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Sorgerecht für Kinder bei Trennung der Eltern

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 27. Juli 2017

Wenn Eltern sich trennen, muss die Frage des Sorgerechts für die Kinder im Sinne aller Beteiligten geklärt werden. Kinder sind bei Scheidungen meist die Hauptleidtragenden, weil sie einen Elternteil in ihrem Alltag verlieren. Selten gehen Trennungen und eine Scheidungen harmonisch einher. Hierbei ist am wichtigsten, dass die Kinder nicht in einen schmutzigen Streit involviert werden. Nicht wenige Kinder benötigen bei einer Trennung der Eltern psychologische Hilfe.

Sorgerecht bei Trennung der Eltern
Wenn eine Trennung im Streit ums Sorgerecht endet, ist dies für alle Beteiligten belastend
Getty Images/Pixland

Das Alter des Kindes spielt hier eine große Rolle, ein volljähriges Kind kann diese Situation oft besser einordnen als ein kleines oder pubertierendes Kind. Die Scheidung sollte ausschließlich zwischen den Eltern stattfinden und nicht zwischen Kindern und einem Elternteil. Hierfür müssen beide Elternteile Sorge tragen.

Gemeinsames Sorgerecht der Eltern

Heutzutage ist der gesetzliche Regelfall ein gemeinsames Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder zu erzielen. Trotz einer Scheidung bleiben beide Elternteile elementarer Bestandteil des Familienlebens im Sinne des Kindes. Wichtige Entscheidungen werden idealerweise gemeinsam getroffen, ohne dass Streitigkeiten unter den Eltern diese beeinflussen. So genannte alltägliche Entscheidungen kann jedoch derjenige alleine treffen, bei dem das Kind lebt.

Alleiniges Sorgerecht

Stellt ein Elternteil einen so genannten Sorgerechtsantrag, wird das Gericht mit einbezogen. Der Antragsteller kann dann das Gericht davon überzeugen, sollte ein alleiniges Sorgerecht notwendig sein. Aus einem alleinigen Sorgerecht ergibt sich für den Elternteil, bei dem das Kind lebt, eine Vielzahl an Entscheidungen, die nun allein getroffen werden müssen. Dies erfordert eine hohe Verantwortung von dem jeweils Alleinerziehenden. Kriterien für ein Gericht sind bei der Sorgerechtsentscheidung der Wille des Kindes, die Eignung des Elternteiles, dass das soziale Umfeld des Kindes möglichst erhalten bleibt und die Wohn- und Lebenssituation des alleinerziehenden Elternteils.

Sorgerecht und Unterhaltsverpflichtung

Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, und der die Verantwortung für Betreuung und Versorgung gewährleistet, kommt seiner Unterhaltsverpflichtung nach. Der andere Elternteil ist dann barunterhaltspflichtig. Er muss Unterhalt für das Kind bezahlen. Wer Kleinkinder betreut und deshalb nicht berufstätig ist, für den ist auch eine Unterhaltszahlung vorgesehen, der Ehegattenunterhalt. Dieser ist auch unter bestimmten anderen Voraussetzungen gegeben. Die Verpflichtung und die Höhe eines Ehegattenunterhalts richten sich beispielsweise nach der Dauer der Ehe, den wirtschaftlichen Verhältnissen, dem Alter der Eheleute und anderen Faktoren. Die Höhe der Unterhaltsaufwendungen ist in der so genannten Düsseldorfer Tabelle geregelt.

Sorgerecht und Umgangsrecht

Auch wenn das Kind bei nur einem Elternteil wohnt, hat der andere trotzdem ein Umgangsrecht, normalerweise sogar eine Umgangspflicht. Dieses Besuchsrecht sieht einen regelmäßigen Kontakt zum ausgezogenen Elternteils vor. Es kann sinnvoll sein, wenn die Eltern eine so genannte Besuchsvereinbarung abzuschließen. Ohne eine Einigung der Eltern über das Besuchsrecht kann das Jugendamt dieses beschließen.

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 27. Juli 2017
Quellen
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