kauen vermeiden.
  • Sand im Sandkasten häufig austauschen und das Sandspielzeug reinigen.
  • Tierkot beseitigen und Haustiere regelmäßig entwurmen. Madenwürmer können jedoch nicht von Hunden oder Katzen beziehungsweise auf diese übertragen werden!
  • Fleisch vor dem Verzehr gut durchgaren.
  • Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich waschen.
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