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Was ist Kolostrum (Vormilch)?

In den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt bekommt das Kind noch zunächst eine Art Vormilch, das Kolostrum. Diese Milch ist dünnflüssiger als die eigentliche Muttermilch, die etwa ab dem 3. oder 4. Tag nach der Geburt "einschießt" (Milcheinschuss).

Was ist Kolostrum (Vormilch)?
In den ersten Tagen nach der Geburt bekommt das Baby zwar Muttermilch, aber diese ist eine Art Vormilch und heißt Kolostrum
iStock/cunfek

Kolostrum wird also bis zum eigentlichen Milcheinschuss produziert. Die Vormilch sind oft nur wenige Tropfen klebriger, gelber Milch. Aufgrund der Zusammensetzung wird das Kind aber davon in jedem Fall ausreichend ernährt, auch wenn die Mutter nur einige Tropfen produziert. Der noch sehr kleine Magen des Babys kann sich so langsam an die zunehmende Milchmenge beim Stillen gewöhnen. Am 1. Lebenstag fasst der Magen des Neugeborenen 10 ml pro Mahlzeit, was sich dann nach und nach dem wachsenden Angebot an Muttermilch beim Stillen anpasst.

Zusammensetzung der Vormilch

Das Kolostrum enthält eine höhere Konzentration an Eiweiß, Vitamin A und Kohlenhydraten als die Muttermilch.

Die Inhaltsstoffe des Kolostrums (Vormilch) unterscheiden sich folgendermaßen von der späteren Muttermilch:

100 ml enthalten Kolostrum

(Vormilch)

Muttermilch

(reif)

Eiweiß 2,7 g 1,2 g
Fett 2,8 g 3,5 g
Kohlenhydrate 6,5 g 4,8 g
Mineralsalze 0,33 g 0,21 g
Brennwert 65 kcal 70 kcal

Wirkung des Kolostrums

Die Inhaltsstoffe des Kolostrums wirken sich schützend auf die reifenden Verdauung des Babys aus. So legt sich beispielsweise Immunglobulin A wie ein schützender Film über die noch unreife Schleimhaut des Darms. Durch das Kolostrum erhält das Kind den so genannten Nestschutz. Das sind alle Antikörper, über welche die Mutter verfügt. So wird das Kind vor Infektionskrankheiten geschützt.

Bildung des Kolostrums

Kolostrum wird etwa ab der 20.Schwangerschaftswoche gebildet. Ab da kann  es gelegentlich zum tröpfchenweisen Abgang der Milch kommen. Nach der Geburt bewirken die wegfallenden Steroidhormone im Wochenbett, dass Prolaktin gebildet wird, welches ab da zusammen mit Oxytocin die Milchbildung und -freisetzung anregt.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. Dezember 2016
Quellen: Stadelmann, Ingeborg.: Der Hebammen-Expertenrat. Stadelmann, Wiggensbach 2007; Geist, C., Harder, U., Stiefel, A.: Hebammenkunde - Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2007

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