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Samstag, 18. November 2017
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Stillen als Vorbild fürs Fläschchen geben

Stillen als Vorbild fürs Fläschchen geben
Körper- und Blickkontakt sind auch beim Fläschchen geben wichtig
iStock/rusak

In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch die beste Ernährung für Babys – darüber sind sich Experten weitgehend einig. Wenn – aus welchen Gründen auch immer – statt Muttermilch Flaschenkost auf Babys Speiseplan steht, sollten sich Mama und Papa beim Füttern mit Fläschchen vom Stillen einiges abschauen.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein – und schon für Neugeborene geht es beim Stillen nicht nur um die bloße Nahrungsaufnahme. Zwar ist die Muttermilch von ihrer Zusammensetzung her optimal auf den Bedarf des Säuglings abgestellt. Eine wichtige Komponente beim Stillen ist aber auch die Nähe zur Mutter und das Gefühl der Geborgenheit, dass dadurch vermittelt wird. Außerdem wirkt sich das Stillen offenbar auch positiv auf die Sprachentwicklung aus. Neueren Studien zufolge wird dadurch die Mundmuskulatur trainiert und damit auf das Artikulieren von Lauten vorbereitet.

Es kann aber auch gute Gründe geben, auf das Fläschchen umzusteigen, beispielsweise bei anhaltenden Stillproblemen (z. B. beim Stillen nach Kaiserschnitt). Positiver Nebeneffekt: Auch Papa kann beim Füttern des Nachwuchses seinen Part übernehmen. Wichtig ist, dass richtig gefüttert wird. Die Autoren des Konsens-Ratgebers "Stillen und Schnuller" der Initiative Kiefergesundheit raten, sich bei Fläschchen geben am Stillen zu orientieren, um Nachteile für das Baby zu vermeiden. Der Konsens-Ratgeber greift hier verschiedene Aspekte auf.

Körper- und Blickkontakt: Beim Stillen ist das Baby in engem Körperkontakt mit der Mutter und kann ihr während des Saugens in die Augen sehen. Das sollten Sie beim Fläschchen geben genauso halten. Nehmen Sie also beim Füttern Ihres Säuglings Stillposition ein – das gilt auch für Väter!

Seite wechseln: Halten Sie das Kind beim Füttern analog zum Stillen abwechselnd im linken und im rechten Arm. Denn der Seitenwechsel beim Stillen dient nicht nur dem Ausschöpfen beider mütterlichen Quellen, sondern stellt auch eine beidseitige Stimulation für den Säugling dar, die wichtig für die Reifung der Gehirnfunktionen ist.

Auswahl des Saugers: Achten Sie darauf, dass der Sauger für das Fläschchen möglichst nahe an das Vorbild der weiblichen Brust herankommt. Das fängt beim Material an: Der Sauger sollte frei von schädlichen Stoffen wie Weichmachern und Bisphenol A sein und eine samtige oder seidige, an Haut erinnernde Oberfläche aufweisen. Wählen Sie einen Sauger mit breiter Auflagefläche für die Lippen und zu Anfang mit möglichst kleinem Saugloch. Mit steigendem Nahrungsbedarf kann auf einen Sauger mit etwas größerem Saugloch oder mehreren Sauglöchern umgestiegen werden. Wichtig ist, dass das Kind kräftig saugen muss, damit das Training der Mundmuskulatur, das beim Stillen gegeben ist, auch beim "Flaschenkind" nicht zu kurz kommt.

Signale des Babys beachten: Beim Stillen legt der Säugling immer wieder Pausen ein und bestimmt selbst, wann es satt ist. Diesen Freiraum sollten Sie dem Kind auch bei der Flaschenkost einräumen. Achten Sie deshalb auf die Signale, die Ihr Kind Ihnen gibt: Lassen Sie Raum für Trinkpausen, und nötigen Sie das Kind nicht zum Trinken, wenn es eigentlich satt ist. Wenn Ihr Kind allerdings mit seinem Bedarf dauerhaft oder zu stark von den vorgegebenen Tagesrationen abweicht oder Sie bezüglich des Bedarfs unsicher sind, sollten Sie dies mit Ihrem Kinderarzt besprechen.

Zeit nehmen: Gerade weil die Nahrungsaufnahme im Säuglingsalter auch eine hohe soziale und emotionale Bedeutung hat, sollten Sie sich dafür Zeit nehmen – beim Stillen genauso wie beim Fläschchen geben.

Ganz gleich, ob Sie sich fürs Stillen oder Fläschchen geben entscheiden: Bleiben Sie möglichst bei einer Fütterungsmethode. Von einem Zufüttern zum Stillen mit dem Fläschchenraten die Experten des Konsens-Ratgebers "Stillen und Schnuller" ab. Dies könne zu einer sogenannten Saugverwirrung führen. Generell sei das Hin-und her-wechseln zwischen Muttermilch und Flaschenkost nicht sinnvoll.

Am Konsens-Ratgeber "Stillen und Gesundheit" der Initiative Kiefergesundheit haben Kinderzahnärzte, Kieferorthopäden, Kinderärzte und Hebammen mitgewirkt. Er enthält viele wertvolle Tipps und Hintergrund-Informationen. Das 63-Seiten-Heft im Din-A-5-Format kann telefonisch unter: 030 - 24 63 21 33 oder per E-Mail unter info@ikg-online.de bestellt werden und kostet 8,50 Euro zuzüglich Porto und Verpackung.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. April 2017
Quellen: Konsens-Ratgeber "Stillen und Gesundheit" der Initiative Kiefergesundheit

Beiträge im Forum "Geburtstermin März/April 2017"
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