Suchen Menü
Schwangerschaftsbeschwerden

Blutungen in der Schwangerschaft: Harmlos oder Grund zur Sorge?

Mehr oder weniger starke Blutungen können im Verlauf der Schwangerschaft aus unterschiedlichen Gründen auftreten. Es empfiehlt sich daher, Blutungen in der Schwangerschaft immer ärztlich abklären zu lassen.

Blutungen in der Schwangerschaft
Blutungen in der Schwangerschaft haben oft harmlose Ursachen, sollten aber immer ärztlich abgeklärt werden.
© Getty Images/gorodenkoff

Blutungen gehören in der Schwangerschaft sicher zu den Ereignissen, auf die Betroffene gerne verzichten würden. Gleichwohl kommen sie nicht selten vor: Bei etwa einer von vier Frauen treten Blutungen während der Schwangerschaft auf.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Blutungen in der Schwangerschaft immer ärztlich abklären lassen

Sobald Blutungen in der Schwangerschaft auftreten, sollten mögliche Ursachen auf jeden Fall rasch durch eine*einen Ärztin*Arzt abgeklärt werden. Das gilt insbesondere dann, wenn Schmerzen zu den Blutungen hinzukommen, die Blutung nicht aufhört und/oder Fieber auftritt. Sind die Schmerzen sehr stark und handelt es sich um einen großen Blutverlust, sollten sich Schwangere umgehend in die Notaufnahme begeben oder sich dorthin bringen lassen.

Blutungen in der Frühschwangerschaft

Am häufigsten treten Blutungen in der Frühschwangerschaft auf. Etwa ein Fünftel aller Schwangeren ist davon betroffen. In wiederum der Hälfte der Fälle ist eine Fehlgeburt die Ursache der Blutungen. Aber auch andere Ursachen können Blutungen in der Frühschwangerschaft auslösen.

Einnistungsblutung

Ungefähr zehn bis zwölf Tage nach der Befruchtung bemerken mache Frauen eine leichte Blutung, die auch Einnistungsblutung oder Nidationsblutung genannt wird. Diese schwache Blutung ist auf die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterwand zurückzuführen. Der Blutverlust hierbei ist geringer als bei der normalen Menstruationsblutung.

Kontaktblutung

Das vaginale Gewebe und der Muttermund sind während der Schwangerschaft besonders gut durchblutet. Dadurch kann es nach der frauenärztlichen Untersuchung oder nach dem Geschlechtsverkehr zu kleinen Verletzungen der Adern kommen (Kontaktblutung), die jedoch ebenfalls meist ungefährlich sind.

Blutungen durch Hormonumstellung

Während der ersten Schwangerschaftswochen kann es aufgrund der hormonellen Umstellungen zu leichten Schmierblutungen kommen, die häufig um den Zeitpunkt der eigentlichen Periode auftreten.

Gebärmutterhämatom

Manchmal entsteht bei der Einnistung ein Bluterguss (Hämatom) zwischen Plazenta und Gebärmutterwand. Oft wird es in den folgenden Wochen vom Körper resorbiert. Es kann aber auch gelegentlich zu leichten Blutungen oder Schmierblutungen kommen.

Blutungen bei Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft

Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (Extrauteringravidität) äußert sich durch leichte bis starke Blutungen im ersten Drittel der Schwangerschaft, vor allem zwischen der 6. und 9. Schwangerschaftswoche. Zusätzlich können meist einseitige Unterbauchschmerzen und/oder leichtes Fieber auftreten. Der Unterbauch ist berührungsempfindlich. Da es sich bei einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter um einen medizinischen Notfall handelt, empfiehlt sich bei Verdacht der sofortige Gang zur*zum Ärztin*Arzt.

Blutungen wegen Fehlgeburt

Blutungen sind das Hauptsymptom einer Fehlgeburt. Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto häufiger kommt es zu weiteren Anzeichen wie Schmerzen/Krämpfen, Wehentätigkeit oder Abgang von Fruchtwasser. Auch bei Verdacht auf eine Fehlgeburt empfiehlt es sich, sobald wie möglich ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Ursachen für einen harten Bauch in der Schwangerschaft

Blutungen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel

Gerade im späteren Verlauf der Schwangerschaft auftretende Blutungen sind eher Anzeichen für eine ernste Komplikation oder sogar für eine Notfallsituation. Je intensiver und später in der Schwangerschaft die Blutung auftritt, desto dringender sollte sie ärztlich abgeklärt werden.

Eine Ausnahme bildet die kurz vor der Geburt auftretende sogenannte Zeichnungsblutung (Eröffnungsblutung): Wenn sich der Muttermund für die bevorstehende Geburt öffnet, löst sich ein Schleimpfropf, der zusammen mit etwas Blut ausgeschieden wird.

Bei der Zeichnungsblutung zeigt sich nur eine geringe Menge Blut. Zudem ist sie schmerzfrei. Tritt die Zeichnungsblutung zu einem früheren Zeitpunkt der Schwangerschaft auf, kann sie ein Hinweis auf eine Frühgeburt sein.

Komplikationen der Plazenta sind häufige Ursache

Blutungen im zweiten oder dritten Drittel der Schwangerschaft stehen häufig im Zusammenhang mit Störungen der Plazenta.

Bei der Placenta praevia sitzt die Plazenta nicht im oberen Bereich der Gebärmutter, sondern teilweise oder vollständig über dem Muttermund. Dadurch kann es im späteren Verlauf der Schwangerschaft zu Komplikationen und Blutungen kommen.

Einen Notfall stellt die vorzeitige Plazentaablösung dar. Dabei löst sich die Plazenta nicht wie vorgesehen nach der Geburt, sondern noch während der Schwangerschaft. Durch eine teilweise oder vollständige Ablösung der Plazenta kommt es zu schweren Blutungen sowie starken Bauchschmerzen und Krämpfen. Der Bauch fühlt sich bretthart an. Die vorzeitige Plazentaablösung ist ein sehr seltener medizinischer Notfall, bei der Lebensgefahr für Mutter und Kind besteht.

Weitere mögliche Ursachen von Blutungen in der Spätschwangerschaft

  • Frühgeburt: Geburtswehen in Verbindung mit Blutungen können Hinweise auf eine Frühgeburt sein.
  • Uterusruptur: Ein Riss der Gebärmuttermuskulatur ist eine äußerst seltene Komplikation, die sich durch Bauchschmerzen und Blutungen äußert. Die Uterusruptur kann in der Spätschwangeschaft oder unter der Geburt auftreten. Risikofaktoren sind Mehrlingsschwangerschaften oder frühere Kaiserschnitte.

Diagnose bei Blutungen in der Schwangerschaft

Bei Blutungen in der Schwangerschaft untersucht die*der Ärztin*Arzt die weiblichen Geschlechtsorgane, um festzustellen, wo das Blut austritt. Mittels Ultraschall-Untersuchung lässt sich feststellen, ob die Schwangerschaft intakt ist.

Im Rahmen einer Blutuntersuchung wird der Wert des Schwangerschaftshormons HCG gemessen.

Gelegentlich gelingt es nicht, einen Grund für die Blutung zu erkennen und die Schwangerschaft geht ohne Störungen weiter. Leichte Blutungen können bei manchen Frauen auch immer wieder scheinbar ohne Ursache im Verlauf der Schwangerschaft auftreten.

Wie werden Blutungen in der Schwangerschaft behandelt?

Die Therapie von Blutungen in der Schwangerschaft richtet sich nach der Ursache der Blutung. Da es sich bei den Blutungen jedoch nur um ein Symptom handelt, fällt die Behandlung unterschiedlich aus.

Eine Einnistungsblutung oder kleinere Verletzungen benötigen beispielsweise keinerlei Behandlung.

Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter kann nicht erhalten werden. Vor allem in einem frühen Stadium der Schwangerschaft kann der Embryo auch von alleine oder mittels medikamentöser Unterstützung abgehen. Oft wird die operative Entfernung nötig. In der Regel geschieht dies per Bauchspiegelung.

Wenn die Schwangerschaft intakt und der Muttermund noch verschlossen ist sowie kindliche Herztöne vorhanden sind, bedeuten Blutungen und weitere Anzeichen einer Fehlgeburt nicht zwangsläufig das Ende der Schwangerschaft.

Ist eine Fehlgeburt nicht aufzuhalten oder bereits geschehen, gibt es je nach individueller Situation verschieden Möglichkeiten:

  • abwartendes Vorgehen und Warten auf einen natürlichen Abgang
  • medikamentöses Einleiten der Abstoßung
  • operatives Vergehen (in der Regel Ausschaubung)

Blutungen in der Schwangerschaft, die durch eine Placenta praevia ausgelöst werden, können innerhalb kurzer Zeit sehr gefährlich werden. Die Kinder müssen meist durch Kaiserschnitt entbunden werden. Damit das Baby ausreichend entwickelt ist, wird versucht, die Schwangerschaft solange wie möglich zu erhalten.

Bei der (sehr seltenen) vorzeitigen Plazentaablösung kann dagegen nicht mehr abgewartet werden. Da Lebensgefahr für Mutter und Kind besteht, wird in der Regel ein Notkaiserschnitt durchgeführt.

Geburtsanzeichen: Zehn erste Hinweise darauf, dass Ihr Baby kommt
Beiträge im Forum "Risikoschwangerschaft"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Größe und Gewicht vom Baby

Vergleichen Sie Ihre Ultraschallwerte und das Gewicht Ihres Kindes in der Schwangerschaft mit Durchschnittswerten. Mehr...

Ab 2021 nur noch eingeschränkt

Aus für das Babyfernsehen: Der 3D-Ultraschall ist ab 2021 nur noch im Rahmen der medizinisch notwendigen Diagnostik in der Schwangerschaft erlaubt. Mehr...

Untersuchungen

So verblasst das Ultraschallbild nicht und wird zu einer bleibenden Erinnerung. Mehr...

Stammzellen aus der Nabelschnur haben ein großes Potential bei der Behandlung von Krankheiten

mehr lesen...

Wie smarte Technologien werdenden Mamas Sicherheit geben können

Zum Ratgeber

Mit der Teilnahme an unseren interaktiven Gewinnspielen sichern Sie sich hochwertige Preise für sich und Ihre Liebsten!

Jetzt gewinnen

Wann kommt mein Baby? Mit dem Geburtsterminrechner können Sie das schnell und einfach herausfinden

mehr lesen...
Weitere interessante Themen
  • Fish-Test -- Fluorescence in situ...

    Fluorescence in situ hybridization (FISH) ist ein 24-Stunden-Schnelltest, um die Chromosomen oder Gene bestimmter Zellkulturen sichtbar zu machen. Der FISH-Test wird immer häufiger... Mehr...

  • Symphysen-Fundus-Abstand (SFA)

    Die Messung des Symphysen-Fundus-Abstands (SFA) wird während der Schwangerschaftsvorsorge vom Frauenarzt oder der Hebamme durchgeführt, um das kindliche Wachstum im Mutterleib zu... Mehr...