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Donnerstag, 18. Januar 2018
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Stillen und Medikamente

Stillen und Medikamente
Frauen die stillen, sollten sich vor der Einnahme von Medikamenten informieren, ob diese in der Stillzeit genommen werden dürfen
Thinkstock

Mütter, die stillen und krank werden, fragen sich, ob sie das Medikament nehmen dürfen oder ob es dem Baby schaden kann. Aber Stillen und Medikamente schließen sich nicht automatisch aus.

Allerdings sollte sich eine Frau, die stillt, genau über das entsprechende Medikament informieren und Rücksprache mit dem Arzt halten. Während der Stillzeit können Wirkstoffe in Medikamenten in die Muttermilch gelangen und vom Kind aufgenommen werden. So wie Bestandteile der Nahrung in die Muttermilch übergehen, werden auch pflanzliche oder künstliche Wirkstoffe über die Muttermilch in den kindlichen Organismus transportiert.

Stillende sollten bei leichteren Beschwerden möglichst auf Medikamente verzichten. Kopf- oder Rückenschmerzen beispielsweise können zunächst mit alternativen Methoden behandelt werden. So können bei Kopfschmerzen kühle Umschläge oder Massagen der Nackenmuskulatur helfen. Bei Rückenschmerzen können warme Bäder, ein Heizkissen oder Bewegungsübungen die Beschwerden lindern. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, also mindestens zwei Liter pro Tag, sollten Stillende ebenfalls achten.

Wenn Medikamente eingenommen werden müssen, sollten diese generell nicht miteinander kombiniert werden. Durch die Kombination mehrerer Wirkstoffe können unbekannte Wechselwirkungen ausgelöst werden.

Antibiotika und Stillen

Wenn es im Falle einer Infektionskrankheit nötig ist, Medikamente wie Antibiotika zu nehmen, sollte der behandelnde Arzt auf das Stillen hingewiesen und zu möglichen Risiken befragt werden. Das Alter des Kindes und die Frage ob die Frau voll stillt oder schon zufüttert, sind ebenfalls entscheidend für die Wahl des Medikaments.
 

Medikamente für Stillende werden in drei Gruppen eingeteilt:

  1. Mittel der Wahl
  2. Reservemittel
  3. Medikament meiden

Mittel der Wahl sind solche Medikamente, die während des Stillens eingenommen werden können, da sie beim Kind nur sehr selten und nur ungefährliche Symptome auslösen. Reservemittel können nach längerer Einnahme leichte Nebenwirkungen beim gestillten Kind verursachen. Die Bezeichnung umfasst ebenfalls Wirkstoffe, deren Wirkung nur wenig erforscht ist. Die dritte Kategorie umfasst Medikamente, welche starke Symptome beim Kind auslösen können. Sie enthalten ebenfalls Wirkstoffe, für die nachgewiesen wurde, dass sie zu einem hohen Prozentsatz in die Muttermilch übergehen.

Die Tabelle gibt einen exemplarischen Überblick über häufige Erkrankungen und entsprechende Wirkstoffe, welche in der Stillzeit eingenommen werden können:

Symptom / Erkrankung

Mittel der Wahl

mgl. Nebenwirkung / Hinweis

Allergien Dimetinden,
Loratadin,
Cetirizin
Unruhe beim Kind
Asthma Zur Inhalation:
Cromoglicinsäure,
Fenoterol,
Salbutamol,
Reproterol,
Terbutalin,
Salmeterol,
Ipratropiumbromid

Bei häufiger Anwendung kann es beim gestillten Kind zu Unruhe kommen. Eventuell sollte dann ein anderer Wirkstoff angewendet werden.

 
Bakterielle Infektionen Penicillin,
Erythromeycin
Verdauungsstörungen,
weicher Stuhl
Bluthochdruck Metoprolol,
Methyldopa,
Dihydralazin,
Nitrendipin,
Nifedipin

 

 
Husten Nur in Einzeldosen, nicht über längeren Zeitraum: Codein

Dextromethorphan

Anwendung nur dann, wenn Behandlung durch viel trinken, Inhalieren, frische Luft nicht anschlägt. Pflanzliche Mittel zur Beruhigung des Halses sind ebenfalls eine Alternative zum Medikament
durch Pilze verursachte Erkrankungen

Bei äußerlicher Anwendung keine Einschränkung.

 
Schmerzen Paracetamol,
Ibuprofen,
Acetylsalicinsäure,
Dihydroergotamin
 
Virusinfektionen Aciclovir Bei äußerlicher Anwendung (z.B. Herpes) keine Einschränkung.
Mgl. Komplikationen bei systemischer Gabe (z.B. Tabletten)

 

Gegen Bluthochdruck kann gegebenenfalls auf die Reservemittel Captopril und Enalapril zurückgegriffen werden. Reservemittel gegen Schmerzen sind die Workstoffe Tramaldol, Indometacin und Diclofenac. Die Verordnung erfolgt ausschließlich durch den Arzt.

Bei anderen Erkrankungen oder Beschwerden kommen weitere Wirkstoffe in Frage. In jedem Fall sollten stillende Frauen nicht eigenmächtig zu Medikamenten greifen, sondern die Einnahme stets mit dem Frauen- oder Kinderarzt besprechen. Weitere Infos zu den einzelnen Medikamenten finden Sie auch bei Embryotox.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 23. Oktober 2017
Quellen: Lothrop, H., Weigert, V.: Das Stillbuch. Kösel, München 2008 Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007

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