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IGeL für Frauen

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2015

IGeL steht für Individuelle GesundheitsLeistungen. Sie werden von vielen Ärzten hauptsächlich im Rahmen der Gesundheitsvorsorge angeboten. Auch von Frauenärzten werden IGeL für Frauen angeboten.

IGeL für Frauen
Nicht alle IGeL (individuelle Gesundheitsleistungen) für Frauen sind sinnvoll
(c) BananaStock

Die IGeL werden nicht von den Krankenkassen übernommen, solange sie nicht notwendig seien. Sie sind damit Selbstzahler-Leistungen. Experten bestätigen diese Meinung weitgehend und bewerten nicht wenige der geprüften Angebote sogar negativ oder tendenziell negativ.

Zu den IGeL gehören einige Vorsorge-Untersuchungen sowie kosmetische Eingriffe oder Reisemedizin.

IGeL für Frauen – ein lukrativer Markt

In Deutschland werden jährlich etwa 1,5 Milliarden Euro für IGeL ausgegeben. Jede fünfte davon ist eine Ultraschalluntersuchung. Frauen sollten sich vor einer Inanspruchnahme einer IGeL informieren. Hierfür gibt es beispielsweise im Internet den sogenannten IGeL-Monitor (www.igel-monitor.de). Verschiedene Zusammenschlüsse von anerkannten Fachleuten haben diesen erstellt, um Interessierten die Vor- und Nachteile von einzelnen IGeL-Leistungen aufzuzeigen.

IGeL für Frauen – Angebote vom Haus- und Frauenarzt

Sollen im Rahmen eines Arztbesuchs IGeL für Frauen durchgeführt werden, bedarf es für gewöhnlich einer Beratung durch den Arzt. Vor Durchführung einer IGeL muss ein Vertrag mit dem anbietenden Arzt unterzeichnet werden. Frauen sollten diesen Vertrag zuerst mit nach Hause nehmen, um ausreichend Zeit zu haben, diesen zu lesen und sich in Ruhe über die jeweilige IGeL-Leistung und ihren Nutzen zu informieren. 

IGeL für Frauen – nur wenige sind sinnvoll

Inzwischen gibt es in Deutschland eine Vielfalt an IGeL für Frauen, nur sehr wenige werden als positiv bewertet. Manche Reiseimpfungen etwa werden nicht von den Krankenkassen übernommen, obwohl sie sinnvoll oder notwendig sein können und auch durchgeführt werden sollten. Andere Angebote hingegen können von wissenschaftlicher Seite nicht belegt werden oder haben schlicht nichts mit wissenschaftlicher Medizin zu tun.

IGeL für Frauen – Toxoplasmose-Test bei Schwangeren (Früherkennung)

Bei Frauenärzten können Frauen als IGeL zur Früherkennung den Toxoplasmose-Test durchführen lassen. Dies ist eine Blutuntersuchung, die zwischen 14 und 16 Euro kostet. Als IGeL wird er von Experten negativ bewertet, weil die Aussagekraft nicht ausreicht und dann weitere, womöglich unnötig risikoreiche Untersuchungen durchgeführt werden müssten, die bei begründetem Verdacht auf eine Neuinfektion ohnehin von den Kassen übernommen würden.

In Deutschland kommt es extrem selten vor, dass sich eine Frau ausgerechnet in der Schwangerschaft mit Toxoplasmen ansteckt. Wenn verschiedene Verhaltensregeln eingehalten werden, kann das Risiko einer Infektion gemindert werden. Ein Test auf Toxoplasmen vor der Schwangerschaft wäre eigentlich sinnvoller.

IGeL für Frauen – Dünnschichtzytologie zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

Im Rahmen der Gebärmutterhalskrebsvorsorge wird jungen Frauen ab 20 Jahren jährlich ein sogenannter Pap-Test von den Kassen übernommen. Manche Frauenärzte bieten als IGeL zusätzlich eine Dünnschichtzytologie an. Dies ist eine ähnliche Untersuchung wie der Pap-Test, deren Vorteile von Fachleuten nicht bestätigt werden konnten. Er kostet zwischen 23 und 53 Euro.

IGeL für Frauen - Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung

Auch eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke als IGeL für Frauen zur Früherkennung von Krebs wird von Fachleuten negativ bewertet, da potenziell Schaden, aber kein Nutzen erkennbar ist. Mit der jährlichen Routineuntersuchung beim Frauenarzt werden unter anderem bereits ab dem 20. Lebensjahr auch die Eierstöcke abgetastet. Bei Verdacht würden dann automatisch weitere Untersuchungen folgen, die von den Kostenträgern selbstverständlich übernommen werden. Auch nach dieser IGeL, die zwischen 9 und 53 Euro kosten kann, kann es bei falschem Ergebnis zu Beunruhigung der Frau, überflüssigen Untersuchungen, bis hin zu unnötigen Operationen kommen.

IGeL für Frauen – Brustultraschall zur Früherkennung von Brustkrebs

Da der Brustkrebs mit 17.000 Todesfällen pro Jahr die häufigste Krebsart bei Frauen ist, gibt es von Seiten der Kostenträger sogenannte Mammographie-Screening-Programme für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren. Bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr gehören das Abtasten der Brust und eine entsprechende Anleitung zur Selbstdurchführung bei regelmäßigen Routineuntersuchungen zum Standard. Als IGeL wird von einigen Frauenärzten eine Brustultraschalluntersuchung angeboten, die zwischen 26 und 60 Euro kosten kann. Fachleute können bei dieser weder positive noch negative Auswirkungen erkennen, bewerten den Nutzen diese IGeL daher als "unklar".

IGeL für Frauen - Früherkennung von Harnblasenkrebs

Die IGeL Früherkennung von Harnblasenkrebs wird von manchen Urologen, Haus- und auch Frauenärzten angeboten, kostet zwischen 31 und 41 Euro und ist mit einer Urinprobe und einer Beratung einfach und schnell durchgeführt. Fachverbänden zufolge ist dieser Test zu häufig fehlerhaft, neben nicht erkannten Tumoren führt er auch zu "Fehlalarmen", die sich mit unnötigen Folgeuntersuchungen eher negativ auf die Betroffene auswirken können. Er wird als tendenziell negativ bewertet.

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2015
Quellen

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