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Campylobacter-Infektion

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2018

Campylobacter ist ein bakterieller Erreger von Darminfektionen. Eine Campylobacter-Infektion (Campylobacteriose, Campylobacter-Enteritis) geht mit starken Durchfällen einher und zählt zu den Lebensmittelinfektionen.

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Nicht nachmachen! -"Don't wash your chicken!" - So lautet eine amerikanische Kampagne zur Vorbeugung von Infektionen wie Campylobacter, die sich häufig über rohes Hühnchen verbreiten
(c) iStockphoto/GMVozd

Auch wenn sie nicht so bekannt sind wie Salmonellen, so sind sie doch mindestens so unangenehm: Campylobacter-Infektionen. Sie haben in den letzten Jahren sehr stark zugenommen und sind inzwischen die häufigste durch Lebensmittel verursachte Erkrankung in Europa. Eine Campylobacter-Infektion ist meldepflichtig beim Gesundheitsamt.

Infektionsquellen für Campylobacter

Campylobacter-Infektionen werden beim Menschen in der Regel durch Lebensmittel übertragen. Die Hauptinfektionsquelle ist dabei rohes oder nicht ausreichend durchgegartes Geflügelfleisch. Weitere Infektionsquellen für Campylobacter sind nicht pasteurisierte Milch (Rohmilch, auch Rohmilchkäse), nicht aufbereitetes Trinkwasser, Haustiere (v. a. durchfallkranke Welpen und Katzen) und rohes (Hack-)Fleisch. Auch eine direkte Übetragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Dabei sind vor allem Kinder gefährdet, da bereits wenige Erreger das Auftreten einer Infektion auslösen können. Auch beim Baden in Seen kann eine Infektion erfolgen.

Inkubationszeit und Symptome einer Campylobacter-Infektion

Nach einer Ansteckung mit Campylobacter lassen die Symptome der Infektion nicht lange auf sich warten. Meistens treten bereits zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung die typischen Symptome auf, manchmal auch ein bis zehn Tage danach. Die Infektion beginnt meist mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie einem starken Krankheitsgefühl, worauf kurz danach starke Bauchschmerzen und -krämpfe sowie Übelkeit und starker Durchfall folgen. Die Durchfälle sind sehr wässrig und teilweise grünlich. In der Regel bleiben die Bauchbeschwerden eine Woche bestehen, in selteneren Fällen aber auch länger.

Neben dem typischen Verlauf gibt es jedoch auch viele untypische Verläufe. Einige Infektionen werden gar nicht bemerkt, die infizierten Personen können jedoch trotzdem andere Menschen mit Campylobacter anstecken.

Wann zum Arzt?

Im Rahmen einer "normalen" Durchfallerkrankung verschwinden die Symptome auch ohne Behandlung normalerweise nach sieben bis zehn Tagen wieder. Wichtig ist, ausreichend zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Wenn die Beschwerden zu stark sind, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser kann Ihnen fiebersenkende Mittel, Schmerzmittel und bei Bedarf Mittel wie Elektrolyte gegen Dehydrierung verschreiben. In seltenen Fällen kann ein Antiobiotikum eingesetzt werden, sofern keine Antibiotikaresistenz vorliegt.

Maßnahmen bei starkem Durchfall bei Campylobacter

  • Trinken Sie ausreichend (mind. 3l/Tag), um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen! Ideal sind Wasser, Tee und Gemüsebrühe.
  • Geben Sie eine Prise Salz ins Wasser, um den Salzverlust auszugleichen.
  • Schonen Sie sich körperlich und bleiben im Bett.
  • Waschen Sie sich nach jedem Toilettengang gründlich die Hände, um Übertragungen auszuschließen.
  • Bereiten Sie keine Speisen für andere zu.
  • Wenn Ihr Kind betroffen ist, müssen Sie die Betreuungseinrichtung (KiTa oder Kindergarten) über die Infektion informieren und das Kind zuhause lassen.

Ernährung bei Campylobacter-Enteritis

  • Beginnen Sie nach ein paar Tagen vorsichtig mit fettarmer Aufbaukost: geriebener Apfel, Zwieback, Salzstangen, Knäckebrot, Haferschleim, Möhrensuppe, Naturjoghurt.
  • Frei verkäufliche Medikamente gegen Durchfall sollten nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Wie lange ist Campylobacter ansteckend?

Solange das Campylobacter-Bakterium mit dem Stuhl ausgeschieden wird, so lange ist die Person ansteckend. Durchschnittlich liegt diese Zeit bei zwei bis vier Wochen - derjenige ist also auch nach Abklingen der Symptome noch infektiös.

Vorbeugen durch Hygiene

Einer Campylobacter-Infektion kann durch ausreichende Hygiene vorgebeugt werden. Campylobacter sind empfindliche Bakterien, die sich aber auch noch nach dem Auftauen von Geflügelprodukten im Auftauwasser und an Küchengeräten befinden können. Auch infizierte Menschen sind ansteckend und können bei mangelnder Hygiene per Schmierinfektion über Hände, Türklinken usw. für die Ausbreitung von Campylobacter sorgen.

1. Küchenhygiene:

  • Vor allem Geflügelfleisch immer durchgaren!
  • Brettchen, Messer, Arbeitsflächen etc. sofort nach Kontakt mit Fleisch heiß und gründlich waschen und nichts anderes mit diesen in Kontakt kommen lassen.
  • Küchenhandtücher und Spüllappen regelmäßig bei 60 ° C waschen. Spülbürsten und Schwämme regelmäßig wechseln.
  • "Don't wash your chicken!" Dieser Satz war Teil einer amerikanischen Kampagne, um davor zu warnen, Geflügelfleisch unter dem Wasserhahn abzuwaschen, da sich Keime durch das Spritzwasser noch weiter ausbreiten können.

2. Händehygiene:

  • Gründliches Hände waschen nach jedem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Kontakt mit rohem Fleisch. Anschließend die Hände mit einem sauberen Tuch gründlich abtrocknen.

Spätfolgen bei Campylobacter

Komplikationen und Spätfolgen sind nach einer Campylobacter-Infektion selten. Spätfolgen können unter anderem Arthritis, Meningitis und in sehr seltenen Fällen das Guillain-Barré-Syndrom sein.

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2018
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