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Dienstag, 11. Dezember 2018
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Osteopathie bei Baby und Kind

Autor: Christian Fiala, Medizinautor / Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 11. September 2018

Osteopathie bei Babys und Kindern wird als Therapie bei verschiedenen Problemen immer beliebter. Bei der Osteopathie werden Dysfunktionen mit den Händen ertastet und behandelt.

Osteopathie bei Baby und Kind
Mit Osteopathie bei Baby und Kind können Dysfunktionen sanft erkannt und behandelt werden
Getty Images/iStockphoto

Um Osteopathie bei Babys und Kindern professionell durchführen zu können, bedarf es einer Zusatzqualifikation, die bereits ausgebildete Osteopathen noch zusätzlich erwerben sollten.

Bei Babys gibt es mehrere Indikationen, bei denen eine osteopathische Behandlung in Frage kommt.

Osteopathisch können oftmals effektiv behandelt werden:

Osteopathie bei Baby und Kind – was ist das?

Der Begriff Osteopathie hat in der Medizin zweierlei Bedeutung. Neben der Osteopathie als Krankheitsbild, die allgemein eine Reihe von nichtentzündlichen Knochenerkrankungen beschreibt, gibt es auch eine Diagnose- und Therapieform, die von sogenannten Osteopathen durchgeführt wird.

Mittels osteopathischer Diagnostik und Behandlung werden Störmuster und Blockierungen der Organe oder des Bewegungsapparates mit den Händen ertastet und behandelt. Osteopathen sprechen hier von sogenannten Dysfunktionen.

Osteopathie bei Baby und Kind – Besonderheiten gegenüber Erwachsenenbehandlung

Der Unterschied zu einer osteopathischen Behandlung von Erwachsenen besteht darin, dass Babys und Kinder noch in der körperlichen Entwicklung sind, während bei Erwachsenen alle Körperstrukturen (beispielsweise Knochen, Muskeln, Nerven und Organe) schon den Abschluss der körperlichen Entwicklung erlebt haben. Dadurch kann bei manchen Beschwerden noch leichter und schneller eine Besserung erzielt werden.

Osteopathie bei Baby und Kind – Welche Indikationen eignen sich?

Osteopathie bei Babys wird Säuglingen empfohlen, die eine lange, schwere Geburt durchstehen mussten. Durch den hohen Druck, der im Geburtskanal auf die Babys einwirkt, können beispielsweise Gelenke an Kopf und Hals blockieren oder andere Dysfunktionen entstehen. Auch Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kamen, haben manchmal Probleme, die durch Osteopathie beseitigt werden können.

Auch das sogenannte KiSS-Syndrom, das bereits durch einseitiges Liegen im Mutterleib entstehen kann, wird oftmals mit Osteopathie reguliert.

Schreibabys können osteopathisch oft erfolgreich behandelt werden. Bei ADHS, Entwicklungsstörungen, Schlaf- oder Verdauungsproblemen kann eine osteopathische Behandlung ebenfalls sinnvoll sein.

Wie finde ich einen qualifizierten Osteopathen für mein Baby?

Die Berufsbezeichnung Osteopath ist in Deutschland leider nicht geschützt. Seriöse Therapeuten haben eine mehrere Jahre dauernde Ausbildung absolviert, andere hingegen lediglich einen Wochenendkurs. Dementsprechend tummeln sich diverse Osteopathen mit unterschiedlicher Ausbildung auf dem Markt. Deshalb sollten Eltern für ihr Baby genau hinschauen bei der Auswahl des Osteopathen. Fragen Sie Ihren Kinderarzt, ob er Ihnen einen Osteopathen für Ihr Kind empfehlen kann. Seriöse Osteopathen für Ihr Baby finden Eltern beispielsweise auf folgenden Seiten:

Osteopathie bei Baby und Kind – was bezahlt die Krankenkasse?

Osteopathische Behandlungen bei Babys und Kindern werden inzwischen häufig von Krankenkassen unterstützt. Die Leistungen sind hier jedoch sehr unterschiedlich. Eltern sollten bei ihrer Krankenkasse nachfragen, ob die Kosten für das Baby oder Kind übernommen werden. Die AOK Plus bietet beispielsweise in Sachsen und Thüringen unter bestimmten Voraussetzungen 90 Prozent von sechs osteopathischen Behandlungen pro Jahr an (maximal 60 Euro pro Therapieeinheit). Die Kosten für Osteopathie können zwischen 60 und 150 Euro pro Stunde variieren. Manche Krankenkassen bestehen auf einer Mitgliedschaft des Therapeuten in einem der Osteopathie-Verbände, da für eine Aufnahme eine fundierte Ausbildung notwendig ist.

Dies gilt nur, wenn der Arzt vorher ein Privatrezept für Osteopathie ausstellt und ein Osteopath konsultiert wird, den die AOK Plus anerkennt. Da die Bezeichnung für osteopathische Behandlungen nicht geschützt ist, sollte man sich vorab vergewissern, dass die Therapie von einem zertifizierten Therapeuten durchgeführt wird.

Was ist Osteopathie?

Der Ursprung des Wortes Osteopathie stammt aus dem Griechischen: "Osteon" = Knochen und "Pathos" = Leiden. Osteopathie ist ein medizinisches Behandlungssystem, das zur Untersuchung und Therapie die Hände nutzt (manueller Techniken), wobei der Mensch in seiner Gesamtheit erfasst und respektiert wird. Begründer der Osteopathie ist Andrew Taylor Still. In der Osteopathie werden nicht nur die Knochen, also das Skelettsystem betrachtet, sondern auch alle anderen Gewebestrukturen einbezogen. Osteopathie basiert auf soliden Kenntnissen von Anatomie, Physiologie, Pathologie, Biomechanik, Embryologie usw. und hat keinerlei esoterische Aspekte. Knochen, Organe und Gewebe sollen zu einer Normalbeweglichkeit und somit zu normaler Funktion mithilfe verschiedener manueller Techniken gebracht werden.

  • Osteopathie ist eine ganzheitliche Therapieform, bei der der Körper als Ganzes und nicht nur ein schmerzender oder Probleme verursachender Teil betrachtet wird.

  • Blockaden, Verspannungen und Dysfunktionen können gelöst werden.

  • Osteopathie ist in der Regel schmerzfrei und auch für Babys und Kinder geeignet.

  • Osteopath ist kein geschützter Beruf, weshalb ein geeigneter Therapeut über die seriösen Vereinigungen gesucht werden sollte.

  • Die Kosten für Osteopathie beim Kind müssen oft privat bezahlt werden, da die Kassen nur auf Basis freiwilliger Vereinbarungen Kosten übernehmen.

 

Osteopathie für Babys (Ralf Freitag - Hamburg)

homecomingstudio

Autor: Christian Fiala, Medizinautor / Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 11. September 2018
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