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Mammographie - Röntgenuntersuchung der Brust

Autor: Antje Fischer
Letzte Aktualisierung: 31. März 2017

Mammographie ist ein Röntgenverfahren, das zur Früherkennung von Brustkrebs sowie zur Abklärung von verdächtigen Befunden in der weiblichen Brust eingesetzt wird. "Mamma" ist der medizinische Fachausdruck für die Brust und "Graphie" steht für Darstellungsverfahren.

Mammographie - Röntgenuntersuchung der Brust
Frauen ab 50 sollten regelmäßig zum Mammographie-Screening
(c) Getty Images/iStockphoto

Kleinste Weichteilkontraste und Mikroverkalkungen bis zu 0,1 Millimeter können durch die Mammographie abgebildet werden. Das macht es zum wichtigsten bildgebenden Verfahren in der Brustkrebsdiagnostik.

Mammographie-Screening: für Frauen von 50 bis 69 Jahren

Teil der gesetzlichen Krebsvorsorge ist unter anderem das Abtasten der weiblichen Brust durch den behandelnden Gynäkologen. Werden beim Abtasten Unregelmäßigkeiten entdeckt, wird als nächster Schritt eine Mammographie durchgeführt. Mit den Röntgenaufnahmen werden Symptome oder Verdachtsbefunde eingehender untersucht. Wird eine Mammographie in Verdachtsfällen angewendet, gilt sie als Kassenleistung. 2004 wurde der Umfang des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms in Deutschland um die Mammographie erweitert. Es werden organisierte Reihenuntersuchungen (Screening) für alle Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren angeboten. Alle zwei Jahre werden Frauen dieser Altersgruppe zur Mammographie eingeladen. Die Teilnahme an der Untersuchung ist freiwillig und wird von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Bis Ende 2007 wurden in Deutschland 2,7 Millionen Frauen zum Screening eingeladen. 1,4 Millionen folgten der Einladung und ließen sich untersuchen.

Vorbereitungen für eine Mammographie

Da die Untersuchung am freien Oberkörper durchgeführt wird, sollten Frauen auf leicht ablegbare Kleidung zurückgreifen. Des Weiteren sollte vor der Untersuchung auf Deodorant verzichtet werden, da dieses einen irritierenden Rückstand auf dem Röntgenbild hinterlässt. Der günstigste Zeitpunkt für eine Mammographie ist während der Periode oder in der Woche darauf. Zu dieser Zeit ist der Flüssigkeitsgehalt in der Brust am geringsten und die Röntgenbilder sind am besten zu beurteilen. Frauen, die die Menopause bereits überschritten haben, können zu jedem Zeitpunkt eine Mammographie durchführen lassen. Bei Beschwerden oder Symptomen wird ebenfalls wenn nötig eine Mammographie veranlasst.

Ablauf einer Mammographie

Der Ablauf einer Mammographie umfasst maximal eine halbe Stunde. Die Aufnahmen werden am freien Oberkörper im Stehen durchgeführt. Dabei werden von jeder Brust zwei Bilder angefertigt. Die Brust wird zwischen zwei strahlendurchlässige Plexiglasscheiben flach zusammengedrückt. Dies wird teilweise als unangenehm und schmerzhaft empfunden. Diese Prozedur optimiert jedoch das Ergebnis: Eine geringe Brustdicke minimiert die Strahlendosis und bildet Schärfe und Kontrast bestmöglich ab. Es werden von jeder Brust zwei Aufnahmen angefertigt. Einmal von oben nach unten sowie einmal schräg von der Mitte zur Seite. Das Röntgen beider Brüste ist notwendig, um im Vergleich Abweichungen besser erkennen zu können. Auf den zweidimensionalen Schwarzweißbildern begutachtet der untersuchende Arzt Haut und Unterhaut sowie Hauteinziehungen und Brustdrüsengewebe. Besteht ein begründeter Verdacht, werden weitere Untersuchungen eingeleitet. Denn mit einer Mammographie kann man nicht hundertprozentig belegen, dass es sich tatsächlich um einen bösartigen Befund handelt.

Weitere Behandlungsmethoden sind notwendig um die Untersuchung abzusichern und der Frau ein klares Ergebnis mitzuteilen. Das kann erneut eine Mammographie sein, aber auch Ultraschall oder eine Biopsie können zu den weiteren Schritten zählen. Bei 80 Prozent der Frauen, die noch einmal untersucht werden, kann der erste Verdacht widerlegt werden. Bei einer befundlosen Untersuchung ist das Screening abgeschlossen und eine erneute Einladung erfolgt in zwei Jahren.

Anwendungsgebiete der Mammographie

Jährlich erkranken 55.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs die am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung bei Frauen. Die Hauptaufgaben der Mammographie sind die Früherkennung von symptomlosen Anzeichen für Brustkrebs sowie die Abklärung verdächtiger Befunde. Die Röntgenaufnahmen ermöglichen eine Darstellung von kleinsten Karzinomen und Unregelmäßigkeiten, die durch Abtasten nicht erkennbar wären. Vor allem durch den Einsatz zur Früherkennung konnte die Mortalitätsrate bei Frauen über 50 Jahren deutlich gesenkt werden. Folgende Indikationsbereiche gelten für eine Mammographie:

Tumorfrüherkennung: eine Basismammographie wird zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr empfohlen, ab dem 40. Lebensjahr in jährlichen Abständen.

Hochrisikopatientinnen: Basismammographie vor dem 35. Lebensjahr, jährliche sonographische Kontrolle (Ultraschall) bis eine ausreichende Beurteilung durch die Mammographie gegeben ist.

Abklärung von verdächtigen Befunden: Mammographie zeigt Veränderungen an Drüsen-, Binde- und Fettgewebe, darüber hinaus kann die exakte Größe des Tumors festgestellt sowie weitere Karzinome oder Streuungen nachgewiesen werden.

Tumornachsorge: nach brusterhaltender Therapie erfolgt Mammographie in den ersten drei Jahren alle sechs Monate, danach einmal jährlich an der betroffenen Brust; die nicht betroffene Brust wird von Anfang an jährlich geröntgt.

Als Indiz für krankhafte Veränderungen, die eine Mammographie notwendig machen, gelten folgende Symptome:

  • unscharf begrenzter Knoten in der Brust
  • Knoten in der Achselhöhle
  • Verhärtungen, Vorwölbungen oder Verdickungen an der Brust
  • Veränderungen von Größe und Umriss der Brüste
  • Veränderungen der Haut durch Rötungen oder Einziehungen des Hautgewebes
  • Einziehung oder Hautveränderungen an der Brustwarze
  • Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustwarze

Probleme und Risiken einer Mammographie

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung und erzeugt somit Strahlung, die den Körper belastet. Allerdings ist die Gefahr durch Röntgenstrahlen an Krebs zu erkranken wesentlich geringer als das Risiko, dass ein Tumorbefund unentdeckt bleibt. Durch moderne Technik und Geräte wird die Strahlenbelastung gering gehalten. Eine Mammographie benötigt eine durchschnittliche Strahlendosis von 0,2 bis 0,3 Millisievert. Als Vergleich wird häufig die durchschnittliche natürliche Strahlung, der man in Deutschland jährlich ausgesetzt ist, genannt. Diese beträgt 2,1 Millisievert.

Als Manko der Mammographie werden auch falsch positive sowie falsch negative Befunde genannt. Die Sensitivität der Untersuchung liegt bei 70 bis 75 Prozent. Das bedeutet, trotz einer Mammographie bleiben 25 bis 30 Prozent der Brustkrebserkrankungen unentdeckt. Findet die nächste Untersuchung erst nach zwei Jahren statt, können diese falsch negativen Befunde ein rechtzeitiges Eingreifen durch eine Behandlung bedeutend erschweren. Bei falsch positiven Befunden steht vor allem der psychische Aspekt im Vordergrund: Frauen, die diese Diagnose erhalten, werden unnötig beunruhigt und müssen sich weiteren überflüssigen Untersuchungen unterziehen.

Viele Frühformen von Brustkrebs werden durch die Mammographie gefunden. Allerdings ist mittels eines Röntgenbilds die Weiterentwicklung zu einem bösartigen Tumor nicht einschätzbar. Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, wird in den häufigsten Fällen vorsorglich zur Operation geraten. Das Problem, nicht zwischen kritischen und harmlosen Befunden unterscheiden zu können, führt oft zu Überbehandlungen von Frauen. Trotz der hier aufgeführten Probleme, ist der Nutzen, den die Früherkennung erzielt, von weit größerer Bedeutung.

Prognose

Die Mammographie verhindert weder Brustkrebserkrankungen noch mindert sie das Risiko einer Erkrankung. Allerdings ermöglicht sie Tumoren bereits in einem frühen Stadium zu erkennen und steigert damit die Chancen auf eine schnelle Behandlung. Die Mammographie zeigt mit hoher Treffsicherheit Veränderungen in der Brust an schon bevor sie tastbar sind. Kleine Kalkablagerungen, so genannter Mikrokalk, können erste Anzeichen für eine Tumorbildung sein und sind im Röntgenbild als kleine weiße Flecken gut sichtbar. Durch die Früherkennung können die Heilungschancen durch rechzeitige Therapie verbessert werden und damit wird letztendlich auch die Sterblichkeitsrate gesenkt.

Alternativen zur Mammographie

Unter den bildgebenden Verfahren gibt es kaum Alternativen zur Brustkrebsfrüherkennung. Häufig werden diese Methoden eher ergänzend angewendet, um einen Befund abzuklären.

Sonographie: Die Ultraschalluntersuchung der Brust wird vor allem bei jungen Frauen durchgeführt, weil das Drüsengewebe noch eine hohe Dichte aufweist, was die Beurteilung von Röntgenbilder erschwert. Eine Mammographie vor dem 35. Lebensjahr ist daher weniger sinnvoll. Das gilt auch für Frauen, die hormonell verhüten sowie für Frauen, die eine Hormonersatztherapie bei Wechseljahrbeschwerden machen. Die Sonographie ist aber kein Ersatz für die Mammographie. Sie wird eher als ergänzende Methode genutzt, um Befunde abzuklären.

Magnetresonanz-Tomographie der Brust: Diese Methode zählt ebenfalls nicht zu den Routineuntersuchungen in der Brustkrebsdiagnostik. Ein gezielter Einsatz erfolgt bei Frauen, bei denen eine Brustkrebsdiagnose bereits gestellt wurde, um nach weiteren Knoten zu suchen. Nach brusterhaltender Operation wird die Magnetresonanz-Tomographie angewendet um Operationsnarben nach Auffälligkeiten besser beurteilen zu können.

Autor: Antje Fischer
Letzte Aktualisierung: 31. März 2017
Quellen

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