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Entzündungen am Muttermund (Portioektopie)

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2016

Bei der Portioektopie handelt es sich eigentlich nicht um eine richtige Entzündung am Muttermund, sondern vielmehr um eine Gewebeverschiebung vom Gebärmutterhals auf den Muttermund.

Entzündungen am Muttermund (Portioektopie)
Der Frauenarzt erkennt eine Entzündung am Muttermund meist während der vaginalen Routineuntersuchung
© Zsolnai Gergely/Fotolia.com

Beim Übergang zwischen Muttermund und Gebärmutterhals kommt es häufig zu Verschiebungen der verschiedenen Gewebeschichten. Im Sprachgebrauch werden diese Gewebeverschiebungen häufig als Entzündung am Muttermund (Portioektopie) bezeichnet. Streng genommen handelt es sich dabei nicht um eine Erkrankung, sondern um einen normalen und häufiger auftretenden Zustand.

Ursachen einer Entzündung am Muttermund

Abhängig von hormonellen Einflüssen und dem Lebensalter finden am Übergang zwischen Muttermund (Portio) und Gebärmutterhals (Zervix) immer wieder "Umbauprozesse" statt. Gebärmutterhals und Muttermund gehören zu den inneren Geschlechtsorganen der Frau. Unterhalb der eigentlichen Gebärmutter (Gebärmutterkörper) befindet sich der Gebärmutterhals, deren unteres Ende der Muttermund ist. Der äußere Muttermund zeigt in Richtung der darunter liegenden Scheide, der innere Muttermund in Richtung Gebärmutterhals. Dazwischen liegt der Gebärmutterhalskanal.

Die zahlreichen Gewebeschichten von Muttermund und Gebärmutterhalskanal treffen im Übergangsbereich zusammen. Genau hier finden immer wieder Verschiebungen statt. So befindet sich der Übergangsbereich bei kleineren Kindern und Frauen nach den Wechseljahren (Klimakterium) im Gebärmutterhalskanals, während er sich bei geschlechtsreifen Frauen Richtung Muttermund verschiebt.

Eine Verschiebung (Ektopie) am Muttermund ist harmlos. Kommt es in diesem Bereich zu Entzündungen, Infektionen (zum Beispiel durch Humane Papilloma-Viren) oder Wucherungen (Zysten, Polypen oder sogar Krebserkrankungen), sollte die zugrundeliegende Erkrankung behandelt werden.

Symptome und Diagnose einer Entzündung am Muttermund

Eine Entzündung am Muttermund kann sich durch verschiedene Beschwerden zeigen. Häufig treten (unregelmäßige) Blutungen auf oder es kommt zu Ausfluss. Auch Blutungen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr können auf eine Portioektopie hinweisen.

Häufig wird die Portioektopie bei einer Vorsorge-Untersuchung entdeckt. Das Gewebe rund um den Muttermund zeigt sich bei der Untersuchung durch den Arzt oder die Ärztin gerötet. Manchmal sind größere Gewebelagen sichtbar. Bei einer Entzündung kann auch eine Probe des Sekrets, ein Pap-Test oder eine kleine Gewebeprobe vom Muttermund genommen werden, um weitere Untersuchungen vorzunehmen.

Therapie von Entzündungen am Muttermund

Gewebeverschiebungen am Muttermund verursachen in der Regel keine Beschwerden und werden daher nicht behandelt. Handelt es sich um größere oder auffällige Gewebeveränderungen, erfolgt die Behandlung abhängig von der Ursache. Das gilt insbesondere für Entzündungen, Infektionen, Feigwarzen oder Wucherungen.

Stellt sich nach der Biopsie heraus, dass es sich bei der Portioektopie um eine bösartige Veränderung handelt (Krebs), werden weitere Maßnahmen zur Therapie der Krebserkrankung ergriffen.

Verlauf von Entzündungen am Muttermund

Harmlose und nicht schmerzhafte Gewebeverschiebungen am Muttermund müssen in der Regel nicht behandelt werden. Bei unerkannten oder unbehandelten Entzündungen oder Infektionen am Muttermund können sich teils schwere Erkrankungen und Komplikationen entwickeln. Ein Beispiel dafür sind Feigwarzen, aus denen (in Zusammenhang mit dem Humanen Papilloma-Virus) Krebs entstehen kann.

Kann man einer Entzündung am Muttermund vorbeugen?

Ein gezieltes Vorbeugen von Gewebeverschiebungen an Muttermund und Gebärmutterhalskanal ist weder notwendig noch möglich. Es ist ratsam, regelmäßig zu Vorsorge-Untersuchungen bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt zu gehen, um Krankheiten, die in dem Übergangsbereich von Muttermund und Gebärmutterhalskanal entstehen können, rechtzeitig zu erkennen und ggf. zu behandeln.

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2016
ICD-Codes für diese Krankheit: N86
Quellen
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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