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Unterstützung bei vorübergehenden Schwierigkeiten

Stillhelfer: Wenn es Probleme mit dem Stillen gibt

Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2019

Stillen ist ein natürlicher Vorgang – doch manchmal will es nicht so richtig klappen. Auch das ist ganz normal und kann verschiedene Gründe haben. Die gute Nachricht: Es gibt viele Stillhelfer, die bei Problemen unterstützen und Stolpersteine aus dem Weg räumen.

Mutter stillt Baby auf dem Sofa
Gibt es Probleme beim Stillen, ist die Unsicherheit unter Müttern oft groß. Mit passenden Stillhelfern klappt es jedoch schnell wieder.
© iStock.com/tatyana_tomsickova

Für Mütter und Babys ist Stillen eine ganz besondere Verbindung – klappt es mit dem Stillen jedoch nicht, ist die Unsicherheit bei Müttern groß. Dabei sind gewisse Stolpersteine in der Stillzeit ganz normal und sollten keineswegs ein Grund zum Verzweifeln oder vorzeitigen Abstillen sein. Der richtige Ansprechpartner ist in erster Linie Ihre Hebamme oder eine Stillberaterin. Zusätzlich können Cremes, Milchpumpe & Co. für Unterstützung sorgen. 

Häufige Stillprobleme und was dagegen hilft 

Die Gründe für Probleme beim Stillen können ganz unterschiedlich sein. Dank vielfältiger Stillhelfer lassen sich Stolpersteine beim Stillen schnell und gut beseitigen.

Typische Stillprobleme und kleine Helfer

Wunde Brustwarzen

Trockene, empfindliche Brustwarzen sind gerade zu Beginn der Stillzeit recht normal, weil sich die Brustwarzen erst ans Stillen gewöhnen müssen. Richtig wunde und/oder rissige Brustwarzen werden oft durch falsches Anlegen verursacht, wenn das Baby die Brustwarze nicht richtig erfassen kann. In der Folge wird die Brustwarze beim Saugen zwischen Gaumen und Kauleiste wund gerieben. Eine Hebamme sollte sich am besten die Stillposition und Anlegetechnik noch einmal ansehen und kann wertvolle Tipps geben. Manchmal genügt ein wenig Übung und eventuell ein Wechsel der Stillposition. Mögliche Gründe für Probleme beim Anlegen können auch zu flache Brustwarzen, Hohlwarzen oder sehr volle, pralle Brüste sein.  

In der Zwischenzeit können Sie gezielt die Heilung von wunden und schmerzenden Brustwarzen unterstützen:

  • Purelan Brustwarzencreme: Sie besteht aus reinstem, natürlichem Lanolin (Wollwachs) und hilft der Haut, den Feuchtigkeitshaushalt wiederherzustellen und eine Schutzbarriere zu bilden. Die Brustwarzencreme ist dermatologisch getestet, hypoallergen und frei von Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen. Somit ist die Creme auch gut verträglich für Ihr Baby und muss vor dem Stillen und Abpumpen nicht entfernt werden.

  • Hydrogel Pads: Eine echte Soforthilfe bei wunden und rissigen Brustwarzen. Nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung unterstützen die Pads den Heilungsprozess. Auf der Haut wirken sie wie ein schützendes, kühlendes Polster und können bis zu 24h wiederverwendet werden.

  • Contact Brusthütchen: Die dünne, flexible Auflage aus Silikon wird vor dem Stillen auf die Brustwarze gelegt und und bietet so Hilfe beim Anlegen. Durch ihre spezielle Form mit Aussparung für Babys Näschen sorgen sie für viel Hautkontakt. Brusthütchen sollten aber in der Regel nur eine vorübergehende Unterstützung sein.

  • Brustwarzenschutz: Die weiche, BPA-freie Silikonmembran bietet wunden, rissigen und schmerzempfindlichen Brustwarzen den nötigen Schutz vor Reibung, damit die Wunde besser heilen kann. Der Brustwarzenschutz ist flexibel, lässt durch die Löcher viel Luft an die Brust und passt sich der Brustform an.

Milchstau und Mastitis

Stress, zu seltenes Anlegen oder ein zu enger Still-BH: In solchen Fällen kann es zu Störungen des Milchflusses kommen. Die Folge ist ein Milchstau – die Brust ist druckempfindlich oder schmerzt bei Berührung. Dennoch ist ein regelmäßiges Anlegen wichtig, um den Milchstau zu lösen. Am besten legen Sie Ihr Baby immer so an, dass sein Kinn in Richtung der Verhärtung zeigt. So wird die dort gestaute Milch besonders gut geleert.

Während der Stillzeit kann es auch zu einer Entzündung der Brust kommen, medizinisch als Mastitis bezeichnet: Sie entsteht zum Beispiel durch einen nicht gelösten Milchstau oder wenn Bakterien durch rissige Brustwarzen ins Gewebe eindringen. Typische Symptome einer Mastitis sind Fieber, allgemeine Schlappheit, Knoten in der Brust sowie eine gerötete, heiße Brust. Auch, wenn Sie sich nicht gut fühlen, sollten Sie versuchen, Ihr Baby weiter zu stillen.

Wenn das Anlegen des Babys zu schmerzhaft ist, kann bei Milchstau und Mastitis eine Milchpumpe Entlastung bringen. Bei medizinisch begründetem Bedarf ist eine (doppelseitige) elektrische Milchpumpe die beste Wahl. Ihr Frauen- oder Kinderarzt kann Ihnen in solchen (und anderen medizinisch begründeten) Fällen ein Rezept für die Mietmilchpumpe Symphony ausstellen – bei Bedarf auch mehrfach. Dann bekommen Sie die Symphony in Apotheken oder Sanitätshäusern zur Miete und die Krankenkasse übernimmt die Kosten.

Tipps für die Stillzeit

Flach- und Hohlwarzen 

Im Grunde sind alle Brustwarzentypen zum Stillen geeignet – sogenannte Flach- und Hohlwarzen können das Stillen jedoch erschweren: Flachwarzen haben einen kurzen Schaft und bleiben bei Stimulation meist unverändert. Hohlwarzen sind sogar nach innen gerichtet. Beide Formen sind für das Baby schwer zu fassen, weshalb das Andocken schwieriger ist als bei "normalen" Brustwarzen.

Bei Flach- und Hohlwarzen kann das Stillen mit folgenden Helfern trotzdem gelingen:

  • Brustwarzenformer: Sie üben einen sanften Druck auf den Brustwarzenhof aus, sodass die Brustwarzen stärker hervortreten können. Idealerweise tragen Sie die Brustwarzenformer bereits eine halbe Stunde vor dem Stillen unter dem Still-BH. In Absprache mit der Hebamme können die Brustwarzenformer auch schon in der Schwangerschaft stundenweise getragen werden.

  • Contact Brusthütchen: Die dünne Silikonauflage wird kurz vor dem Stillen auf die Brustwarze gelegt und dient als vorübergehende Anlegehilfe. Durch ihre spezielle Form sorgen sie für viel Hautkontakt zwischen Ihnen und Ihrem Baby.

    • Muttermilch abpumpen erhöht die Flexibiltät in der Stillzeit. Worauf es bei der Wahl der Milchpumpe ankommt

    Milchpumpe Harmony: Mit einer Milchpumpe kann die Brustwarze vor dem Stillen bereits etwas stimuliert und hervorgeholt werden, sodass das Baby die Brustwarze besser erfassen kann. Für diesen Zweck reicht auch eine Handpumpe wie die Harmony von Medela.

Auslaufende Muttermilch 

Übermäßig auslaufende Muttermilch kann immer mal wieder vorkommen. Manchmal reicht es, wenn Sie Ihr Baby weinen hören und schon ist ein Fleck auf dem Shirt. Die praktische Lösung bei auslaufender Muttermilch sind die neuen Safe Dry Ultra Thin Einweg-Stilleinlagen: Sie sind trotz fünf-lagigem, saugfähigem Polymer-Kern weniger als 2 mm dünn und damit ideal für den Stillalltag. Durch ihre innovative ovale Form und den seitlichen Auslaufschutz sind sie besonders auslaufsicher. Alternativen dazu sind die saugfähigen Safe & Dry Einweg-Stilleinlagen bei größeren Mengen auslaufender Muttermilch oder Safe & Dry Waschbare Einweg-Stilleinlagen als umweltfreundliche Option.

Zu viel oder zu wenig Muttermilch

Falls bei Ihnen besonders viel Mich ausläuft, kann eine Milchauffangschale die überschüssige Milch beim Stillen oder Abpumpen auffangen – so geht kein Tropfen verloren und Sie können die Muttermilch zu einem späteren Zeitpunkt noch füttern, wenn Sie sie sofort hygienisch sicher und kühl lagern. Bitte beachten Sie dabei unbedingt die Empfehlungen zur richtigen Aufbewahrung von Muttermilch! Auch wenn saugfähige Stilleinlagen nicht mehr ausreichen, können Milchauffangschalen im Still-BH getragen werden. In diesem Fall sollten Sie die Milch jedoch nicht mehr füttern, sondern die weichen Silikonauflagen nach Gebrauch über den integrierten Ausguss entleeren. Aber nicht gleich wegschütten: Sie können die Milch noch sehr gut als Badezusatz für Ihr Baby verwenden! Die Schalen lassen sich nach Benutzung leicht reinigen.

So bewahren Sie Muttermilch richtig auf

Medela AG, Switzerland

Zu wenig Muttermilch kann vorkommen, wenn sich das natürliche Verhältnis von Angebot und Nachfrage noch nicht eingependelt hat, weil Ihr Baby zum Beispiel sehr plötzlich mehr Milch braucht. Hier hilft häufiges Anlegen und eventuell auch die Stimulation von zusätzlicher "Nachfrage" mit einer Milchpumpe. Durch Abpumpen an beiden Brüsten gleichzeitig mit einer doppelseitigen elektrischen Milchpumpe wie der Swing Maxi Flex können Sie Ihre Milchbildung besonders effektiv und bequem anregen: Die speziellen Brusthauben mit extra weitem Öffnungswinkel verhindern Druck auf die empfindlichen Milchkanäle, damit die Milch noch besser fließt. Durch die drehbare, ovale Form lassen sie sich ganz individuell auf Ihrer Brust positionieren, sodass Sie immer in der Haltung abpumpen können, die für Sie am bequemsten ist. Die Abpumpstärke kann individuell eingestellt werden, der Abpumprhythmus imitiert das natürliche Saugverhalten Ihres Babys.

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Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2019
Quellen
Beiträge im Forum "Babyernährung"
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