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Samstag, 30. August 2014

Blutungen in der Schwangerschaft

Blutungen in der Schwangerschaft
Blutungen in der Schwangerschaft sind oft harmlos, sollten beim Frauenarzt abgeklärt werden
Getty Images/Hemera

In der Schwangerschaft können während des gesamten Schwangerschaftsverlaufs mehr oder weniger starken Blutungen auftreten. Sie können harmlos sein, aber auch auf eine Erkrankung oder eine Notfallsituation hindeuten.

Blutungen in der Schwangerschaft sind nicht selten. Sie treten bei etwa einer von vier Frauen während der Schwangerschaft auf. In den meisten Fällen besteht jedoch keine Gefahr für die Gesundheit von Mutter und Kind. Allerdings sollten Blutungen in der Schwangerschaft immer durch einen Arzt abgeklärt werden.

Welche Ursachen haben Blutungen in der Schwangerschaft?

Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt einer Schwangerschaft die Blutungen auftreten, sind verschiedene Ursachen möglich.

Ungefähr neun bis zehn Tage nach der Befruchtung, bemerken mache Frauen eine leichte Blutung, die auch Nidationsblutung genannt wird. Diese Blutung dauert etwa 24 bis 48 Stunden an und ist auf die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterwand zurückzuführen. Der Blutverlust hierbei ist geringer als bei der normalen Menstruationsblutung.

In der Frühschwangerschaft, wenn sich der Körper noch nicht komplett hormonell umgestellt hat, kann ein Mangel an Progesteron zu Blutungen führen. Das Gelbkörperhormon sorgt in der Schwangerschaft für ein Ausbleiben der Regelblutung. Diese Art der Blutung tritt meist dann auf, wenn eigentlich die Regelblutung eingesetzt hätte und sie ist der Grund dafür, dass Frauen manchmal eine Schwangerschaft erst spät bemerken. Normalerweise sind diese Schmierblutungen gesundheitlich unbedenklich.

Da der Muttermund während der Schwangerschaft besonders gut mit Blut versorgt wird, kann es auch nach der Untersuchung beim Frauenarzt oder dem Geschlechtsverkehr zu kleinen Verletzungen der Adern kommen (Kontaktblutung), die jedoch ebenfalls meist ungefährlich sind.

Kommt es im ersten Drittel der Schwangerschaft zu Blutungen, die eventuell sogar von Unterbauchschmerzen begleitet werden, kann dies auf eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (Extrauteringravidität) oder eine Fehlgeburt hinweisen.

Im späteren Verlauf der Schwangerschaft sind mögliche Ursachen für Blutungen beispielsweise:

Sobald Blutungen in der Schwangerschaft auftreten, sollten mögliche Ursachen auf jeden Fall rasch durch einen Arzt abgeklärt und eine ernsthafte Erkrankung ausgeschlossen werden. Das gilt insbesondere dann, wenn Schmerzen zu den Blutungen hinzukommen und die Blutung nicht aufhört. Sind die Schmerzen sehr stark und handelt es sich um einen großen Blutverlust, sollten sich schwangere Frauen umgehend in die Notaufnahme begeben oder sich dorthin bringen lassen.

Schmierblutungen oder frisches Blut

Bei Blutungen in der Schwangerschaft kommt es zu einem mehr oder weniger starken Blutverlust. Die Stärke der Blutung reicht von fleckigen Färbungen des Ausflusses über Schmierblutungen bis hin zu sehr starkem Blutverlust. Gleichzeitig können leichte bis starke und krampfartige Schmerzen im Unterbauch oder im Rücken auftreten.

Diagnose: Untersuchung der Geschlechtsorgane und des Bluts, Ultraschall

Bei Blutungen in der Schwangerschaft untersucht der Arzt die weiblichen Geschlechtsorgane wie Schamlippenbereich, Scheide oder Gebärmutterhals um festzustellen, wo das Blut austritt. Mittels Ultraschall-Untersuchung über die Scheide oder die Bauchdecke schaut der Arzt dann, ob die Schwangerschaft intakt ist. Im Rahmen einer Blutuntersuchung kann der Arzt den Wert des Schwangerschaftshormons HCG messen und so unter anderem Rückschlüsse auf eine Mehrlingsschwangerschaft, eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter oder eine Fehlgeburt ziehen.

Gelegentlich gelingt es einem Arzt nicht, einen Grund für die Blutung zu erkennen und die Schwangerschaft geht ohne Störungen weiter. Leichte Blutungen können bei manchen Frauen auch immer wieder scheinbar ohne Ursache im Verlauf der Schwangerschaft auftreten.

Wie werden Blutungen in der Schwangerschaft behandelt?

Die Therapie von Blutungen in der Schwangerschaft richtet sich nach der Ursache der Blutung. Da es sich bei den Blutungen jedoch nur um ein Symptom handelt, fällt die Behandlung unterschiedlich aus.

Eine Einnistungsblutung oder kleinere Verletzungen benötigen beispielsweise keinerlei Behandlung. Allenfalls sollte sich die Betroffene etwas Ruhe gönnen. Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter kann nicht erhalten werden. Manchmal stößt der Körper den Embryo bereits nach kurzer Zeit selber ab. Falls dies nicht geschieht, muss er operativ oder medikamentös entfernt werden.

Bei einer drohenden Fehlgeburt kann der Arzt versuchen, die Schwangerschaft durch schwangerschaftserhaltende Maßnahmen, wie beispielsweise Schonung, zu erhalten. Ist eine Fehlgeburt nicht aufzuhalten oder bereits geschehen, werden Reste des Embryos und der Plazenta aus der Gebärmutterhöhle entfernt, um Infektionen zu verhindern. Dieser Vorgang wird Ausschabung (Kürettage oder Abrasio) genannt.

Blutungen, die durch eine Placenta praevia ausgelöst werden, können innerhalb kurzer Zeit sehr gefährlich werden. Die Kinder müssen meist durch Kaiserschnitt entbunden werden. Damit das Ungeborene ausreichend entwickelt ist, wird versucht, die Schwangerschaft bis mindestens zur 37. Schwangerschaftswoche zu erhalten. Zu diesem Zweck wird die schwangere Frau im Krankenhaus aufgenommen und überwacht. Sie muss Bettruhe halten und erhält Medikamente, die die Lungenreifung ihres Ungeborenen voranbringen. Löst sich die Plazenta vorzeitig ab, muss das Kind mittels Kaiserschnitt geholt werden.

Verlauf der Blutungen

Starke Blutungen und Schmerzen in einer Schwangerschaft müssen sofort behandelt werden. Andernfalls ist es möglich, dass die Beschwerden zu ernstzunehmenden Komplikationen für Mutter und Ungeborenes bis hin zum Tod führen können. Auch wenn Blutungen oftmals keine gravierende Ursache haben, können sie unter bestimmten Umständen das Ende der Schwangerschaft bedeuten.

Wie kann man Blutungen in der Schwangerschaft vorbeugen?

Blutungen in der Schwangerschaft sind nur bedingt durch das eigene Verhalten beeinflussbar. Schwangere können versuchen, Stöße und Unfälle zu vermeiden oder beim Geschlechtsverkehr etwas vorsichtiger zu sein. Während der Vorsorge-Untersuchungen in der Schwangerschaft können Frauen erfahren, ob die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen bei ihnen gegeben ist und ihr Verhalten entsprechend anpassen. Das heißt unter Umständen, dass sie sich bis zur Entbindung besonders schonen und auf Krankheitszeichen achten sollten.

Autor: Jessica Schmid/Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 11. April 2014
Quellen: Breckwoldt, M. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2008; Deans, A.: Die Schwangerschaftsbibel. Südwest Verlag, München 2007; Diedrich, K., Holzgreve, W., Jonat, W., Schlutze-Mosgau, A., Schneider, K.-T. M., Weiss, J. M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007; Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: http://www.schwanger-info.de (Stand: Juli 2009); Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2007

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