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Zwischenblutung

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 15. Dezember 2017

Als Zwischenblutung wird jede Art von Blutung bezeichnet, die außerhalb der normalen Menstruationsblutung im Zyklus stattfindet. Eine Zwischenblutung kann hormonelle, organische oder mechanische Ursachen haben, die im Zweifelsfall vom Arzt abgeklärt werden sollten.

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Zwischenblutungen treten außerhalb der Menstruation auf und können unterschiedliche Ursachen haben
© iStock.com/elenaleonova

Stärke und Dauer einer Zwischenblutung

Häufig handelt es sich bei einer Zwischenblutung um eine leichte, rot-braune Schmierblutung, die einige Stunden oder ein bis mehrere Tage andauern kann. Auch stärkere Zwischenblutungen sind möglich.

Ursachen einer Zwischenblutung

Frauen, bei denen eine Zwischenblutung auftritt, sind oft verunsichert und möchten den Grund für die unregelmäßige Blutung in Erfahrung bringen. Auch, wenn Schmierblutungen oft harmlos sind, gilt: Da Zwischenblutungen unterschiedliche Ursachen haben können, sollte bei wiederholten Schmierblutungen außerhalb der regulären Monatsblutung immer ein Gynäkologe um Rat gebeten werden. Er kann die Ursache für die Beschwerden herausfinden und je nach Diagnose eine entsprechende Therapie für den Auslöser der Zyklusstörungen einleiten.

Bitte beachten Sie: Starke, plötzlich auftretende, von starken Schmerzen begleitete Blutungen müssen umgehend untersucht werden. Es muss sofort ein Arzt aufgesucht oder der Notarzt verständigt werden.

Hormonelle Ursachen für eine Zwischenblutung

Hormonelle Veränderungen im Körper sind besonders häufig Auslöser für harmlose Zwischenblutungen. Solche Schmierblutungen treten zum Beispiel in der Pubertät oder zum Einnahmebeginn der Pille auf.

Im Verlauf des Zyklus werden die Zwischenblutungen je nach Zeitpunkt des Auftretens unterschieden:

Prämenstruelle Blutung: Zwischenblutung vor Periode

Bis zu zehn Tage vor dem Beginn der Menstruationsblutung setzt eine leichte Schmierblutung ein. Dies kann auf eine mögliche Gelbkörperschwäche hinweisen, wenn keine hormonellen Verhütungsmittel angewendet werden.

Postmenstruelle Blutung: Zwischenblutung nach Periode

Im Anschluss an die Regelblutung kommt es nach etwa zwei bis drei Tagen zu einer Zwischenblutung. Die Ursache hierfür könnte ein Östrogenmangel bei Zyklusbeginn sein, der den verzögerten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut bewirkt.

Ovulationsblutung: Zwischenblutung beim Eisprung

Diese Zwischenblutung tritt zum Zeitpunkt des Eisprungs auf und ist häufig mit dem typischen Mittelschmerz verbunden. Grund für die Ovulationsblutung ist ein physiologischer, relativer Östrogenmangel, der durch einen Hormonabfall kurz nach dem Eisprung auftritt.

Organische Ursachen für eine Zwischenblutung

Seltener als hormonelle sind organische Ursachen für Zwischenblutungen verantwortlich. Dies können unter anderem Folgende sein:

Durch entsprechende Untersuchungen kann der Arzt abklären, ob eine organische Ursache für die Blutungen verantwortlich ist. Schließt er dies aus, kann er durch Blut- und Urinuntersuchungen feststellen, ob eine hormonelle Problematik vorliegt.

Mechanische Ursachen für eine Zwischenblutung

Verletzungen von Blutgefäßen können ebenfalls eine Zwischenblutung auslösen. In solchen Fällen handelte es sich meist um eine hellrote Blutung. Sie kann beim Geschlechtsverkehr, durch das Einsetzen der Spirale oder gynäkologische Untersuchungen verursacht werden. Eine solche Zwischenblutung wird auch als Kontaktblutung bezeichnet.

Zwischenblutung trotz Pille

Während der Einnahme der Pille kommt es vor, dass Zwischenblutungen auftauchen. Dies ist vor allem innerhalb der ersten Zyklen der Fall, wenn Frauen gerade mit der Einnahme der Pille beginnen. Auch ein Pillenwechsel oder die Umstellung auf einen Langzeitzyklus (ununterbrochene Einnahme der Pille) kann Zwischenblutungen hervorrufen, da sich der Körper erst an die neue hormonelle Situation gewöhnen muss.

Bei anderen Verhütungsmitteln ist eine Zwischenblutung ebenfalls als Nebenwirkung bekannt. Methoden, die nur wenig oder kein Östrogen enthalten – wie die Spirale – rufen möglicherweise Schmierblutungen hervor.

Zwischenblutung durch Stress

Hormone und Psyche sind untrennbar miteinander verbunden. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass die Hormone in der Schwangerschaft für Stimmungsschwankungen sorgen oder, dass seelische Belastungen zu einem Gelbkörperhormonmangel führen können. Es ist also durchaus möglich, dass Zwischenblutungen auch infolge von Stress und psychischen Belastungen oder seelischen Problemen, wie einer Depression, auftreten. Wiederholte Zwischenblutungen sollten Frauen vom Arzt jedoch unbedingt abklären lassen und die Beschwerden nicht einfach als eine Folge von zu viel Stress abtun.

Zwischenblutung nach Sport

Es ist bekannt, dass bei Leistungssportlerinnen Zyklusstörungen wie Zwischenblutungen durch die hohen körperlichen Belastungen beim Sport auftreten können. Halten Schmierblutungen nach sportlicher Aktivität über einen längeren Zeitraum an oder treten sie wiederholt nach dem Sport auf, sollte dies mit dem Arzt besprochen werden.

Zwischenblutung und Wechseljahre

Zwischenblutungen können vor Beginn der Wechseljahre bereits auf eine hormonelle Veränderung und einen dadurch veränderten Zyklus hindeuten. Leiden Frauen in den Wechseljahren unter Zwischenblutungen, kann dies ein Warnsignal für das Vorhandensein von Tumoren sein. Eine Studie in Großbritannien fand heraus, dass Zwischenblutungen in der Perimenopause (die eigentliche Zeit des „Wechsels“, ein bis zwei Jahre vor und nach der Menopause) bei jeder fünften Frau vorkamen, dies aber bei den wenigsten Frauen (1 von 785 mit Zwischenblutungen betroffenen Frauen) auf eine Krebserkrankung hindeutete. Die Studienautoren gaben allerdings zu bedenken, dass Zwischenblutungen in den Wechseljahren dennoch als mögliches Symptom für ein Karzinom ernst genommen werden und ärztlich abgeklärt werden sollten.

Zwischenblutung und Krebs

Da Zwischenblutungen auch ein Symptom für Gebärmutterschleimhaut- oder Eierstockkrebs sein können, empfiehlt die Deutsche Krebshilfe Frauen über dem 35. Lebensjahr oder nach den Wechseljahren, bei denen Zwischenblutungen auftreten, ihren Arzt darüber zu informieren. Er kann untersuchen, ob eine Krebserkrankung als Ursache vorliegt.

Zwischenblutung in der Schwangerschaft

Gerade in der Frühschwangerschaft treten Zwischenblutungen auf. Auch hier sind unterschiedliche Ursachen dafür verantwortlich. So kann es etwa zu einer Blutung während der Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut kommen oder ein Haarriss eines Gefäßes für eine Blutung verantwortlich sein. Zur Sicherheit sollten Sie bei Blutungen in der Schwangerschaft immer Ihren Arzt um Abklärung bitten. Bei Schmerzen im Unterleib und starken Blutungen müssen Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Solche Symptome können auf eine Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft hindeuten.

Alle Informationen zu Ursachen und Hilfen bei Blutungen in der Schwangerschaft finden Sie hier.

Zwischenblutung stoppen

Treten wiederholt Zwischenblutungen auf, sollte der Frauenarzt darüber in Kenntnis gesetzt werden. Er wird der Ursache durch Untersuchungen auf den Grund gehen und nach der Diagnose mögliche Maßnahmen einleiten, um die wiederkehrende Zwischenblutung zu stoppen. Je nach Ursache fallen die Therapiemöglichkeiten individuell aus. Führt eine hormonelle Störung zu Zwischenblutungen, kann zum Beispiel eine Hormontherapie eingeleitet werden.

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 15. Dezember 2017
ICD-Codes für diese Krankheit: N92.-
Quellen
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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