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Montag, 23. Januar 2017
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Amenorrhoe - wenn die Periode ausbleibt

Amenorrhoe
Für Frauen mit Kinderwunsch ist die Amenorrhoe (ausbleibende Periode) besonders belastend
(c) iStockphoto

Eine ausbleibende Regelblutung bei der geschlechtsreifen Frau wird medizinisch als Amenorrhoe bezeichnet. Doch nicht immer, wenn die Periode ausbleibt, ist dies auch besorgniserregend. So ist beispielsweise der schönste nicht krankhafte Grund für eine Amenorrhoe der Eintritt einer Schwangerschaft. Auch eine Amenorrhoe mit dem Eintritt der Wechseljahre ist nicht krankhaft.

Primäre und sekundäre Amenorrhoe

Das krankhafte Ausbleiben der Periode wird unterteilt in primäre und sekundäre Amenorrhoe.

Eine primäre Amenorrhoe liegt bei jungen Frauen vor, wenn bis zum 16. Geburtstag noch keine erste Regelblutung (Menarche) eingetreten ist.

Eine sekundäre Amenorrhoe liegt vor, wenn eine Regelblutung bereits vorlag, aber die Periode mindestens drei Monate ausbleibt, obwohl eine Schwangerschaft definitv nicht vorliegt.

Wann zum Arzt bei Amenorrhoe?

Die Periode bleibt aus - und nun? In folgenden Situationen sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen:

  • Sie sind mind. 16 Jahre alt und hatten noch nie eine Periodenblutung
  • Ihre Periode bleibt seit mindestens drei Monaten aus, obwohl Sie eine Schwangerschaft ausschließen können
  • Sie haben Ihre hormonelle Verhütung vor mindestens drei Monaten abgesetzt und haben seitdem keine Regelblutung (insbesondere bei Kinderwunsch, "Post-Pill-Amenorrhoe")
  • Die Amenorrhoe geht mit weiteren Beschwerden, wie Schmerzen beim Sex, vermehrter Körperbehaarungoder Unterleibsschmerzen, einher

Ursachen für die Amenorrhoe

Nur ein Prozent der Amenorrhoen entstehen durch anatomische Fehlentwicklungen wie beispielsweise das Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom (Fehlbildung des weiblichen Genitals). In 99 Prozent der Fälle kommt es durch funktionelle Störungen oder Erkrankungen, die mit Hormonstörungen einhergehen, zum Ausbleiben der Periode. Ursachen für die sekundäre Amenorrhoe können sein:

  • Funktionsstörungen der Eierstöcke (Ovarien): 10 Prozent der Amenorrhoen haben ihre Ursache in den Eierstöcken. Dabei können viele verschiedenen Faktoren Ursache für die mangelnde Ovarialfunktion sein. Beispiele sind Autoimmunerkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis oder schwere Infektionen.
  • Störungen in der Hypophyse oder im Hypothalamus im Gehirn: Hier werden wichtige Hormone gebildet, die auf die Eierstöcke wirken, sodass Störungen Einfluss auf den Hormonhaushalt der Frau haben.
  • Hormonstörungen
  • Stoffwechselerkrankungen: Schilddrüsenerkrankungen oder das PCO-Syndrom
  • andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Bulimie oder Diabetes

Stress, Leistungssport und viele andere Faktoren können zudem negative Auswirkungen auf das Hormongleichgewicht und den Zyklus der Frau haben und ebenfalls zu einer Amenorrhoe führen. Die genauen Wirkmechanismen hier sind nicht abschließend geklärt. Auch verschiedene Medikamente, wie Mittel bei der Krebsbehandlung oder Psychopharmaka, können Einfluss auf die Hormone nehmen und zu einem Ausbleiben der Periode führen. Möglich ist auch das Auftreten von vorzeitigen Wechseljahren (vor dem 40. Geburtstag).

Oft ist die Amenorrhoe auch nur ein Hinweis auf eine andere mögliche Erkrankung, die dazu führt, dass die Periode ausbleibt.

Diagnostik bei Amenorrhoe

Der Frauenarzt wird bei einer ausbleibenden Periode die Krankheitsgeschichte (Anamnese) erfragen. Dabei wird er bei einer Amenorrhoe besonderen Augenmerk auf folgende Punkte legen:

  • 1. Periode, Zykluslänge und -dauer
  • Krankheiten, auch psychische Erkrankungen und Erbkrankheiten
  • eingenommene Medikamente
  • vergangene Operationen, besonders im Bauchbereich

Der Arzt führt verschiedene Untersuchungen durch, wozu auch die Untersuchung der Blutwerte gehört. Manchmal gibt ein Hormonstatus schon Auskunft über die Ursache der Amenorrhoe, wenn die Ursache eine Hormonstörung oder eine verwandte Erkrankung ist. Danach schließt sich normalerweise eine Sicht- und Tastuntersuchung an sowie ein vaginaler Ultraschall. Gegebenenfalls wird er an eine andere fachdisziplin, wie beispielsweise Genetik oder Endokrinologie, weiterüberweisen.

Zum Ausschluss einer Schwangerschaft kann auch ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Wenn der Verdacht besteht, dass die Amenorrhoe durch Störungen im Gehirn (in Hypophyse oder Hypothalamus) ausgelöst wird, kann eine MRT des Kopfs veranlasst werden.

Therapie der Amenorrhoe

Die Behandlung der Amenorrhoe erfolgt nach der Ursache. Liegt PCO vor, so kann der Zyklus und die Eizellreifung durch Gewichtsabnahme (falls Übergewicht da ist) und Medikamente, wie Metformin, angeregt und normalisiert werden. Tumoren im Gehirn können operiert werden. Manche Hormonstörungen werden durch Gabe bestimmter, fehlender Hormone behandelt. Grundsätzlich sollte bei einer Amenorrhoe wenn möglich immer auf die zugrunde liegende Erkrankung eingegangen und diese behandelt werden.

Therapie bei Amenorrhoe und Kinderwunsch

Für Frauen mit Kinderwunsch stellt die Amenorrhoe, also auch ein Zyklus ohne Eisprung (Anovulation) ein großes Problem dar. Bei übergewichtigen Frauen führt manchmal bereits eine Gewichtsabnahme dazu, dass sie einen Eisprung und eine Periodenblutung bekommen.

Bei Kinderwunsch und vorliegender Amenorrhoe ohne bestehende Schwangerschaft kann versuchsweise Clomifen gegeben werden, um zu testen, ob der Zyklus darauf anspricht.

Stressfaktoren sollten ausgeschaltet werden und eine gesunde Ernährungsweise sowie eine Gewichtsnormalisierung angestrebt werden.

Amenorrhoe vorbeugen

Direkt kann einer Amenorrhoe nicht vorgebeugt werden. Aber da der weibliche Zyklus und der Hormonhaushalt sehr anfällig für Störungen sind, ist ein gesunder Lebenstil mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung und Entspannungsphasen zu empfehlen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2017
Quellen: Metabolische und reproduktionsmedizinische Aspekte des Polyzystischen Ovarsyndroms (PCOS). In "Wiedner medizinische Wochenschrift": http://www.springermedizin.de/metabolische-und-reproduktionsmedizinische-aspekte-des-polyzystischen-ovarsyndroms-pcos/6161412.html?cm_mmc=suche-_-Amenorrhoe-_-freshness_MetabolischeundreproduktionsmedizinischeAspektedesPolyzystischenOvarsyndromsPCOS-6161412-false-_-4 (Stand: 22. März 2016); Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfeiderer A: Gynäkologie und Geburtshilfe. 5. Auflage, Stuttgart Georg Thieme Verlag 2008

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