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Restless Legs Syndrom (RLS)

Autor: Christian Fiala / Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 04. März 2018

Das Restless Legs Syndrom (RLS) wird auch als „Syndrom der unruhigen Beine“ bezeichnet. Es kann in jedem Lebensalter auftreten, häufig kommt es jedoch in fortgeschrittenem Alter vor. Das Restless Legs Syndrom ist als Erkrankung zwar harmlos, allerdings kann es die Lebensqualität Betroffener erheblich einschränken.

Restless Legs Syndrom (RLS)
Das Restless-Legs-Syndrom beschert Betroffenen unruhige Nächte und ist äußerst unangenehm
(c) iStockphoto/golubovy

Ursachen des Restless Legs Syndrom

Die Ursachen des RLS ("unruhige Beine") sind bis heute weitgehend unbekannt. Es wird jedoch angenommen, das gewisse Transmitterstoffwechselprozesse im Gehirn dafür verantwortlich sein können. Experten gehen davon aus, dass der Nervenbotenstoff Dopamin mit dem Restless Legs Syndrom in Verbindung stehen könnte, da Betroffene gut auf Dopaminmedikamente ansprechen. Es könnte auch eine genetische Disposition für RLS geben.

Restless Legs in der Schwangerschaft

Im letzten Drittel der Schwangerschaft ist jede dritte bis vierte Schwangere von Restless Legs Syndrom betroffen. Das kann sich so äußern, dass ein bestehendes RLS sich verschlechtert oder auch erstmalig in der Schwangerschaft auftritt. Die Ursache für die Häufung des Restless Legs Syndroms in der Schwangerschaft ist bisher unklar. Einige Experten vermuten dahinter einen Eisenmangel, andere vermuten den Einfluss der veränderten Hormone in der Schwangerschaft. Die Gabe von Eisen bei leerem Eisenspeicher kann zur Linderung der Symptome führen. Andere Medikamente sollten nur, wenn es absolut unerträglich ist, eingesetzt werden.

Folgende Tipps können Ihnen in der Schwangerschaft helfen, Symptome des Restless Legs Syndrom zu lindern:

  • wenig Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke trinken
  • tägliche Gymnastik - allerdings einige Zeit vor dem Zubettgehen, damit sich die Beine wieder beruhigen können
  • regelmäßige Schlafenszeiten; vor dem Schlafen mit einem warmen Bad oder guten Buch entspannen

Tipps, um wieder einzuschlafen, wenn Sie durch RLS aufwachen:

  • Massieren Sie Ihre Beine.
  • Legen Sie eine warme oder kalte Kompresse/Wärmflasche auf die Beine.
  • Stehen Sie auf und gehen Sie ein paar Schritte oder dehnen Sie Ihre Beine.
  • Lesen Sie etwas oder hören Sie Radio, um sich abzulenken vom Kribbeln.

Bei den meisten Frauen verschwindet das Restless Legs Syndrom nach der Schwangerschaft wieder.

Welche Symptome zeigt ein Restless Legs Syndrom?

Das Hauptsymptom ist ein kribbelndes Gefühl in beiden Beinen, nur selten ist ausschließlich ein Bein von solchen Missempfindungen betroffen. Die Unterschenkel sind häufiger betroffen als Knie und Oberschenkel. Charakteristisch am RLS ist das Auftreten im Ruhezustand des Körpers. Mit Bewegen der Beine und Umherlaufen lassen sich die Beschwerden meist deutlich reduzieren. Auch Massagen und Kalt- oder Warmbäder können die Symptome deutlich lindern. Am deutlichsten treten die Beschwerden abends oder nachts auf. Ein- und Durchschlafen ist mit dem Restless Legs Syndrom oft nicht möglich. Stärkere Symptome sind Muskelzuckungen bis hin zu Muskelkrämpfen, die die Nachtruhe oft zur Qual werden lassen. Die kribbelnden Missempfindungen können sich bis hin zu Schmerzen steigern. 

Primäres und sekundäres RLS

Ein primäres RLS ist oft erblich bedingt und zeigt in erster Linie seine klassischen Symptome.

Es gibt allerdings auch Betroffene, bei denen ein Restless Legs Syndrom erst dann zusätzlich auftritt, wenn beispielsweise eine Niereninsuffizienz (Nierenschwäche), ein Bandscheibenvorfall, Eisenmangel oder rheumatoide Arthritis vorliegt, hier sprechen Fachleute vom sekundären Restless-Legs-Syndrom.

Diagnose Restless-Legs-Syndrom

Nachdem der behandelnde Arzt ein sekundäres Restless Legs Syndrom diagnostiziert oder ausgeschlossen hat, kann eine entsprechende Therapie erfolgen. Ein sekundäres RLS bessert sich in der Regel, wenn die zugrunde liegende Primärerkrankung erfolgreich behandelt wird. Um ein sekundäres RLS ausschließen zu können, müssen also Nieren, Eisenwerte, rheumatoide Arthritis, Bandscheiben und bestimmte Nervenerkrankungen ausgeschlossen werden.

Therapie bei RLS

Betroffene mit primärem Restless Legs Syndrom, die nur leichte Symptome spüren, müssen keine spezielle Therapie machen, wenn sie die Symptome gut aushalten können, ohne das die Lebensqualität beeinflusst wird.

Bei starken Symptomen haben sich einige Parkinson-Medikamente sehr gut bewährt, während diese bei richtiger Anwendung kaum Nebenwirkungen auftreten lassen. Diese Medikamente werden verordnet, weil es bisher noch kein zugelassenes Mittel gegen RLS auf dem Markt gibt. Unerklärlicherweise hilft Dopamin beim Restless Legs Syndrom, obwohl bei betroffenen Patienten meist kein Dopaminmangel vorliegt. Nebenwirkungen treten dann auf, wenn Patienten eigenmächtig die Dosierung des Medikaments erhöhen. Dann kann es zum sogenannten Rebound-Effekt kommen, bei dem morgens plötzlich massive Missempfindungen auftreten, nachdem am Abend zuvor eine erhöhte Dosis Dopamin eingenommen wurde. Die Medikation sollte grundsätzlich so eingenommen werden, wie der verordnende Arzt es vorgibt.

Ist das Restless Legs Syndrom heilbar?

Das sekundäre RLS verschwindet meist, wenn die verursachende Primärkrankheit erfolgreich behandelt wird. Auch nach der Schwangerschaft verschwinden die unruhigen Beine bei den meisten Frauen wieder. Ein primäres Restless Legs Syndrom ist nicht heilbar, die Lebensqualität der Betroffenen kann durch eine medikamentöse Behandlung verbessert werden.

Autor: Christian Fiala / Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 04. März 2018
Quellen
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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