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Die Milch macht's

Ernährung neugeborener Babys: Tipps für die ersten Monate

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 01. Oktober 2019

Neugeborene Babys brauchen neben der Aufmerksamkeit, Fürsorge und Liebe ihrer Eltern zunächst nur noch eines: Milch. Je nachdem, ob sie aus der Flasche oder aus der Brust kommt, gilt es dabei ein paar Dinge zu beachten.

Ernährung neugeborener Babys
Die Ernährung neugeborener Babys ist einfach: In den ersten vier Monaten sollten sie ausschließlich Muttermilch oder Pre-Nahrung erhalten.
© iStock.com/Nastasic

Die aktuelle Empfehlung von Fachkommissionen und -institutionen lautet: Neugeborene Babys benötigen bis mindestens zum Beginn des fünften Lebensmonats ausschließlich Muttermilch oder Säuglingsersatznahrung. Frühestens mit Beginn des fünften und spätestens zu Beginn des siebten Lebensmonats sollte nach und nach Beikost eingeführt werden. Mit Einführung der Beikost benötigt das Baby auch weniger Milch.

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Stillen oder Fläschchen geben?

Die meisten Schwangeren planen, ihr Baby nach der Geburt zu stillen: In Deutschland gaben 90 Prozent der für eine Langzeitstudie vom Robert Koch-Institut befragten werdenden Mütter an, dass sie ihr Kind stillen möchten. 68 Prozent taten dies nach der Geburt tatsächlich ausschließlich. Die Zahl der stillenden Mütter nahm aber schnell ab: 57 Prozent waren es im zweiten Lebensmonat noch und nach vier Monaten nur noch 40 Prozent. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Häufig ist eine fehlende Unterstützung beim Stillen der Grund. Ob lieber gestillt oder das Fläschchen gegeben wird, kann aber auch Entscheidungssache sein. So möchten manche Mütter von vornherein lieber Pre-Nahrung füttern.

Baby-Ernährung: Die besten Ernährungstipps für Säuglinge

Muttermilch versus Pre-Nahrung

Experten empfehlen das mindestens sechsmonatige, volle Stillen neugeborener Babys. Muttermilch hat für die Entwicklung des Babys zahlreiche Vorteile. Sie enthält beispielsweise wichtige Abwehrstoffe für das kindliche Immunsystem. Außerdem trägt sie zur Entwicklung der kindlichen Darmflora bei. Studien zufolge haben voll gestillte Kinder seltener Infektionen und Durchfall. Die Zusammensetzung der Muttermilch ist allerdings teilweise abhängig von der Ernährung der Mutter.

Manchmal kann es vorkommen, dass eine Mutter nicht genügend Milch zum Stillen hat, nicht stillen möchte oder aus anderen Gründen keine Muttermilch zur Verfügung steht. Dann stellt Fertigmilchnahrung einen Ersatz für die Muttermilch dar.

Pre-Nahrung oderSäuglingsersatznahrung ähnelt in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch, enthält aber keine bioaktiven Stoffe zur Immunabwehr oder zur Entwicklung des Darms. Manchen Flaschennahrungen werden Probiotika zur Förderung der Darmgesundheit beigefügt. Ab 2020 müssen Pre-Nahrungen innerhalb der EU zudem einen gewissen Anteil Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren enthalten. Für die Inhaltsstoffe von Flaschennahrung gelten strenge Vorschriften.

Soll die Muttermilch aus Brust oder Flasche gefüttert werden?

Muttermilch wird in den Milchdrüsen der Brust gebildet. Durch das Saugen des Neugeborenen fließt sie durch die Brustwarze aus der Brust heraus – im Idealfall beim Stillen direkt in den Mund des Babys.

Das Stillen kann jedoch Probleme bereiten, etwa durch entzündete und wunde Brustwarzen. Dann haben Mütter die Möglichkeit, ihre Milch mithilfe einer Milchpumpe aus der Brust manuell abzupumpen. Die Gabe von Muttermilch aus der Flasche eignet sich auch, wenn ein Stillen nicht immer möglich ist, zum Beispiel wenn die Mutter bald nach der Geburt wieder arbeitet.

Darüber hinaus haben auch Väter durch das Füttern des Neugeborenen mit der Flasche die Gelegenheit, diesen innigen Moment mit ihrem Baby zu erleben.

Empfohlene Trinkmenge und -häufigkeit

Erhält ein Baby in den ersten Lebensmonaten ausschließlich Milch (Muttermilch oder Pre-Nahrung), ist Füttern nach Bedarf angesagt. Ihr Baby wird Ihnen zu verstehen geben, wenn es Hunger hat. Mögliche Anzeichen sind:

  • schmatzen
  • Mund und Zunge charakteristisch bewegen
  • suchende Bewegungen
  • lutschen (an den Händen oder Gegenständen)
  • mit dem Kopf vor und zurück gehen (wie beim Nuckeln)
  • eventuell Unruhe, vermehrtes Strampeln

Die weit verbreitete Annahme, dass ein Baby erst Hunger hat, wenn es schreit, ist nicht richtig: Ein vor Hunger bereits weinendes/schreiendes Baby steht unter enormem Stress und hat bereits extrem großen Hunger, das Schreien ist also ein spätes Hungersignal. Achten Sie deshalb auf die frühen Anzeichen Ihres Babys, damit es gar nicht erst vor Hunger schreien muss.

In den ersten Lebenstagen trinken neugeborene Babys eher wenig – pro Mahlzeit etwa fünf bis zehn Milliliter. Wie oft ein voll gestilltes oder flaschenernährtes Baby trinken möchte, ist gerade anfangs sehr individuell. Als Orientierung dienen folgende Empfehlungen zum Stillrhythmus:

  • 1. Lebenstag: etwa 4 Mal (inklusive erste Mahlzeit)
  • 2. Lebenstag: 4 bis 6 Mahlzeiten
  • ab dem 3. Lebenstag: 8 bis 12 Mahlzeiten (alle 2 bis 3 Stunden).

Ist die Milchbildung richtig in Gang gekommen (um die vier Wochen nach der Geburt), reduzieren sich die Stillmahlzeiten in der Regel auf etwa sechs bis acht Mahlzeiten täglich. Aber auch hier gilt: Jedes Baby ist einzigartig und gerade in den ersten sechs Lebensmonaten kann sich die Still- und Trinkhäufigkeit von Kind zu Kind sehr unterscheiden. Einer australischen Studie zufolge scheint sich aber die tägliche Trinkmenge trotz unterschiedlicher Stillhäufigkeit gar nicht so sehr zu unterscheiden. Babys, die häufiger stillen möchten, trinken also pro Mahlzeit einfach etwas weniger. Wenn Ihr Baby satt ist, wird es das Ihnen signalisieren, zum Beispiel durch folgende Anzeichen:

  • Sein Trinken verlangsamt sich.
  • Es schläft an der Brust ein.
  • Es wirkt merklich entspannt und zufrieden.

Nur in einigen Fällen empfiehlt es sich, ein Baby für eine Trinkmahlzeit zu wecken:

  • bei der Neugeborenen-Gelbsucht
  • wenn es zu wenig an Gewicht zunimmt
  • bei starker Schläfrigkeit in der ersten Lebenswoche
  • bei Trinkschwäche

Erfahren Sie hier mehr über Trinken für Babys und Kinder.

Abgepumpte Muttermilch hat ein Haltbarkeitsdatum

Ähnlich wie andere Milcharten ist auch Muttermilch nur begrenzt haltbar. Bei Zimmertemperatur bleibt sie nur bis zu acht Stunden frisch, danach ist sie nicht mehr für die Ernährung Neugeborener geeignet. Im Kühlschrank bei vier Grad Celsius hält sie sich zwischen 24 und 72 Stunden. Hier gilt: Im Zweifelsfall lieber auf die Fütterung verzichten, wenn die Frische nicht mehr sichergestellt ist.

Auch zum Einfrieren eignet sich Muttermilch; sie ist dann bis zu sechs Monate haltbar. Wie alle empfindlichen Lebensmittel wird auch die Muttermilch am besten angsam im Kühlschrank aufgetaut.

Die Haltbarkeit von Muttermilch auf einen Blick:

  • bei Zimmertemperatur: bis zu acht Stunden
  • im Kühlschrank bei vier Grad Celsius: 24 bis 72 Stunden
  • im Gefrierschrank: bis zu sechs Monate

Beikost: Feste Nahrung als kleine Mahlzeiten

Ab dem vierten bis sechsten Lebensmonat wird heute empfohlen, zusätzlich zur Mutter(ersatz-)milch zu füttern. Beikost wird auch als Fertignahrung im Glas angeboten. Ob Beikost selbst gekocht und püriert oder gekauft wird, ist letztlich eine Frage des Geschmacks. Säuglingsnahrung unterliegt in Deutschland strengen Gesetzen und kann deshalb unbedenklich als Ernährung für Babys im Beikostplan verwendet werden.

Empfehlenswert ist frühestens ab dem vierten Monat die Gabe von lediglich ein paar Löffeln Beikost. Diese Menge kann im Laufe einiger Wochen auf etwa 150 bis 190 Gramm Säuglingsnahrung gesteigert werden. Wie viel Beikost es zu sich nehmen möchte, entscheidet das Baby selbst. Für den Start eignen sich allergenarme Gemüse wie Kartoffeln, Kürbis oder Zucchini. Während einer Mahlzeit ist es besonders zu Beginn der Beikost-Phase sinnvoll, nicht zu viele verschiedene Sorten Gemüse oder Obst zu mischen.

Mit Einführung der Beikost benötigen Babys zusätzlich Flüssigkeit. Etwa 200 bis 250 Milliliter Wasser täglich sind empfehlenswert.

Erfahren Sie hier mehr über die Einführung von Beikost.

Fünf Tipps zur Einführung von Beikost

Ernährungsempfehlungen für die ersten 12 Lebensmonate auf einen Blick

  • Stillen oder Fläschchengabe von Muttermilch: Stillen und Fläschchen geben kann man nach Bedarf, also so oft und so viel das Neugeborene möchte. Als Faustregel gilt ein Mal Stillen oder Muttermilchfläschchen alle drei bis vier Stunden. Hat das Baby mehr oder weniger Hunger, ist das in der Regel auch völlig normal - jedes Baby is(s)t anders. Nur bei starken Abweichungen ist es hilfreich, den Kinderarzt um Rat zu fragen.
  • Muttermilchersatz: Mit Pre-Nahrung verhält es sich wie mit der Muttermilch. In den ersten zwölf Monaten kann Pre-Nahrung nach Bedarf gefüttert werden.
  • 1-er- oder Folgenahrung: Eine Ernährung mit 1-er- oder Folgenahrung ist nicht zwingend erforderlich. Ab dem sechsten Lebensmonat können ein bis zwei Fläschchen zugeführt werden.
  • Beikost: Frühestens zu Beginn des fünften Lebensmonats eignet sich zunächst Gemüsebrei, später auch Getreide-Obstbrei oder Gemüse-Fleischbrei als zusätzliche Nahrung für das Baby. Gefüttert werden kann bei Bedarf, das Baby entscheidet selbst, wann es satt ist. Es empfehlen sich etwa drei kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.
Babybrei-Rezepte: Die besten Zutaten für einen leckeren und gesunden Brei
Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 01. Oktober 2019
Quellen
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