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Donnerstag, 15. November 2018
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Scheidenpilzinfektion

Autor: Melanie Wilberg, Medizinautorin / Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 11. September 2018

Die Scheidenpilzinfektion tritt relativ häufig auf: Drei bis vier Frauen leiden mindestens ein Mal in ihrem Leben an einem Scheidenpilz. Der Hefepilz Candida albicans ist die häufigste Ursache für die Infektion. In der Medizin wird die Scheidenpilzinfektion daher als Vulvovaginalkandidose bezeichnet.

Scheidenpilzinfektion
Die Scheidenpilzinfektion verläuft meist unkompliziert und kann gut behandelt werden
(c) iStockphoto/golubovy

Brennen und Juckreiz der Scheide sowie vermehrter Ausfluss sind die typischen Symptome einer Scheidenpilzinfektion. Sie wird mit Antipilz-Medikamenten (Antimykotika) behandelt.

Hefepilze wie Candida albicans siedeln auf Schleimhäuten und der Haut. Bei etwa 20 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter befinden sich Hefepilze auch auf der Vulva und in der Vagina. Bei Frauen im gebärfähigen Alter kann sich eine Scheidenpilzinfektion durch Hefepilze entwickeln, wenn die Vaginalflora gestört ist, etwa durch ein schwaches Immunsystem, Stress, aber auch während der Schwangerschaft. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) begünstigt das Wachstum der Hefepilze in der Scheide ebenfalls.

Weil Scheidenpilze ein für sie "günstiges" Klima benötigen, betrifft die Scheidenpilzinfektion Mädchen vor der Pubertät und Frauen nach den Wechseljahren (Klimakterium) nicht. Vermutet wird ein Zusammenhang mit Östrogen, da die Infektionen vermehrt kurz vor oder nach der Menstruationsblutung auftreten.

Ursachen der Scheidenpilzinfektion

Ursache der Scheidenpilzinfektion ist in über 80 Prozent der Fälle der weitverbreitete Hefepilz Candida albicans. Manchmal ruft auch ein anderer Pilz dieser Gattung eine Scheidenentzündung hervor (wie Candida glabrata, Candida krusei und andere). Diese Pilze sind normalerweise nicht in der Scheidenflora vorhanden, besiedeln jedoch häufig Pflanzen und Gegenstände. Gelangen sie - beispielsweise bei der Nahrungsaufnahme - in den Mund, können sie von dort in den Magen-Darm-Trakt wandern. Daher sind bei 20 bis 50 Prozent der Erwachsenen diese Pilze auch im Mund und Verdauungstrakt zu finden. Bei einer falschen Toilettenhygiene kann der Pilz vom Enddarm in die Scheide gewischt werden, sodass es zu einer sogenannten Schmierinfektion kommt. Auch beim Geschlechtsverkehr oder durch die gemeinsame Benutzung von Textilien mit Hautkontakt kann man sich mit dem Pilz anstecken.

Ein Scheidenpilz muss für die Betroffene nicht immer eine Erkrankung bedeuten. Bei einer ansonsten gesunden Frau verhindert die Scheidenflora normalerweise, dass sich die Pilze übermäßig ausbreiten. Insbesondere die Milchsäurebakterien (Laktobazillen) haben eine schützende Funktion. Sie sorgen unter anderem für ein saures Klima in der Scheide.

Das Scheidenmilieu kann jedoch durch eine Reihe von Faktoren aus dem Gleichgewicht geraten:

  • durch hormonelle Veränderungen ( Schwangerschaft, Antibabypille (Die Pille), Menstruationsblutung, Wechseljahre, Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse)
  • durch ein geschwächtes Immunsystem
  • durch Medikamenteneinnahme (zum Beispiel Kortikosteroide, Breitbandantibiotika, Chemotherapeutika)
  • durch Allgemeinerkrankungen (wie Diabetes mellitus)
  • durch Stress (begünstigt auch wiederkehrende Pilzerkrankungen)
  • durch enganliegende Kleidung aus synthetischen Stoffen
  • durch zu wenig oder übertriebene Hygiene

Ist das natürliche Scheidenmilieu durch diese Faktoren geschwächt, hat der Hefepilz gute Chancen, sich auszubreiten und zu einer Scheidenpilzinfektion zu führen.

Symptome einer Scheidenpilzinfektion

Ein Scheidenpilz führt nicht immer zu Beschwerden. Erst, wenn sich der Pilz zu stark vermehrt, kündigt Juckreiz den Beginn der Infektion an. Die betroffenen Frauen haben häufig vermehrten dünnen, grün-weißlichen Ausfluss (Fluor), der später käsig und krümelig wird. Die Scheide ist deutlich gerötet und geschwollen und kann im weiteren Verlauf auch brennend schmerzen.

Bei der selteneren Form, der Candida glabrata-Vaginitis, macht sich die Erkrankung meistens nur durch gelegentliches geringes Jucken vor der Regelblutung oder nach dem Geschlechtsverkehr bemerkbar. Der Ausfluss ist dabei mehr oder weniger cremig und ohne besonderen Geruch, die Scheide ist weniger stark gerötet.

Diagnose der Scheidenpilzinfektion

Zunächst wird der Arzt die Betroffene ausführlich über die Art der Beschwerden und die Begleitumstände befragen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung der Scheide und der Scham. Dabei sind meistens schon die gerötete Scheidenschleimhaut und der weiße bröckelige Belag mit bloßem Auge zu erkennen. Ein genaueres Bild kann sich der Arzt durch eine mikroskopische Untersuchung des Scheidenbelags machen. Dafür wird von der Scheidenwand ein Abstrich genommen.

Liegt eine Scheidenpilzinfektion vor, lassen sich auf diese Weise unter dem Mikroskop die Pilzfäden oder Sprosszellen größtenteils feststellen. Um sicher zu gehen, können Pilzkulturen angezüchtet werden. Weitere Untersuchungen im Labor dienen dazu, andere Krankheiten auszuschließen oder zu erkennen.

Wie sieht die Behandlung der Scheidenpilzinfektion aus?

Die Behandlung der Scheidenpilzinfektion erfolgt mit Antipilz-Medikamenten (Antimykotika). Zu diesen zählen unter anderen Cremes und Scheidenzäpfchen, die Wirkstoffe aus der Gruppe der Imidazole sowie Nystatin enthalten. Mit diesen Präparaten wird die Scheide täglich ein- bis zweimal direkt (lokal) behandelt. Je nach Präparat dauert die Therapie ein, drei oder sechs Tage.

Zur Wirkstoffgruppe der Imidazole gehören Clotrimazol oder Miconazol. Sie töten die Pilze ab (fungizid). Dehnt sich die Scheidenpilzinfektion bis in den Leistenbereich aus, sind Nystatinpasten empfehlenswert. Wenn bis zum Ende der Therapie keine Besserung eintritt, ist eine ärztliche Untersuchung notwendig. Der Arzt kann klären, ob die Scheide noch übermäßig von Hefepilzen befallen ist und gegebenenfalls eine geeignete Behandlung einleiten.

Wenn die lokale Behandlung gegen den Scheidenpilz nicht ausreicht, kann bei Candida albicans auf Fluconazol und Itraconazol zurückgegriffen werden. Diese Wirkstoffe werden oral eingenommen. Die Therapie dauert über sechs Monate und hat in 50 bis 80 Prozent der Fälle Erfolg.

Den Partner mitzubehandeln, wirkt sich erfahrungsgemäß nicht positiv auf den Heilungsprozess der betroffenen Frau selbst aus. Daher wird in der Regel davon abgeraten - außer bei chronisch wiederkehrenden Scheidenpilzen. In diesem Fall sollte der Partner Penis und Sperma ebenfalls untersuchen lassen. Wird dabei die gleiche Hefepilzart nachgewiesen, wird der Partner ebenfalls behandelt.

Frauen, die mit der Antibabypille verhüten, sind häufig anfälliger für Scheidenpilzinfektionen. Dann kann in Absprache mit dem Arzt eine Umstellung auf mechanische Verhütungsmittel oder die Östrogenfreie Antibabypille sinnvoll sein.

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die die Betroffene selbst tun kann, um dem Scheidenpilz möglichst wenig weitere Verbreitungschancen zu geben:

  • Schamhaare rasieren
  • Die Unterwäsche zweimal täglich wechseln und am besten bei 95 Grad, mindestens bei 60 Grad waschen.
  • Den Körper nach dem Waschen sorgfältig abtrocknen, luftdurchlässige Unterwäsche tragen und auf kunststoffbeschichtete Slip-Einlagen oder Binden verzichten.
  • Reinigung des Intimbereichs immer von vorne nach hinten.
  • Die äußere Scheidenregion mit Wasser und einem milden Reinigungsmittel (ph-neutrale Seife) säubern. Auf Intimlotions oder -sprays besser verzichten!
  • In der akuten Phase möglichst auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Verlauf der Scheidenpilzinfektion

Richtig behandelt, ist eine Scheidenpilzinfektion normalerweise schnell überwunden und bleibt ohne ernste Folgen. Bei fünf Prozent aller Erkrankten ist die Krankheit jedoch hartnäckig und tritt mehr als vier Mal im Jahr auf. Wichtig ist deshalb, die Behandlung zu Ende zu führen, auch wenn vorher schon eine Besserung eingetreten ist. Außerdem können Frauen selbst einiges dazu beitragen, um einer Scheidenpilzinfektion vorzubeugen.

Häufig ist die Scheidenpilzinfektion eine Begleiterscheinung anderer Krankheiten (wie Diabetes mellitus). Dann ist es wichtig, diesen Ursachen auf den Grund zu gehen.

Schwangere sollten eine Scheidenpilzinfektion dringend behandeln lassen. Sonst kann sich das Kind bei der Geburt anstecken und wird im ersten Lebensjahr mit großer Wahrscheinlichkeit (90 Prozent) ebenfalls an einer Pilzinfektion erkranken.

Eine Pilzinfektion kann sich im ganzen Körper ausbreiten und so zu unterschiedlichen Beschwerden führen. Daher ist es sinnvoll, frühzeitig etwas dagegen zu unternehmen.

Der Scheidenpilzinfektion vorbeugen

Dort, wo es warm und feucht ist, kann sich der Scheidenpilz besonders gut ausbreiten. Daher sollte im Intimbereich alles vermieden werden, das dieses Klima unterstützt. Das sind synthetische, enganliegende Kleidungsstücke oder auch kunststoffbeschichtete Slip-Einlagen oder Binden. Den Intimbereich nach dem Waschen sorgfältig abtrocknen!

Die Scheidenflora bietet normalerweise einen guten Schutz gegen Scheidenpilz. Um diesen aufrecht zu halten, ist eine milde (ph-neutrale) Seife zum täglichen Waschen empfehlenswert. Die Intimhygiene sollte nicht übertrieben werden: Übermäßige Reinigungshygiene mit Intimsprays und -lotions sowie zu häufige Schaumbäder können die Scheidenflora aus ihrem natürlichen Gleichgewicht bringen.

Die Ansteckungsgefahr von einer Person zur anderen lässt sich einschränken. Handtücher oder andere Textilien, die direkten Körperkontakt haben, sollten nicht gemeinsam benutzt werden. Darüber hinaus wird beiden Partnern empfohlen, auf eine sorgfältige Sexualhygiene zu achten. Kondome verhindern eine Ansteckung durch den Partner, wenn zudem kein Oralverkehr (Orogenital-Kontakt) praktiziert wird.

Um eine Schmierinfektion vom Darm zur Scheide zu vermeiden, ist es ratsam, bei der Toilettenhygiene von vorne nach hinten und nicht umgekehrt zu wischen.

Autor: Melanie Wilberg, Medizinautorin / Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 11. September 2018
Quellen

Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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