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Donnerstag, 23. Februar 2017
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Spermienprobleme

Spermienprobleme
Auch Männern mit Spermienproblemen kann die moderne Medizin meist zum eigenen Kind verhelfen
iStock/pixdeluxe

Spermienprobleme, wie das OAT-Syndrom, sind häufig Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit. Spätestens, wenn bei der Frau keine Ursache für eine Unfruchtbarkeit gefunden wurde, sollte sich der Mann untersuchen lassen. Fruchtbarkeitsuntersuchungen beim Mann sind vergleichsweise einfach.

Normwerte

Die häufigste Störung der männlichen Fruchtbarkeit ist eine unzureichende Produktion normaler, gut beweglicher Spermien. Die normale Qualität männlichen Samens enthält über 20 Millionen Spermien pro Milliliter Sperma. Davon sollten 35 Prozent normal geformt sein und 50 Prozent gut beweglich sein. Werden diese Werte nicht erreicht, ist die Zeugungsfähigkeit des Mannes eingeschränkt.

Jahrelange Nachwirkungen

Eine andrologische Untersuchung des Mannes beginnt mit einer ausführlichen Anamnese. Für den Urologen/Andrologen ist es wichtig zu wissen, ob bei dem Mann jemals eine Geschlechtskrankheit oder ein Harnwegsinfekt, Mumps und andere Kinderkrankheiten vorgelegen haben, da diese Erkrankungen auch Jahre später noch die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen können. Einwirkungen von Umweltgiften, Chemotherapien, Unfällen und frühere Operationen können ebenso Einfluss auf die Spermienqualität haben wie häufige Saunabesuche und regelmäßiger Alkohol- und Zigarettenkonsum.

Langer Reifeprozess

Der Reifeprozess der Samenzellen dauert mehrere Wochen. Da der Prozess hochempfindlich ist und von vielen Faktoren abhängt, kann es durchaus sein, dass die Spermienuntersuchungen zu verschiedenen Zeitpunkten sowohl qualitativ als auch quantitativ erheblich voneinander abweichen. Die wichtigste Untersuchung, um die Zeugungsfähigkeit des Mannes einzuschätzen, ist die Spermiogramm des Ejakulats.

Nach Unfällen oder aufgrund organischer Defekte kann es sein, dass zwar Spermien gebildet werden, dass aber der Transport derselben nicht optimal gewährleistet ist. Bei Sonderformen männlicher Sterilität, der Azoospermie (Fehlen von lebenden Samenfäden im Ejakulat) können Samen unmittelbar aus dem Nebenhoden (MESA) oder direkt durch Biopsie aus dem Hodengewebe (TESE) gewonnen werden.

OAT-Syndrom

Als OAT-Syndrom bezeichnet man eine Störung der Fruchtbarkeit, die die häufigste Ursache für verminderte Fertilität (also Unfruchtbarkeit ) beim Mann ist.

Welche Ursachen kann das OAT-Syndrom haben?
Es gibt beim Mann viele mögliche Ursachen, die zu einer Störung der Fertilität führen können:

  • gestörte Bildung der Spermien, weil die Hoden statt im Hodensack im Körper liegen
  • die Hoden haben sich zu wenig entwickelt (Hodenhypoplasie)
  • Krampfaderbruch (Varikozele)
  • nach einer Hodenverletzung oder Hodeninfektion
  • hormonelle Störungen (Schilddrüsenunterfunktion, hormonaktive Tumoren der Nebennierenrinde)
  • Verlegung der Samenwege (zum Beispiel durch eine Entzündung der Nebenhoden, Prostata oder Harnröhre hervorgerufen)

Wodurch zeichnet sich das OAT-Syndrom aus?

Das OAT-Syndrom ist dadurch gekennzeichnet, dass die Spermien eine geringere Anzahl (= oligo), geringere Beweglichkeit (= astheno) und eine erhöhte Rate an Fehlformen (= terato) haben.

Störungen des Spermientransportes

Störungen beim Spermientransport können der Grund für ungewollte Kinderlosigkeit sein. Ein Mann produziert dann zwar ausreichend viele Samen, diese gelangen aber nicht in den Körper der Frau, weil die Samenleiter blockiert sind.

Mögliche Ursachen

Infektionen der Harnwege oder des Beckens können auf die Nebenhoden oder die Samenleiter übergreifen und diese so stark verkleben, dass die Samenzellen nicht mehr weitergeleitet werden. Es können sich dadurch Zysten bilden (Funikulozele, Spermatozele). Seltener führen Verletzungen, zum Beispiel durch Leistenbruchoperationen oder angeborene Fehlbildungen, zu einem Verschluss der Samenleiter und somit zu einer Azoospermie (Fehlen von Samenzellen im Ejakulat).

Entzündungen der Samenwege verlaufen für die meisten Männer unbemerkt und werden häufig durch Chlamydien bedingt. Die klassischen Erreger von Tripper und Syphilis treten immer seltener auf.

Immunologische Probleme (Samenzelle)

Eine Ursache für Unfruchtbarkeit beim Mann können immunologische Probleme sein. In manchen Fällen bildet ein Mann Antikörper, die seine eigenen Spermien angreifen. Antikörper sind Stoffe, mit denen sich der Körper gegen körperfremde Substanzen wie Bakterien oder Viren wehrt (Immunsystem). Diese an sich sinnvolle Reaktion führt, wenn Sie entgleist, zur Unfruchtbarkeit.

Ein solches Problem kann infolge einer Verletzung oder Infektionskrankheit auftreten und lässt sich durch das Vorhandensein weißer Blutkörperchen im Samen nachweisen. Entzündungen der Samenwege werden häufig durch Chlamydien bedingt. Der Urologe wird bei einer immunologischen Sterilität versuchen, die Antikörperbildung durch Kortisongabe zu verringern.

Spermiogramm - Abweichungen von der WHO-Norm

Die Abweichungen vom normalen Spermiogramm, so wie die WHO (Weltgesundheitsorganisation) es definiert hat, können sehr unterschiedliche Formen haben.

 

Normozoospermie

normales Spermiogramm

Menge

2-5ml Ejakulat (etwa ein halber bis ein ganzer Teelöffel)

Säuregehalt

ph 7.2 - 8,0

Verflüssigung

in 10-30 min

Anzahl der Samenzellen/ml

20 - 150 Mill. Samenzellen/ml

Beweglichkeit

50 % oder mehr

Formen

30 % normale Formen oder mehr

Entzündungen

nur vereinzelt Entzündungszellen

Verkleben

kein krankhaftes Verkleben der Samenzellen untereinander.

Aspermie

kein Samenerguss

Multisemie (Polysemie)

> 6 ml Ejakulatvolumen

Parvisemie (Hypospermie)

 

Kryptozoospermie

 

Hyperzoospermie

> 150 Millionen Spermien pro Milliliter

Oligozoospermie

 

Polyzoospermie

> 200 Millionen Spermien pro Milliliter (als relative Polyzoospermie bei Parvisemie)

Asthenozoospermie

 

Teratozoospermie

 

Nekrozoospermie

keine Beweglichkeit der Spermien, im EOSIN-Test alle tot

Leukospermie

Entzündung, meist Prostata

Oligo-Astheno-Terato-Zoospermie

(OAT-Syndrom) - Kombination von geringer Zahl, schlechter Beweglichkeit und zu vielen Fehlformen der Spermien.

Spermatozoenzahl

Azoospermie

keine Spermien im Samenerguss

 

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Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2017

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