Ein Angebot von Lifeline
Freitag, 21. September 2018
Menu

Wechseljahre (Klimakterium)

Autor: Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 13. März 2018

Als Wechseljahre (Klimakterium) wird die Phase beschrieben, in der bei Frauen die Hormonbildung nachlässt. Das Klimakterium ist keine Erkrankung, sondern ein natürlicher Vorgang, der im Leben jeder Frau vorkommt. Etwa zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr treten die Wechseljahre ein. Während dieser Übergangszeit tritt jede Frau von der Geschlechtsreife in die Altersphase ein.

Wechseljahre (Klimakterium)
Entspannt durchs Klimakterium - so einfach ist es leider oft nicht, dennoch kann eine positive Einstellung Wechseljahrsbeschwerden günstig beeinflussen
iStock/AMR Image

Häufig werden die Wechseljahre auch als Menopause bezeichnet. Diese Beschreibung ist nicht ganz korrekt. Zwar gehört die Menopause auch zu den Wechseljahren, sie beschreibt aber genau genommen die letzte Regelblutung. Das Auftreten der Menopause wird deshalb erst im Nachhinein festgestellt, wenn ein Jahr lang keine weitere Regelblutung eingesetzt hat. Wenn keine Regelblutung mehr auftritt, handelt es sich um eine ganz natürliche Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation). Das durchschnittliche Aufkommen der Menopause liegt zwischen dem 51. und dem 52. Lebensjahr.

Klimakterium als Zeit des Innehaltens

Für viele Frauen beginnt mit den Wechseljahren ein neuer Lebensabschnitt. Es gilt, in eine neue "Rolle" zu wachsen. Nicht umsonst stammt das Wort Klimakterium vom griechischen Wort "Klimax" ab, das übersetzt "Höhepunkt", "Treppe/Leiter" oder "Steigerung" heißt und als Übergang von etwas Wichtigem zu etwas anderem Wichtigen interpretiert werden darf.

So unterschiedlich die Wechseljahre wahrgenommen werden, verlaufen auch die Anzeichen. Während manche Frauen schon lange vor dem eigentlichen Klimakterium, in der Prämenopause, die hormonellen Schwankungen wahrnehmen, sind andere mehr oder weniger überrascht von ihrem Eintreten. Wiederum andere nehmen überhaupt keine Wechseljahrsbeschwerden wahr.

Zwei Stadien der Wechseljahre

Die Wechseljahre werden in zwei Phasen eingeteilt. Zwischen diesen Phasen liegt die Menopause. Die Zeit vor der Menopause wird als Prämenopause bezeichnet, der Zeitraum danach als Postmenopause.

In den Eierstöcken jeder Frau befindet sich ab der Geburt eine festgelegte Zahl von Eibläschen (Follikel). Diese Anzahl nimmt im Laufe des Lebens ab. Die Follikel sind jedoch für die Produktion von weiblichen Geschlechtshormonen verantwortlich. Je weniger Follikel während der Prämenopause vorhanden sind, desto weniger Hormone werden produziert. Es kommt zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus und schließlich zur Menopause.

Zunächst nimmt die Produktion von Progesteron ab, es kommt zu einer Östrogendominanz. Wie hoch der jeweilige Hormonspiegel ist, kann im Klimakterium stark schwanken - oft sogar innerhalb eines Tages, sodass es schwierig ist, per Laborwerte die Hormonwerte exakt zu bestimmen.

Symptome: Woran erkennt man die Wechseljahre?

Eine allmählich schwächer werdende und unregelmäßige Regelblutung zeigt sich bei allen Frauen während der Wechseljahre. Sind keine Follikel (Eibläschen) mehr in den Eierstöcken vorhanden, endet die Zeit der Regelblutung mit der letzten Menstruation, der Menopause.

Da die Geschlechtshormone im gesamten Körper wirken und diese während der Wechseljahre abnehmen, können Nebenwirkungen auftreten. Jede Frau erlebt die Wechseljahre jedoch anders. Es gibt zwar eine Reihe von Beschwerden, die häufig auftreten. Welche das genau sind, variiert jedoch. Auch die Stärke ist sehr unterschiedlich und schwankt. Während einige Frauen zumindest körperlich fast keine Beschwerden verspüren, leiden andere sehr unter der abnehmenden Hormonproduktion. Einige typische Wechseljahrsbeschwerden sind:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche, häufig zusammen mit Herzrhythmusstörungen
  • Vermehrte Reizbarkeit
  • Nervosität
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Gewichtsschwankungen
  • Hautalterung
  • Hautveränderungen der Vulva (Vulvaathropie)
  • Scheidentrockenheit
  • Haarausfall
  • Osteoporose

Im Zweifelsfall: Diagnose der Wechseljahre

Normalerweise lassen sich die Wechseljahre anhand ihrer typischen Symptome feststellen. Da sie bei jeder Frau in einer bestimmten Altersspanne vorkommen, ist die Diagnose relativ einfach. Zur Bestimmung des Hormonspiegels kann zusätzlich eine Blutuntersuchung oder ein Vaginalabstrich (Vaginalzytologie) durchgeführt werden.

Wechseljahrsbeschwerden: Wie lassen sich die Nebenwirkungen der Wechseljahre lindern?

Grundsätzlich besteht keine Notwendigkeit, die Wechseljahre zu behandeln. Dies geschieht nur in sehr seltenen Ausnahmefällen, etwa, wenn sie bei sehr jungen Frauen auftreten. Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben jeder Frau. Kommt es zu Nebenwirkungen und Beschwerden, lassen sich diese aber mindern.

Eine häufige Form zur Linderung der Wechseljahrsbeschwerden ist die Hormonersatz-Therapie (HAT). Sie wird in einer höheren Dosis auch angewendet, wenn die Wechseljahre zu früh auftreten. Dabei handelt es sich um die Einnahme von synthetisch erzeugten weiblichen Geschlechtshormonen, deren natürliche Bildung in den Wechseljahren zurückgeht. Vor allem auf Hitzewallungen und Schweißausbrüche wirkt die Einnahme künstlicher Hormone. Auch der abnehmenden Knochendichte (Osteoporose) kann die Hormonersatz-Therapie entgegenwirken.

Obwohl sie die Beschwerden der Wechseljahre lindern soll, hat die HAT selbst eine Reihe von Nebenwirkungen. Deshalb wird sie nur nach eingehender Kosten-Nutzen-Abwägung eingesetzt. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Wassereinlagerungen im Bindegewebe, Übelkeit und Kopfschmerzen. Thrombosen, Erkrankungen der Gallenwege sowie Brustkrebs und Gebärmutterkrebs sind Krankheiten, die zwar viel seltener sind, aber dennoch auftreten können.

Wechseljahre und Gewichtszunahme

Im Klimakterium kommt es häufig zur Gewichtszunahme. Diese ist aber nicht - wie weithin behauptet wird - allein auf die Hormone zurückzuführen. Fest steht: Die hormonellen Veränderungen wirken sich - wenn überhaupt - nur minimal aus. Vielmehr sind viele andere Faktoren für eine Gewichtszunahme im Klimakterium verantwortlich.

Mit zunehmendem Alter sinkt nämlich der tägliche Grundumsatz, also die benötigte Kalorienmenge pro Tag. Gleichzeitig nimmt die Muskelmasse bei Frauen etwa ab dem 30. Lebensjahr kontinuierlich ab, was den täglichen Kalorienverbrauch weiter absinken lässt - es kommt zu einer Gewichtszunahme.

Dagegen helfen nur Disziplin beim Essen und regelmäßige Bewegung. Sport hat ohnehin einen positiven Einfluss auf Wechseljahrsbeschwerden. Neben dem rein körperlichen Trainingseffekt kann durch Sport auch die Stimmung verbessert und das Befinden ausgeglichener werden. Und ganz nebenbei lässt sich eine Gewichtszunahme verhindern.

Nicht nur für Einsteiger: Die besten Sportarten zum Abnehmen

 

Naturheilkunde bei Wechseljahrsbeschwerden

Naturheilkundliche Mittel finden deshalb zunehmend Einzug in die Behandlung der Wechseljahrsbeschwerden. Es gibt verschiedene Methoden, die empfohlen werden. Die Anwendung von Naturheilkunde dient der Linderung der typischen Beschwerden in den Wechseljahren. Häufig empfohlen werden:

  • Schüssler-Salze
  • Bachblüten-Therapie
  • Homöopathie 
  • Ayurveda
  • Akupunktur
  • Akupressur
  • Kneipp-Anwendungen
  • Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)

Wichtig ist eine ausgeglichene, möglichst natürliche Lebensweise und regelmäßige Bewegung, so werden das Herz-Kreislauf-System trainiert und die Knochengesundheit unterstützt. Bewegung an der frischen Luft hat noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Sie hebt die Stimmung und kann Verstimmungen entgegenwirken. Während der wärmeren Jahreszeiten unterstützt das Sonnenlicht zudem die körpereigene Produktion von Vitamin D.

Achten Sie auf eine nährstoffreiche Ernährung mit Kieselsäure, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Sie können leichte Östrogendefizite mit der Ernährung ausgleichen. Phytoöstrogene wirken wie natürliches Östrogen und können über bestimmte Pflanzen aufgenommen werden. Dazu gehören

  • Kichererbsen
  • Salbei
  • Heidelbeeren
  • Himbeeren
  • Stachelbeeren
  • schwarze Johannisbeeren
  • Rotklee.

Sojaprodukte beinhalten ebenfalls Phytoöstrogene, jedoch ist die Wirkung sehr abhängig vom jeweiligen Produkt. Vor allem Verarbeitung und weitere Inhaltsstoffe spielen eine Rolle. Gerade, weil Sojaprodukte häufig stark verarbeitet sind, lohnt sich zudem ein Blick auf die Zutatenliste des jeweiligen Produkts.

Niedrige Eisenwerte - keine Seltenheit während der Wechseljahre - können über eine eisenreiche Ernährung ausgeglichen werden. Es empfehlen sich vor allem pflanzliche Eisenquellen, da diese noch über weitere, wichtige Nährstoffe verfügen.

Die Top 10 der eisenreichsten Lebensmittel

Pflanzen- und Volksheilkunde bei Wechseljahrsbeschwerden

Gegen (seelische) Verstimmungen wird in der Pflanzenheilkunde Johanniskraut eingesetzt. Johanniskraut wirkt stimmungsaufhellend und leicht angstlösend. Es findet daher traditionell in der Behandlung von Depressionen Anwendung und kann auch bei Wechseljahrsbeschwerden Linderung verschaffen. Da die Wirkung von Johanniskraut erst nach einiger Zeit einsetzt, empfiehlt sich eine Langzeitanwendung. Während dieser Zeit sollte auf ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden, da das Heilkraut die Fotosensibilität, insbesondere bei sehr hellhäutigen Menschen, steigert.

Mönchspfeffer kann ebenfalls helfen, Wechseljahrsbeschwerden zu lindern. Dabei kommt Anwenderinnen seine Wirkung auf den Hormonhaushalt, insbesondere auf die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron, zugute. Aufgrund seiner Eigenschaften wird die Behandlung mit Mönchspfeffer auch "natürliche Hormonersatztherapie" genannt.

In diesem Zusammenhang sei auch der Hopfen erwähnt, der nicht nur aufgrund seiner krampflösenden, beruhigenden, schlaf- und verdauungsfördernden Eigenschaften geschätzt wird, sondern auch eine östrogenähnliche Wirkung hat. In der Volksheilkunde macht das den Hopfen zu einem beliebten Kraut gegen Beschwerden im Klimakterium.

Salbei kommt bei übermäßigem Schwitzen zum Einsatz - übrigens nicht nur während der Wechseljahre. Für einen Salbeitee einfach frische oder getrocknete Salbeiblätter mit Wasser aufbrühen, den Tee zwei bis drei Minuten ziehen lassen und dann trinken.

Wie verlaufen die Wechseljahre?

Die Wechseljahre sind nach etwa zehn Jahren abgeschlossen. Nach der Umstellungsphase treten normalerweise keine Wechseljahrsbeschwerden mehr auf.

Kann man den Wechseljahren vorbeugen?

Den Wechseljahren lässt sich nicht vorbeugen. Lediglich die Wechseljahrsbeschwerden können gemindert werden. Vor allem eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, viel Bewegung und ausreichend Schlaf hat Einfluss auf den Verlauf der Wechseljahre. Vorbeugend gegen Knochenschwund (Osteoporose) wirken zusätzlich Kalzium-Präparate.

Alle Informationen zum Thema Wechseljahre finden Sie unter lifeline.de.

Autor: Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 13. März 2018
Quellen

Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Frauengesundheit

Die Faktor-V-Leiden-Mutation ist ein Risikofaktor für Thrombose. Sie ist erblich und wird auch als Gerinnungsdefekt bezeichnet. Mehr...

Frauengesundheit

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist die zwölfthäufigste Tumorerkrankung der Frau. Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 4.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Zahl der... Mehr...

Frauengesundheit

Pro Jahr wird bei rund 140.000 Frauen in Deutschland eine sogenannte Konisation durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine kleine Operation, bei der der Chirurg einen Teil des äußeren Muttermunds kegelförmig... Mehr...

Neuste Themen in den Foren
Weitere interessante Themen
  • Vaginaler Ultraschall (Vaginale...

    Der vaginale Ultraschall gehört zu den Standarduntersuchungen in der Gynäkologie. Dabei wird ein schmaler, stabförmiger Schallkopf in die Scheide der Frau eingeführt. Der... Mehr...

  • Mammographie-Screening

    Das Mammographie-Screening ist ein flächendeckendes Programm zur Diagnostik von Brustkrebs. Jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren kann regelmäßig zu dieser Brustuntersuchung gehen.... Mehr...

Zum Seitenanfang