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Gebärmutterhalsentzündung (Zervizitis)

Autor: Yvonne Leupold
Letzte Aktualisierung: 31. August 2017

Die Zervizitis bezeichnet eine Entzündung des Gebärmutterhalses. Wie häufig es zu einer Zervizitis kommt, ist abhängig vom Erreger und davon, wie oft der Sexualpartner gewechselt wird.

Entzündung des Gebärmutterhalses (Zervizitis)
Eine Entzündung des Gebärmutterhalses ist unangenehm - suchen Sie Ihren Arzt auf
(c) iStockphoto/javi_indy

Die Zervizitis wird durch Viren, Bakterien oder seltener durch Geißeltierchen und Hefepilze ausgelöst. Sie ist nicht per se ansteckend, wird die Gebärmutterhalsentzündung aber beispielsweise durch Bakterien wie Chlamydien verursacht, können diese beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Etwa ein Viertel aller Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern sind von einer Infektion mit Chlamydien betroffen.

Natürliche Schutzmechanismen des Gebärmutterhalses

Der Gebärmutterhals verfügt über verschiedene Schutzmechanismen, die ein Aufsteigen von Erregern aus dem Bereich der unter dem Gebärmutterhals liegenden Scheide erschweren: Er bildet zum einen ein zähes Sekret, das den Aufgang in Richtung Gebärmutter schwer passierbar macht. Das Sekret wird übrigens nur dann flüssig und durchlässig, wenn der Eisprung bevorsteht, um Spermien nach zur Befruchtung der Eizelle zu lassen. Zum anderen bildet der äußere Muttermund als natürliche Engstelle  ebenfalls eine Barriere.

Es kann aber vorkommen, dass diese natürlichen Schutzmechanismen gestört sind. Unter bestimmten Umständen entsteht dann eine Entzündung des Gebärmutterhalses.

Ursachen einer Zervizitis

Die Zervizitis wird hauptsächlich durch Bakterien und Viren verursacht:

Ferner können Pilze (zum Beispiel Candida albicans) oder Geißeltierchen wie etwa Trichomaden eine Zervizitis auslösen.

Zwar ist eine direkte Ansteckung mit Zervizitis nicht möglich, Erreger wie Chlamydien, Gonokokken oder HPV können aber durch Geschlechtsverkehr eingeschleppt werden. Seltener gelangen Krankheitserreger über den Blutkreislauf oder über Eierstöcke und Eileiter zum Gebärmutterhals.

In den meisten Fällen steigt eine Scheidenentzündung (Vaginitis) aus der Scheide auf und verursacht dadurch die Gebärmutterhalsentzündung.

Umstände, die eine Entzündung am Gebärmutterhals begünstigen:

  • geöffneter Muttermund wie etwa während der Periode, in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt (Zeit des Wochenbetts) oder auch nach operativen Eingriffen wie dem Ausschaben der Gebärmutter
  • Verletzungen des Gebärmutterhalses zum Beispiel durch die Geburt
  • Östrogenmangel etwa während der Wechseljahre, wenn sich der Aufbau der Gebärmutterhals-Schleimhaut verändert und damit dünner und verletzlicher wird

Gutartige Tumoren, zum Beispiel Myome oder Polypen, können Infektionen im Bereich des Gebärmutterhalses begünstigen. Auch andere vorliegende Infektionen oder Gewebeverschiebungen wie bei der  Portioektopie begünstigen die Entstehung von Infektionen am Gebärmutterhals. Frauen, die die Spirale zur Empfängnisverhütung verwenden, können ebenfalls leichter eine Zervizitis entwickeln.

Symptome einer Zervizitis

Welche Beschwerden eine Entzündung des Gebärmutterhalses verursacht, ist abhängig vom Erreger. Ein häufiges Symptom ist vermehrter Ausfluss, gelblich verfärbt, riechend und mit einer veränderten, eitrigen Konsistenz. Auch Blutungen während oder nach dem Geschlechtsverkehr kommen vor.

Weitere Beschwerden können auftreten, wenn naheliegende Bereiche der inneren Geschlechtsorgane mit betroffen sind:

  • vermehrtes und schmerzhaftes Wasserlassen bei einer Harnwegsinfektion
  • Juckreiz und Brennen bei einer Vaginitis
  • Zwischenblutungen oder eine verlängerte Periode bei Entzündung der Gebärmutter (Endometritis)
  • Unterbauchschmerzen und gelegentlich Fieber bei einer Infektion der Gebärmutter-Muskulatur (Myometritis)

Diagnose einer Zervizitis

Eine Entzündung des Gebärmutterhalses zeigt sich bei der Untersuchung durch den Frauenarzt oder die Frauenärztin durch Rötungen und Schwellungen an der Portio, dem Übergangsbereich vom Gebärmutterhals in die Scheide. Je nach Erreger zeigen sich unterschiedliche Symptome wie etwa in Gruppen stehende kleine Bläschen bei einer Infektion mit Herpes-Viren. Bestimmte HP-Viren können gutartige, flache Gewebswucherungen, die Feigwarzen, auf der Portiooberfläche verursachen.

Um die Ursache der Zervizitis zu bestimmen, entnimmt der Arzt oder die Ärztin einen Abstrich vom Muttermund. Dieser wird anschließend unter dem Mikroskop oder später im Labor untersucht. Nach Aussehen, Geruch und Farbe wird auch der Ausfluss am Muttermund beurteilt.

Eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide (Vaginalsonographie) kann Veränderungen wie Myome und Polypen im Bereich der Gebärmutter bildlich darstellen. Zusätzlich liefert sie Hinweise auf eine mögliche entzündliche Beteiligung weiterer Organe.

Therapie einer Zervizitis

Die medikamentöse Therapie der Zervizitis richtet sich nach der tatsächlichen Ursache:

  • Antibiotika gegen Bakterien und Trichomonaden
  • Antimykotika gegen Pilzinfektionen

Bei sexuell übertragbaren Infektionen ist es unbedingt empfehlenswert, auch den Partner mitzubehandeln. Geschlechtsverkehr sollte bis zum Ende der Behandlung ausschließlich mit Kondom durchgeführt werden. Herpes-Infektionen können bis heute nicht geheilt werden. Um die Krankheitsdauer zu verkürzen und eventuelle Beschwerden zu lindern, werden jedoch so genannte Virustatika angewendet.

Infektionen mit HP-Viren heilen in den meisten Fällen von allein ab und werden daher zunächst nur beobachtet. Bilden sich die Feigwarzen nicht zurück ,können Substanzen wie Podophyllotoxin oder Trichloressigsäure auf sie getupft werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sie mittels Laser, Messer oder Elektroschlinge zu entfernen.

Ist es aufgrund von Hormonmangel in den Wechseljahren zur Zervizitis gekommen, kann die zusätzliche Gabe von weiblichen Geschlechtshormonen wie Gestagen und Östrogen über 20 Tage sinnvoll sein.

Verlauf einer Zervizitis

Eine Entzündung des Gebärmutterhalses sollte immer therapiert werden. Unbehandelt kann sich die Entzündung auch auf die anderen Bereiche der Gebärmutter ausbreiten. Chlamydien- und Mykoplasmen-Erreger können unbehandelt zu Verklebungen der Eileiter mit der Folge von Eileiterschwangerschaften oder sogar Unfruchtbarkeit führen.

Infektionen mit HP-Viren und Herpes-Viren werden beobachtet. Die Beschwerden können zwar gelindert werden (Feigwarzen entfernen, Entzündung behandeln), die Erreger selbst verbleiben aber im Körper und können erneute Entzündungen auslösen.

Da eine bestimmte Gruppe von HPV (die „high risk“-Typen) Gewebeveränderungen bis hin zu Gebärmutterhalskrebs verursachen kann, ist bei Infektion mit dem Humanen Papilloma-Virus eine regelmäßige Vorsorge wichtig. Während der Geburt stecken sich Babys nur sehr selten mit HPV an.

Infiziert sich eine werdende Mutter kurz vor der Geburt mit dem Herpes-Virus, besteht große Gefahr für das Kind, sich während der Geburt anzustecken. Da der Neugeborenenherpes mit einer hohen Sterblichkeit einhergeht, muss die Infektion durch einen Geburt umgangen werden.

Wie kann man einer Zervizitis vorbeugen?

Vorbeugen kann man einer Infektion mit bestimmten, sexuell übertragbaren Krankheiten, indem man Kondome verwendet. Da Kondome aber nur Teile des Genitals bedecken, ist eine Einschleppung von Erregern in den Intimbereich trotzdem möglich. Ob die HPV-Impfung wirklich vor Gebärmutterhalskrebs schützt, ist noch umstritten.

Autor: Yvonne Leupold
Letzte Aktualisierung: 31. August 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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