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Mittwoch, 03. September 2014

Zervixschleim

Zervixschleim
Gesunde Ernährung wirkt sich positiv auf die Qualität des Zervixschleims aus

Zervixschleim ist ein Sekret im Körper der Frau, das von den Drüsen im Gebärmutterhals (Zervix) abgesondert wird. Er besteht zum überwiegenden Teil aus Wasser (bis zu 90 Prozent) und enthält unter anderem Schleimstoffe (Muzin), Aminosäuren, Zucker, Salze und Enzyme.

Der Zervixschleim verhindert das Eindringen von Keimen in die Gebärmutter und dient gleichzeitig als natürliche Barriere gegen Spermien, die nur während der fruchtbaren Tage im weiblichen Zyklus durch den Schleim hindurch gelangen können.

Zyklische Veränderungen des Zervixschleims

Die Beschaffenheit und Menge des produzierten Zervixschleims sind an den Verlauf und die hormonellen Veränderungen des weiblichen Zyklus gekoppelt. Es lassen sich zwei Haupttypen des Zervixschleims unterscheiden. Diese spiegeln den Einfluss von Östrogen und Progesteron auf den weiblichen Körper wieder.

Zu Beginn des Zyklus ist die Scheide eher trocken, denn die Drüsen des Gebärmutterhalses produzieren nur wenig Schleim. In der ersten Zyklushälfte nimmt die Produktion der Östrogene zu. Gleichzeitig steigt auch die Schleimproduktion und seine Beschaffenheit wechselt von dickflüssig, zäh und flüssig zu klar, elastisch und glasig. Ungefähr zum Zeitpunkt des Eisprungs ist er besonders wässrig und lässt sich zwischen zwei Fingern zu Fäden von bis zu 15 Zentimetern Länge spinnen. Spermien können den Schleim nun gut passieren und durch ihn hindurch bis zur Eizelle gelangen, um diese zu befruchten. Im Zervixschleim werden die Spermien vor dem sauren Scheidenmilieu gut geschützt und bleiben tagelang befruchtungsfähig.

In der zweiten Zyklusphase nimmt die Menge des Schleims durch den Einfluss des Hormons Progesteron wieder ab. Er wird klumpig und weiß und ist für Spermien nicht länger durchlässig. Der Schleim bildet einen Pfropfen am Eingang des Gebärmutterhalses und verhindert so auch das Eindringen von Keimen in die Gebärmutter.

Zervixschleimmethode (Billingsmethode)

Eine Methode der natürlichen Familienplanung (NFP) ist die Zervixschleimmethode (Billingsmethode), bei der Frauen ihren Zervixschleim regelmäßig auf Fruchtbarkeitsmerkmale hin untersuchen. Nur an den fruchtbaren Tagen ist der flüssige und transparente Schleim am Scheidenausgang vorhanden. Er ähnelt in seinem Aussehen zu diesem Zeitpunkt rohem Eiweiß und kann beispielsweise auf der Toilette auf dem Toilettenpapier oder zwischen zwei Fingern gesponnen und beurteilt werden.

Zur Verhütung wird die alleinige Anwendung der Zervixschleimmethode nicht empfohlen. Alternativen zur Billingsmethode stellen das Messen der Basaltemperatur oder die Symptothermale-Methode dar.

Einflüsse auf die Beschaffenheit und Menge des Zervixschleims

Verschiedene Medikamente können sich auf die Beschaffenheit und die Menge des Zervixschleims in erwünschter oder unerwünschter Weise auswirken. Hierzu zählen beispielsweise Salben, Tabletten oder Zäpfchen, die direkt in die Scheide eingebracht werden. Aber auch Medikamente, die über den Mund eingenommen werden, können die Beschaffenheit des Zervixschleims künstlich verändern. Antihistamine, die beispielsweise gegen Heuschnupfen wirken, trocknen den Zervixschleim aus. Positiv wirkt sich die Einnahme von schleimlösenden Hustenmitteln mit dem Wirkstoff Guaifenesin oder Acetylcystein oder die Einnahme von Jodpräparaten auf den Zervixschleim aus. Sie können seine Qualität verbessern. Daher finden sie auch in der Sterilitätsbehandlung Verwendung.

Zervixschleim bei Kinderwunsch verbessern

Frauen die schwanger werden möchten, können mit ihrem Trink- und Ernährungsverhalten selber zur Verbesserung der Qualität ihres Zervixschleims beitragen. In der ersten Zyklusphase sollten sie besonders viel Wasser und Kräutertees trinken. Denn je besser die Versorgung mit Flüssigkeit, desto elastischer und spinnbarer wird der Schleim in der fruchtbaren Phase. Eine säurearme und basenreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse aber wenig Fleisch, Milchprodukten, Alkohol und Kaffee kann den pH-Wert des Zervixschleims erhöhen. Auf diese Weise werden die Lebensbedingungen für den Samen verbessert.

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 16. April 2014
Quellen: Breckwoldt M. et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Stuttgart, Thieme 2002 Diedrich, K.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Heidelberg, Springer 2007 König, U.: Wir wollen ein Baby. Von Mönchspfeffer bis In-vitro. Hamburg, Rowohlt Taschenbuch, 2007 Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: www.schwanger-info.de (Stand: Februar 2009) Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Berlin, Walter de Gruyter GmbH & Co. KG 2007 Raizh-Paula E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Heidelberg, Springer 2008

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