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Damenbart: So werden Sie die Härchen los

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2019

Für Frauen mit Damenbart ist ihre Gesichtsbehaarung oft mehr als ein rein kosmetisches Problem: Die lästigen Haare können einen großen Leidensdruck erzeugen. Jetzt ist Schluss mit dem Schämen, wo es keinen Grund zum Schämen gibt! Welche Möglichkeiten es gibt, um den Damenbart zu entfernen. #GesundOhneTabus

Damenbart: So werden Sie die Härchen los
Ein Damenbart gilt als Tabuthema, dabei können Behandlungen zur Haarentfernung Betroffenen helfen.
© iStock.com/SanneBerg

Artikelinhalte auf einen Blick:

#GesundOhneTabus: Sprechen wir über den Damenbart

Allen voran der berüchtigte Damenbart ist Frauen peinlich und wird deshalb lieber totgeschwiegen, als nach Rat zu fragen. Haare, die über der Oberlippe deutlich sprießen, sind bei Männern ganz normal. Doch wenn sich bei Frauen im Gesicht mehr Haare bemerkbar machen als ein leichter Flaum, wird das meist als unschönes, störendes Problem empfunden: Nicht selten fühlen sich Betroffene unattraktiv, unweiblich und werden von Selbstzweifeln geplagt. Von dem Phänomen sind mehr Frauen betroffen, als man vielleicht vermuten mag: In Deutschland haben Schätzungen zufolge rund vier Millionen Frauen einen Damenbart.

Woran es liegt, dass bei einigen die Haare an der Oberlippe mehr sprießen als bei anderen und welche Hausmittel und Möglichkeiten der dauerhaften Haarentfernung es gibt: Wir klären auf!

Ursachen: Wie entsteht ein Damenbart?

Für das vermehrte Haarwachstum im Gesicht kommen verschiedene Ursachen infrage. Nicht selten sind schlicht und einfach die Gene der Auslöser, in anderen Fällen handelt es sich um eine Laune der Hormone. Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) bestätigen, dass die Hormonvorgänge in unserem Körper Haut und Haar maßgeblich beeinflussen.

Verhütung ohne Hormone: Zwölf alternative Verhütungsmittel
  • Genetik: Insbesondere bei südländischen Frauen ist der Damenbart weit verbreitet. Ein genetisch bedingter starker Haarwuchs zeigt sich schon in jungem Alter. Die Haarfollikel reagieren in solchen Fällen überempfindlich auf Androgene (männliche Sexualhormone), die in geringem Maße auch vom weiblichen Körper produziert werden.
  • Medikamente: Ein Damenbart tritt möglicherweise als unerwünschte Nebenwirkung von bestimmten Medikamenten oder künstlich hergestellten Substanzen auf – so zum Beispiel von Kortison oder Anabolika. Ebenso kann die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln, die nur Gestagene enthalten, eine Ursache für den Damenbart darstellen.
  • Hormonelle Umstellungen: Hormonelle Veränderungen in der Pubertät, der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren können Auslöser für die Entstehung eines Damenbarts sein. In den Wechseljahren gilt der Damenbart zum Beispiel aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels und des darauffolgenden Ungleichgewichts von männlichen und weiblichen Sexualhormonen als unangenehme Folge.
  • Hirsutismus: Als Hirsutismus wird eine ungewöhnlich starke Körperbehaarung der Frau bezeichnet, die dem männlichen Verteilungsmuster ähnlich ist. Das heißt, sie tritt zum Beispiel an Kinn, Oberlippe, Hals, Brust oder Rücken in unterschiedlichen Ausprägungen auf – von mild bis stark. Auch hierbei spielt der Hormonstoffwechsel eine Rolle: Die häufigste, krankhafte Ursache für Hirsutismus ist das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS), bei dem die Eierstöcke aufgrund mehrerer Zysten übermäßig viele männliche Sexualhormone produzieren. Etwa fünf bis zehn Prozent der geschlechtsreifen Frauen sind von PCOS betroffen. In sehr seltenen Fällen besteht die Möglichkeit, dass Tumoren der Nebenniere oder der Eierstöcke vermehrt männliche Hormone produzieren.

Damenbart entfernen mit Hausmitteln – so geht’s

Wie man die auffälligen Härchen im Gesicht am besten los wird? Es gibt eine Reihe von Methoden, die infrage kommen. Ob Zupfen, Rasieren oder Wachsen – alle Hausmittel zur Entfernung des Damenbarts haben eins gemeinsam: Die Haare verschwinden nur kurzfristig, sodass die Behandlung wiederholt werden muss.

Zupfen: Beim Zupfen wird dem Damenbart mit einer Pinzette zu Leibe gerückt. Jedes einzelne Haar muss dafür ausgezupft werden. Es handelt sich also um eine zeitaufwendige und recht schmerzhafte Methode, den Damenbart zu entfernen. Das Auszupfen kann außerdem Verletzungen der Haut hervorrufen.

Rasieren: Eine Rasur schneidet die Haare über der Hautoberfläche ab – man spricht deshalb auch von einer Depilation. Es handelt sich zwar um einen Mythos, dass Rasieren den Haarwuchs anregen würde, dennoch ist der Erfolg einer Rasur nur von kurzer Dauer: Nach etwa fünf Tagen muss sie wiederholt werden. Nachwachsende Stoppeln sind eine unerwünschte Begleiterscheinung des Rasierens.

Wachsen: Durch das Wachsen mit Kalt- oder Warmwachs oder durch die Anwendung einer Zuckerpaste (Sugaring Wax) werden die Haare erst von der Masse umschlossen und dann mit einem Ruck herausgerissen (Epilation). Eine permanente Entfernung ist dadurch zwar auch nicht möglich, aber bis die Haare nachwachsen, hat man meist ein paar Wochen Zeit. Entsprechende Produkte zur Selbstbehandlung gibt es in der Drogerie. Um Risiken wie starken Hautreizungen vorzubeugen, empfiehlt es sich aber, das Waxing in die Hände einer erfahrenden Kosmetikerin zu geben.

Bleichen: Frauen mit einem dunklen Damenbart können durch die Aufhellung der Haare ein weniger auffälliges Aussehen erzielen. Allerdings raten Experten nicht zu dieser Methode: Sie ist geruchsintensiv und kann zu Verätzungen führen. Als natürliche Alternative zur chemischen Aufhellung mit bleichenden Cremes sollen Hausmittel wie Zitronensaft wirken.

Cremen: Seit einigen Jahren hat sich in der Praxis eine Creme mit dem Wirkstoff Eflornithin für alle Hauttypen als wirksam gegen Damenbart erwiesen – zwei Drittel der behandelten Frauen sprachen in Studien gut darauf an. Die Creme wird vom Arzt zum Beispiel bei Hirsutismus verschrieben und hat die Aufgabe, ein Enzym zu blockieren, das für das Haarwachstum benötigt wird. Damit die Behandlung effektiv ist, muss die Creme langfristig zwei Mal am Tag wie eine Tagescreme auf der betroffenen Stelle aufgetragen werden. Feine Haare sollen dadurch schon nach einigen Tagen verschwinden, während es bei borstigen etwas länger dauert. Wird die Creme abgesetzt, beginnen die Haare nach einigen Wochen wieder zu wachsen. Zwei Studien fanden heraus, dass der Einsatz dieser Creme die Effektivität einer Lasertherapie steigert. Ohne Creme erlangten 67,9 Prozent der Studienteilnehmer eine vollständige oder fast vollständige Haarentfernung, mit Creme waren es 96,4 Prozent. Die Verträglichkeit gilt als gut, selten kam es bei den Untersuchungen als Nebenwirkung zu trockener Haut oder Juckreiz. Allerdings eignet sich diese Methode nicht bei Kinderwunsch sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit.

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Laser & Co.: Dauerhafte Haarentfernung des Damenbarts

Methoden zur dauerhaften Haarentfernung packen das Problem Damenbart an der Wurzel. Sie haben zum Ziel, die Haarwurzel zu zerstören und den Haarwuchs auf diese Weise dauerhaft zu verhindern. Wobei sich als "dauerhaft" jede Methode bezeichnen darf, die für einen Zeitraum von drei Monaten eine Verbesserung erzielt. Ihre Anwendung gehört in die Hände von erfahrenen Experten wie Hautärzte oder speziell dafür ausgebildete Kosmetikerinnen. Geräte zur Heimanwendung arbeiten zwar mit geringeren Lichtimpulsen, als es beim Profi-Equipment der Fall ist, dennoch riskiert man bei unsachgemäßer Anwendung Verbrennungen oder Narben.

Lasertherapie: Bei einer Laserbehandlung werden die Haarfollikel mittels Lichtstrahlen geschwächt, damit sie nicht mehr so schnell nachwachsen. Dabei wird die Energie in Hitze umgewandelt, um die Haarwurzel zu veröden. Allerdings funktioniert das nicht bei jedem Haut- und Haartyp: Eine Laserbehandlung erzielt nur dann einen guten Effekt, wenn es sich um dunkelpigmentiertes Haar auf heller Haut handelt. Der Grund: Das Melanin, also der dunkle Farbstoff in den Haaren, dient dem Laserlicht als eine Art Leiter, um überhaupt zur Haarwurzel zu gelangen. Blonden, grauen, weißen oder roten Haaren kann mit dem Laser deshalb nicht der Garaus gemacht werden. Da sich nur Haare entfernen lassen, die sich in der Wachstumsphase befinden, sind mehrere Laserbehandlungen nötig. Pro Sitzung wird ein Teil der erreichten Haare dauerhaft entfernt. Der Erfolg ist auch von der Intensität der Behaarung abhängig. Beginnen die Haare wieder zu wachsen, muss die Behandlung aufgefrischt werden.

Blitzlampenbehandlung: Auch der Einsatz einer Blitzlampe wirkt vor allem bei dunklen Haaren und heller Haut. Bei dieser sogenannten IPL-Methode (Intense Pulsed Light) wird ein Pulslicht erzeugt, das Energie auf das Haar leitet und die Wurzel auf diese Weise zerstört. Im Gegensatz zur Lasertherapie werden hierbei ganze Hautareale und nicht jedes einzelne Haar behandelt. Trotzdem sind mehrere Behandlungen erforderlich.

Kosten: Die Methoden zur dauerhaften Haarentfernung sind effektiv, können je nach Anzahl der benötigten Sitzungen aber teuer werden. Je nach Behandler weichen die Preise erheblich voneinander ab – eine Sitzung kostet etwa zwischen 40 und 80 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten einer dauerhaften Haarentfernung in der Regel nicht – außer es handelt sich um medizinisch begründete Ausnahmefälle. Ob sich die private Krankenversicherung an den Kosten beteiligt, richtet sich nach dem jeweiligen Leistungspaket und sollte vor Beginn der Behandlung erfragt werden. Es empfiehlt sich, ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem behandelnden Dermatologen zu führen und ihn um einen Behandlungsplan zu bitten, der die voraussichtlichen Kosten umfasst. Außerdem gilt: Lieber nicht unüberlegt das günstigste Angebot annehmen. Die eingesetzte Technologie, die fachliche Kompetenz und der Erfahrungsschatz des Behandlers spielen für einen risikoarmen Erfolg eine große Rolle.

Damenbart medizinisch beim Arzt behandeln lassen

Wenn eine Hormonstörung vorliegt, lässt sich diese nicht durch Rasieren, Epilieren oder Lasern in den Griff bekommen. In diesen Fällen gilt es, die Grunderkrankung dahinter zu therapieren. Wer unter einem Damenbart leidet, sollte daher nicht zögern, seinen Frauen- oder Hautarzt um Rat zu fragen. Vor allem, wenn sich der Haarwuchs im Erwachsenenalter plötzlich stark verändert, sollte ein Arzt der Ursache auf den Grund gehen.

Da es sich beim sogenannten Hirsutismus um mehr als ein rein ästhetisches Problem handeln kann, rät auch der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF), übermäßigen Haarwuchs generell ärztlich abklären zu lassen. "Verstärkte Körperbehaarung, auch Hirsutismus genannt, kann als eine Begleiterscheinung von Störungen des Hormonhaushalts auftreten, die Fruchtbarkeitsprobleme und chronische Erkrankungen nach sich ziehen können", heißt es hierzu von Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. Bei PCOS machen sich neben dem Hirsutismus noch andere Anzeichen bemerkbar. Das sind zum Beispiel Akne, Haarausfall auf dem Kopf und Zyklusstörungen. Ob tatsächlich erhöhte Testosteronwerte vorliegen, kann ein einfacher Bluttest beim Frauenarzt ermitteln. Über eine Fehlfunktion der Eierstöcke gibt eine Ultraschalluntersuchung Aufschluss. Es lohnt sich, eine Therapie frühzeitig durchzuführen, damit diese der Erfüllung des Kinderwunsches nicht im Weg steht.

Kinderwunsch-Checkliste: 14 Dinge, die Sie jetzt erledigen sollten
Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2019
ICD-Codes für diese Krankheit: L68.0
Quellen
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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