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Mammographie-Screening

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 06. April 2016

Das Mammographie-Screening ist ein flächendeckendes Programm zur Diagnostik von Brustkrebs. Jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren kann regelmäßig zu dieser Brustuntersuchung gehen. Derzeit wird das Mammographie-Screening kontrovers diskutiert. Zu Recht, denn viele Frauen unterliegen einem „Fehlalarm“ oder müssten gar nicht behandelt werden.

Mammographie-Screening
Das Mammographie-Screening dient der Diagnostik von Brustkrebs
Getty Images/iStockphoto

Mammographie-Screening der Brust – was ist das?

Eine Mammographie ist eine Untersuchungsmethode mit Röntgengerät. Mit einer speziellen Technik wird mit der Mammographie das Brustgewebe der untersuchten Frau dargestellt. Hierbei wird die Brust und auch die Achselhöhlen röntgenologisch aufgenommen. Manche Frauen empfinden diese Röntgentechnik als unangenehm bis schmerzhaft, da die Brüste oft zusammengedrückt werden müssen, um eine gute Aufnahme zu gewährleisten. Der ideale Zeitpunkt für die Mammographie ist kurz nach der Menstruation, in der ersten Zyklushälfte.

Screening bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Untersuchungen möglichst flächendeckend stattfinden sollen, um möglichst viele Frauen zu erreichen. Das Mammographie-Screening ist also ein Präventivprogramm zur Früherkennung von Brustkrebs. Jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren wird alle zwei Jahre schriftlich zur Röntgenuntersuchung der Brust in eine sogenannte Screening-Einheit eingeladen.

Warum ist das Mammographie-Screening so umstritten?

Kritiker sagen, das Mammographie-Screening führe durch Fehl- und Falschdiagnosen zu oftmals unnötigen Folgeuntersuchungen, durch die die Frauen unnötiger Angst ausgesetzt würden. Wenn man bedenkt, dass man auf so manchen Facharzttermin ziemlich lange warten muss, können Frauen durchaus in dieser Wartezeit ängstlich und unsicher werden. Außerdem wird kritisiert, dass sich manchmal gesunde Frauen einer Krebsbehandlung unterziehen müssen, die eigentlich nicht notwendig gewesen wäre. Wenn ein Befund eine Krebsvorstufe zeigt, lässt sich oft schlecht vorhersagen, wann und ob diese sich überhaupt vergrößern würde. Wird sie mit entsprechender Krebstherapie behandelt, könnte dies unter Umständen unnötig sein. Unterm Strich würden durch das Mammographie-Screening nicht mehr Leben gerettet.

Was die Befürworter des Mammographie-Screenings sagen

Die Mammographie-Screening-Befürworter argumentieren dagegen damit, dass das Screening bei jeder Frau das Risiko an Brustkrebs zu sterben um 30 Prozent reduziert. Außerdem wird darauf verwiesen, dass es auch bei anderen Krebsvorsorgeuntersuchungen zu Fehl- oder Überdiagnosen käme. Weiterhin wird hier auf die fachlichen Leitlinien hingewiesen, die besagen, dass auch die Krebsvorstufen behandelt werden sollten, eben um eine schwere Krebserkrankung mit Ausbreitung und Befall der Lymphknoten zu vermeiden. Da erst im Jahr 2002 die Umsetzung eines qualitätsgesicherten Mammographie-Screening-Programms im Bundestag beschlossen wurde, liegen bisher erst wenige aussagekräftige Studien über längeren Zeitraum vor. Vor der Qualitätssicherung sei der Anteil an Fehldiagnosen und unnötigen Operationen und Therapien jedoch viel höher gewesen.

Mammographie-Screening – sinnvoll oder nicht?

Aus der Politik ist teilweise zu hören, dass das Mammographie-Screening erneut überdacht werden sollte, weil neueste Erkenntnisse von Fachleuten keinen signifikanten Vorteil dieser Reihenuntersuchung erkennen können. Nachteile wie unnötige Operationen und und deren Nebenwirkungen werden auch diskutiert. Die Universität Münster arbeitet derzeit an einer Bewertung, die nächstes Jahr veröffentlicht werden soll. Die Fachwelt wartet gespannt auf die Ergebnisse. Es ist jedoch davon auszugehen, dass das derzeitige Screening-Programm überarbeitet werden muss. Wie bei vielen Erkrankungen gibt es Menschen, die ein höheres Risiko durch bestimmt Risikofaktoren haben, daran zu erkranken. Dies gilt auch für Brustkrebs. Wenn es möglich wäre, dies im Mammographie-Screening zu berücksichtigen, könnte es vielleicht nützlicher werden.

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 06. April 2016
Quellen

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