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Motorikspielzeug Kaufberatung

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2019

Gutes Motorikspielzeug finden – ein Ratgeber

In den ersten Monaten beginnt dein Kind, seine Motorikfähigkeiten zu entwickeln. Nachdem es nach der Geburt gerade einmal über den Greifreflex verfügt, kann es schon bald kontrolliert Dinge in die Hand nehmen, betasten, sie richtig zu- und anordnen, später natürlich auch laufen, hüpfen und rennen. Gutes Motorikspielzeug hilft deinem Kind dabei, sich gesund weiterzuentwickeln und ist daher ein wichtiger Begleiter über viele Jahre hinweg. Worauf du beim Kauf von Motorikspielzeug achten solltest, erklärt dieser kleine Ratgeber.

Warum lohnt sich Motorikspielzeug?

Von Geburt an spielt jeder Mensch sehr gerne. Bei Motorikspielzeug wird der Spaß am Spiel mit dem Erlernen von motorischen Fähigkeiten verbunden – da werden also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Gefördert werden durch Motorikspielzeug vor allem die Feinmotorik, also zum Beispiel die Koordination der beiden Hände oder das Aufnehmen von Dingen mit der Hand, aber auch die Geduld des Kindes sowie seine Konzentration.

Wie kann Motorikspielzeug aussehen?

Motorikspielzeug zielt meistens darauf ab, die Feinmotorik des Kindes zu trainieren. Je nach Alter gibt es daher unterschiedliche Spielzeug-Arten, die die verschiedenen Aspekte der Feinmotorik fördern sollen.

Ab etwa 18 Monaten ist ein Kind beispielsweise dazu in der Lage, Formklötze in einen Formenkasten zuzuordnen. Dafür muss es lernen, die Formen so lange zu wenden, bis sie in den richtigen Schlitz passen – klingt einfach, aber diese Art der Bewegung muss es sich erst einmal aneignen!

Mit steigendem Alter können Motorikspielzeuge dann noch viel komplexer werden. Schwierigere Steckspiele sind äußerst beliebt, aber auch das Zusammenbauen von Figuren oder das Hin- und Herführen von Perlen auf Motorikschleifen ist ein echter Klassiker. Ältere Kinder können Puzzlematten zusammenfügen und dabei spielerisch das ABC lernen. Ein echter Renner ab ca. 3 Jahren: Knete und Modelliersand! Das macht nicht nur riesig Spaß, sondern trainiert auch die Fingerfertigkeit und die Kraft der Hände.

Ein weiteres tolles Produkt ist ein Motorikwürfel, den es in vielen verschiedenen Ausführungen gibt. Er vereint viele verschiedene Motorikspiele in einem und verfügt dann zum Beispiel über ein Steckspiel, ein Fädelspiel, ein Xylophon und vieles mehr.

Ab welchem Alter lohnt sich Motorikspielzeug?

Letztendlich ist auch ein Kuscheltier schon ein Motorikspielzeug – schließlich greift das Baby danach, schmust mit ihm und ertastet es. Kuscheltiere mit oder ohne Spieluhr sind ein beliebtes Babyspielzeug ab der Geburt und sollten in keiner Erstausstattung fehlen. “Echtes” Motorikspielzeug, also zum Beispiel Loch- oder Stoffbälle, die man knautschen und werfen kann, werden ab einem Alter von ca. 6 Monaten empfohlen. Trainiert werden kann dadurch vor allem die Hand-Auge-Koordination. Man sollte bei Motorikspielzeug immer die Herstellerhinweise beachten – hier gibt es sehr oft eine Altersangabe, nach der man sich beim Kauf richten kann.

Dieses beliebte Motorikspielzeug kennen viele bestimmt noch aus ihrer eigenen Kindheit: Die Kugelbahn. Sie trainiert den Hör- und Tastsinn, die Hand-Auge-Koordination und die Reaktionsschnelligkeit auf einzigartige Art und Weise. Modelle aus Holz mit großen Kugeln eignen sich schon für Kinder ab 1 Jahr. Achtung: Unbedingt darauf achten, dass die Kugeln nicht klein sind – ansonsten besteht Verschluckungsgefahr.

 

Worauf sollte ich beim Kauf von Motorikspielzeug unbedingt achten?

Wie immer bei Babyspielzeug gibt es einige Details, auf die unbedingt geachtet werden sollte:

 

  • Das Spielzeug sollte farbecht und schadstofffrei sein.

  • Es darf keine verschluckbaren Kleinteile beinhalten; bei Kugelbahnen unbedingt auf eine angemessene Kugelgröße achten!

  • Scharfe Kanten sind tabu.

  • Es sollte über ein Qualitäts-Prüfsiegel verfügen, zum Beispiel über das “Spiel-Gut”-Siegel, mindestens aber über das CE-Zeichen.

Halte beim Kauf von Motorikspielzeug nach “EN 71” Ausschau. Die EN 71 informiert darüber, ob das Spielzeug schadstoffunbelastet ist. EN 71 steht für "Europäische Norm für Spielzeugsicherheit" und ist nach europäischem Recht eine DIN-Regelung, an die sich Spielzeuge halten müssen, die auf dem europäischen Markt verkauft werden.

 

Wie reinige ich Motorikspielzeug am besten?

Das Material bestimmt die Art der Pflege. Oft geben die Hersteller schon gute Tipps zur Pflege des Spielzeugs, hier aber trotzdem die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

 

  • Kuscheltiere und Schnuffeltücher einfach in die Waschmaschine stecken, wobei du immer die Herstellerhinweise bezüglich der Wassertemperatur beachten solltest. 30-40 Grad sind optimal.

  • Lackiertes Spielzeug aus Holz lässt sich mit einem feuchten Tuch abwischen oder alternativ in der Waschmaschine reinigen. Am besten in einem Wäschesack und ein paar Handtüchern, damit das es nicht zu wild durch die Trommel geschleudert wird.

  • Unlackiertes Holzspielzeug kurz in warmes Wasser tunken und anschließend trocken wischen.

  • Motorikspielzeug aus Kunststoff einfach abwischen. Es darf aber bei niedrigen Temperaturen auch in die Spülmaschine.

Aufgepasst: Motorikspielzeug niemals desinfizieren! Es kann Desinfektionsmittel auf dem Spielzeug zurückbleiben und so seinen Weg in den Magen des Kindes finden. Das ist hochgefährlich.

Gibt es auch DIY Motorikspielzeug?

Selbstverständlich spricht nichts dagegen, dass du deiner Kreativität freien Lauf lässt und selbst Motorikspielzeug herstellst. Solange du gewisse Sicherheitsvorkehrungen einhältst – Stichwort lose, verschluckbare Kleinteile und scharfe Kanten –, ist es den meisten Babys ziemlich egal, ob sie ein teures Markenspielzeug oder ein DIY-Projekt zum Spielen vor sich haben.

Ideen für DIY Motorikspielzeuge findest du zu Dutzenden im Internet. Eine schöne Idee ist beispielsweise eine selbstgemachte Lernwand, auch Activity Board oder Busy Board genannt, an der du viele verschiedene Lernspiele anbringen kannst. Nimm dafür ein großes Stück dicker Pappe, worauf du jetzt – am besten mit Heißkleber oder doppelseitigem Klebeband – einige Haushaltsgegenstände befestigst:

 

  • Reißverschlüsse. Die gibt es schon für wenige Euro im Multipack; dein kleiner Sonnenschein wird riesigen Spaß daran haben, sie immer wieder zu öffnen und zu schließen und ganz nebenbei seine Feinmotorik zu trainieren.

  • Zwei kurze, dicke Kordeln. Die lassen sich zusammenbinden, verbessern so das Fingerspitzengefühl und bereiten ältere Kinder aufs Schuhebinden vor.

  • Verschiedene Oberflächen zum Fühlen. Zum Beispiel: Feines Sandpapier, Klebeband, Flauschstoff, Klettband, Metall…

  • Eine kleine Haarbürste. Dein Kind wird immer wieder fasziniert über die Borsten streichen.

Du siehst: Ein DIY Motorikspielzeug ist schnell gemacht und zum Beispiel auch ein ideales Projekt während der Schwangerschaft. Dein Kind wird es lieben, mit den verschiedenen Elementen zu spielen und so auch noch seine Fertigkeiten optimal weiterentwickeln.