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Feigwarzen

Autor: Peter Gelhard
Letzte Aktualisierung: 21. Februar 2017

Feigwarzen (Condylomata acuminata) werden auch spitze Kondylome oder genitale Warzen genannt. Sie sind die häufigste durch Viren ausgelöste Erkrankung des Genitalbereichs. Übertragen werden sie durch ungeschützte sexuelle Kontakte und Schmierinfektionen und treten vor allem an den genitalen Körperöffnungen auf (After, Eichel, Schamlippen).

Feigwarzen
HPV lösen Feigwarzen aus und werden beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen
(c) Getty Images/iStockphoto

Auch Enddarm, Harnröhre oder Scheide können befallen werden. Ein geschwächtes Immunsystem kann eine Infektion begünstigen. Sexuell übertragbare Krankheiten haben insgesamt in den vergangenen Jahren zugenommen. Bei rund 80 Prozent der sexuell aktiven Menschen finden sich Antikörper gegen humane Papilloma-Viren (HPV), die Feigwarzen verursachen können. Rund zehn Prozent aller sexuell Aktiven sind mit den sexuell übertragbaren Papilloma-Viren infiziert.

Wie werden Feigwarzen ausgelöst und übertragen?

Erreger der Feigwarzen sind Viren aus der Gruppe der Papilloma-Viren. Die mehr als 100 verschiedenen HPV-Typen werden in "low risk" (geringes Risiko)- und in "high risk" (hohes Risiko)-Gruppen eingestuft. Feigwarzen werden von "low risk"-Viren verursacht. "High risk"-Viren können besonders für Frauen gefährlich werden, wenn sie den Gebärmutterhals befallen. Dort können sie die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs enorm fördern.

Feuchtigkeit, Ekzeme und Kratzwunden erhöhen das Risiko, sich mit Papilloma-Viren zu infizieren. Die Viren sitzen in winzigen Partikeln, die sich von den Feigwarzen lösen und entweder über eine Schmierinfektion oder durch Scheidensekret oder Sperma übertragen werden. Eine Infektion kann auch durch gemeinsames Baden oder dem Benutzen von keimtragenden Handtüchern erfolgen.

Während der Geburt besteht auch die Gefahr, dass sich Neugeborene bei der Mutter anstecken, was zu Feigwarzen im Genitalbereich und zu Knötchen im Rachen (Larynxpapillome) der Babys führen kann.

Das Aussehen von Feigwarzen

Feigwarzen haben ein sehr variantenreiches Erscheinungsbild. Am häufigsten sind stecknadelkopfgroße Knötchen, die hautfarbig, rötlich oder grau-weiß aussehen. Sie können einzeln oder in Grüppchen stehen und ungehandelt auch blumenkohlartig wuchern. Verbreitet sind zudem flache Kondylome (Condylomata plana), die vor allem auf der Vaginalschleimhaut und am Gebärmutterhals zu finden sind. Selten sind sehr große Feigwarzen (Condylomata acuminata gigantea), auch Buschke-Löwenstein-Tumoren genannt, aus denen sich Krebs entwickeln kann.

Treten Feigwarzen in Körperfalten auf, verursachen sie gelegentlich Juckreiz. Durch mangelnde Hygiene können sie sich außerdem bakteriell entzünden.

Wie Feigwarzen festgestellt werden

Feigwarzen werden in erster Linie durch ihr typisches Erscheinungsbild diagnostiziert. Alle genitalen Körperöffnungen sollten im Fall einer bestehenden Infektion sorgfältig untersucht werden, ebenso der After und Enddarm. Darüber hinaus empfiehlt sich stets die anschließende Untersuchung und Behandlung der Sexualpartnerin oder des Sexualpartners.

Bei Frauen können Infektionen mit Papilloma-Viren auch mithilfe des so genannten Pap-Abstrichs festgestellt werden, der Bestandteil der regelmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchung ab dem 20. Lebensjahr ist.

Die Behandlung von Feigwarzen

Einzelne Feigwarzen lassen sich durch das Auftragen ätzender Tinkturen oder Cremes mit den Wirkstoffen Podophyllin, Podophyllotoxin oder 5-Fluorouracil behandeln. Die Prozedur wird so lange wiederholt, bis die Feigwarzen verschwinden. Das kann mehrere Monate dauern. Bei wiederkehrenden Kondylomen kommt ein Interferon-beta-Gel über vier Wochen infrage. Die Medikamente dürfen während einer Schwangerschaft nicht angewendet werden, da sie keimschädigend wirken können.

Die sicherste Behandlungsmethode ist das chirurgische Entfernen der Feigwarzen per Schlinge oder Stromanwendung (Diathermie). Häufig werden auch Laserstrahlen eingesetzt. Möglich ist zudem die so genannte Kryotherapie, bei der die Warze mittels flüssigen Stickstoffs vereist und abgelöst wird.

In allen Fällen empfiehlt sich drei Monate nach der Behandlung eine Nachuntersuchung, da Feigwarzen dazu neigen, an benachbarter Stelle wieder aufzutreten.

Verlauf

Meist bemerken Betroffene die Infektion mit Papilloma-Viren nicht, da sie innerhalb eines Jahres von selbst wieder verschwinden. In bis zu zehn Prozent aller Fälle entwickeln sich Krankheitssymptome, dies jedoch sehr langsam und lange Zeit ohne sicht- oder spürbare Beschwerden. Im Allgemeinen vergehen ein oder mehrere Monate, bis man Feigwarzen mit dem bloßen Auge erkennen kann.

Wie kann man vorbeugen?

Bei häufig wechselnden Sexualpartnern ist grundsätzlich der Gebrauch von Kondomen angeraten. Auch bei Fellatio und Cunnilingus empfiehlt sich die Verwendung von Kondomen beziehungsweise speziellen Latextüchern.

Bei bestehenden Infektionen ist es wichtig, den direkten Kontakt mit den Warzen im genital-analen Bereich zu vermeiden. Unbedingt ratsam ist dann auch, auf gemeinsames Baden zu verzichten und getrennte Handtücher zu benutzen.

Autor: Peter Gelhard
Letzte Aktualisierung: 21. Februar 2017
Quellen

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