Ein Angebot von Lifeline
Freitag, 19. Oktober 2018
Menu

Was ist Kolostrum (Vormilch)?

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 30. Dezember 2016

In den ersten Stunden und Tagen nach der Geburt bekommt das Kind noch zunächst eine Art Vormilch, das Kolostrum. Diese Milch ist dünnflüssiger als die eigentliche Muttermilch, die etwa ab dem 3. oder 4. Tag nach der Geburt "einschießt" (Milcheinschuss).

Was ist Kolostrum (Vormilch)?
In den ersten Tagen nach der Geburt bekommt das Baby zwar Muttermilch, aber diese ist eine Art Vormilch und heißt Kolostrum
iStock/cunfek

Kolostrum wird also bis zum eigentlichen Milcheinschuss produziert. Die Vormilch sind oft nur wenige Tropfen klebriger, gelber Milch. Aufgrund der Zusammensetzung wird das Kind aber davon in jedem Fall ausreichend ernährt, auch wenn die Mutter nur einige Tropfen produziert. Der noch sehr kleine Magen des Babys kann sich so langsam an die zunehmende Milchmenge beim Stillen gewöhnen. Am 1. Lebenstag fasst der Magen des Neugeborenen 10 ml pro Mahlzeit, was sich dann nach und nach dem wachsenden Angebot an Muttermilch beim Stillen anpasst.

Zusammensetzung der Vormilch

Das Kolostrum enthält eine höhere Konzentration an Eiweiß, Vitamin A und Kohlenhydraten als die Muttermilch.

Die Inhaltsstoffe des Kolostrums (Vormilch) unterscheiden sich folgendermaßen von der späteren Muttermilch:

100 ml enthalten Kolostrum

(Vormilch)

Muttermilch

(reif)

Eiweiß 2,7 g 1,2 g
Fett 2,8 g 3,5 g
Kohlenhydrate 6,5 g 4,8 g
Mineralsalze 0,33 g 0,21 g
Brennwert 65 kcal 70 kcal

Wirkung des Kolostrums

Die Inhaltsstoffe des Kolostrums wirken sich schützend auf die reifenden Verdauung des Babys aus. So legt sich beispielsweise Immunglobulin A wie ein schützender Film über die noch unreife Schleimhaut des Darms. Durch das Kolostrum erhält das Kind den so genannten Nestschutz. Das sind alle Antikörper, über welche die Mutter verfügt. So wird das Kind vor Infektionskrankheiten geschützt.

Bildung des Kolostrums

Kolostrum wird etwa ab der 20.Schwangerschaftswoche gebildet. Ab da kann  es gelegentlich zum tröpfchenweisen Abgang der Milch kommen. Nach der Geburt bewirken die wegfallenden Steroidhormone im Wochenbett, dass Prolaktin gebildet wird, welches ab da zusammen mit Oxytocin die Milchbildung und -freisetzung anregt.

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 30. Dezember 2016
Quellen

Beiträge im Forum "Babyernährung"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Babyernährung & Kinderernährung

Mütter, die stillen und krank werden, fragen sich, ob sie das Medikament nehmen dürfen oder ob es dem Baby schaden kann. Aber Stillen und Medikamente schließen sich nicht automatisch aus. Mehr...

Babyernährung & Kinderernährung

Mit einer Nuckelflasche können Sie Ihr Baby füttern, falls Sie nicht stillen können oder möchten oder es bevorzugen, Ihr Kind mit abgepumpter Muttermilch zu füttern. Im Säuglingsalter, solange das Kind noch... Mehr...

Babyernährung & Kinderernährung

Kinder brauchen ebenso wie Erwachsene ausreichend Flüssigkeit, damit der Körper einwandfrei arbeiten und funktionieren kann. Deswegen sollten Eltern unbedingt darauf achten, dass das Kind genug Flüssigkeit zu... Mehr...

Weitere interessante Themen
  • Gluten und Babyernährung

    Gluten, auch Gliadin oder Klebereiweiß genannt, kommt vor allem in den Getreidesorten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor. Das Klebereiweiß spielt eine wichtige Rolle für... Mehr...

Zum Seitenanfang