Mittwoch, 16. April 2014

Wechseljahre (Klimakterium)

Wechseljahre: Frau mit Ärztin
Bei starken Beschwerden in den Wechseljahren sollte der Frauenarzt konsultiert werden
Getty Images/iStockphoto

Als Wechseljahre (Klimakterium) wird die Phase beschrieben, in der bei Frauen die Hormonbildung nachlässt. Sie ist keine Erkrankung, sondern ein natürlicher Vorgang, der im Leben jeder Frau vorkommt. Etwa zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr treten die Wechseljahre ein. Während dieser Übergangszeit tritt jede Frau von der Geschlechtsreife in die Altersphase ein.

Häufig werden die Wechseljahre auch als Menopause bezeichnet. Diese Beschreibung ist nicht ganz korrekt. Zwar gehört die Menopause auch zu den Wechseljahren, sie beschreibt aber genau genommen die letzte Regelblutung. Das Auftreten der Menopause wird deshalb erst im Nachhinein festgestellt, wenn ein Jahr lang keine weitere Regelblutung eingesetzt hat. Wenn keine Regelblutung mehr auftritt, handelt es sich um eine ganz natürliche Amenorrhö (Ausbleiben der Menstruation). Das durchschnittliche Aufkommen der Menopause liegt zwischen dem 51. und dem 52. Lebensjahr.

Zwei Stadien der Wechseljahre

Die Wechseljahre werden in zwei Phasen eingeteilt. Zwischen diesen Phasen liegt die Menopause. Die Zeit vor der Menopause wird als Prämenopause bezeichnet, der Zeitraum danach als Postmenopause.

In den Eierstöcken jeder Frau befindet sich ab der Geburt eine festgelegte Zahl von Eibläschen (Follikel). Diese Anzahl nimmt im Laufe des Lebens ab. Die Follikel sind jedoch für die Produktion von weiblichen Geschlechtshormonen verantwortlich. Je weniger Follikel während der Prämenopause vorhanden sind, desto weniger Hormone werden produziert. Es kommt zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus und schließlich zur Menopause.

Woran erkennt man die Wechseljahre?

Eine allmählich schwächer werdende und unregelmäßige Regelblutung zeigt sich bei allen Frauen während der Wechseljahre. Sind keine Follikel (Eibläschen) mehr in den Eierstöcken vorhanden, endet die Zeit der Regelblutung mit der letzten Menstruation, der Menopause.

Da die Geschlechtshormone im gesamten Körper wirken und diese während der Wechseljahre abnehmen, können Nebenwirkungen auftreten. Jede Frau erlebt die Wechseljahre jedoch anders. Es gibt zwar eine Reihe von Beschwerden, die häufig auftreten. Welche das genau sind, variiert jedoch. Auch die Stärke ist sehr unterschiedlich. Während einige Frauen zumindest körperlich fast keine Beschwerden verspüren, leiden andere sehr unter der abnehmenden Hormonproduktion. Einige typische Wechseljahrsbeschwerden sind:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche, häufig zusammen mit Herzrhythmusstörungen
  • Vermehrte Reizbarkeit
  • Nervosität
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Gewichtsschwankungen
  • Hautalterung
  • Hautveränderungen der Vulva (Vulvaathropie)
  • Scheidentrockenheit
  • Haarausfall
  • Osteoporose

Im Zweifelsfall: Diagnose der Wechseljahre

Normalerweise lassen sich die Wechseljahre anhand ihrer typischen Symptome feststellen. Da sie bei jeder Frau in einer bestimmten Altersspanne vorkommen, ist die Diagnose relativ einfach. Zur Bestimmung des Hormonspiegels kann zusätzlich eine Blutuntersuchung oder ein Vaginalabstrich (Vaginalzytologie) durchgeführt werden.

Wie lassen sich die Nebenwirkungen der Wechseljahre lindern?

Grundsätzlich besteht keine Notwendigkeit, die Wechseljahre zu behandeln. Dies geschieht nur in sehr seltenen Ausnahmefällen, etwa, wenn sie bei sehr jungen Frauen auftreten. Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben jeder Frau. Kommt es zu Nebenwirkungen und Beschwerden, lassen sich diese aber mindern.

Eine häufige Form zur Linderung der Wechseljahrsbeschwerden ist die Hormonersatz-Therapie (HAT). Sie wird in einer höheren Dosis auch angewendet, wenn die Wechseljahre zu früh auftreten. Dabei handelt es sich um die Einnahme von synthetisch erzeugten weiblichen Geschlechtshormonen, deren natürliche Bildung in den Wechseljahren zurückgeht. Vor allem auf Hitzewallungen und Schweißausbrüche wirkt die Einnahme künstlicher Hormone. Auch der abnehmenden Knochendichte (Osteoporose) kann die Hormonersatz-Therapie entgegenwirken.

Obwohl sie die Beschwerden der Wechseljahre lindern soll, hat die HAT selbst eine Reihe von Nebenwirkungen. Deshalb wird sie nur nach eingehender Kosten-Nutzen-Abwägung eingesetzt. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Wassereinlagerungen im Bindegewebe, Übelkeit und Kopfschmerzen. Thrombosen, Erkrankungen der Gallenwege sowie Brustkrebs und Gebärmutterkrebs sind Krankheiten, die zwar viel seltener sind, aber dennoch auftreten können.

Naturheilkunde bei Wechseljahrsbeschwerden

Naturheilkundliche Mittel finden deshalb zunehmend Einzug in die Behandlung der Wechseljahrsbeschwerden. Es gibt verschiedene Methoden, die empfohlen werden. Die Anwendung von Naturheilkunde dient der Linderung der typischen Beschwerden in den Wechseljahren. Häufig empfohlen werden:

  • Schüssler-Salze
  • Bachblüten-Therapie
  • Homöopathie
  • Ayurveda
  • Akupunktur
  • Akupressur
  • Kneipp-Anwendungen
  • Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)

Wie verlaufen die Wechseljahre?

Die Wechseljahre sind nach etwa zehn Jahren abgeschlossen. Nach der Umstellungsphase treten normalerweise keine Wechseljahrsbeschwerden mehr auf.

Kann man den Wechseljahren vorbeugen?

Den Wechseljahren lässt sich nicht vorbeugen. Lediglich die Wechseljahrsbeschwerden können gemindert werden. Vor allem eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, viel Bewegung und ausreichend Schlaf hat Einfluss auf den Verlauf der Wechseljahre. Vorbeugend gegen Knochenschwund (Osteoporose) wirken zusätzlich Kalzium-Präparate.

Alle Informationen zum Thema Wechseljahre finden Sie unter lifeline.de.

Autor: Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 18. März 2014
Quellen: Diedrich K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007; Krogmann, Dr. med. Angela: Wechseljahre - ja natürlich! Mankau, Murnau a. Staffelsee 2012 Leitlinien der Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Konsens mit dem Berufsverband der Frauenärzte: Konsensusempfehlungen zur Hormontherapie (HT) im Klimakterium und in der Postmenopause. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/038 (Stand: Mai 2004); Schnaps, K.-P., Kessler, O., Fetzner, U. (Hrsg.): Gynäkologie, Pädiatrie. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007

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