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Samstag, 18. November 2017
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Ringelröteln in der Schwangerschaft

Ringelröteln in der Schwangerschaft
Ringelröteln werden oft über Klein- und Schulkinder übertragen, aber die meisten Frauen sind immun - ein Bluttest bringt Gewissheit
(c) Thinkstock/Julia Pivovarova

Ringelröteln sind nicht mit Röteln verwandt, obwohl sie gerne verwechselt werden. Ringelröteln werden auch als Parvovirus B 19 bezeichnet. Eine solche Virusinfektion kann insbesondere in der Frühschwangerschaft gefährlich werden.

Ringelröteln wurden 1975 entdeckt und treten vorwiegend im Kindesalter auf und sind dann nicht besonders gefährlich. Sie verlaufen für gewöhnlich nach einer Inkubationszeit von sieben bis vierzehn Tagen mit allgemeinem Krankheitsgefühl, Fieber und deutlich geröteten, juckenden Wangen. Wie bei vielen anderen Kinderkrankheiten können sie allerdings auch im Erwachsenenalter auftreten. Ringelröteln sind, ebenso wie Röteln, in der Schwangerschaft gefährlich. Wenn sich eine Schwangere ansteckt, dann kann das ungeborene Kind aufgrund einer infektiös bedingten Blutarmut oder an Wasseransammlungen im Bauchraum leiden oder es kann zu einem Herzversagen kommen. Als Folge kann das Kind im Mutterleib sterben.

Professor Susanne Modrow, Leiterin des Konsilarlabors Parvoviren an der Universität Regensburg, ist Expertin und zeigt auf, wie gefährlich eine Infektion mit Ringelröteln in der Schwangerschaft sein kann. Da etwa 70 Prozent der Schwangeren bereits in der Kindheit eine Virusinfektion mit Ringelröteln durchgemacht haben, sind sie in der Schwangerschaft davor geschützt.

An welchen Symptomen merkt man, dass man infiziert ist?

Laut Prof. Modrow ist der Krankheitsverlauf bei Kindern und bei Erwachsenen etwas unterschiedlich. Auffälligstes Symptom bei Kindern sind die roten Backen. Dies ist oft das erste Zeichen, ein bis zwei Tage später tritt ein girlandenförmiger Ausschlag an Armen, Beinen und Rumpf auf, es kommt zu leichtem Fieber, Schlappheit, Müdigkeit und Unwohlsein. Schon Kinder können hierbei schon unter Gelenkentzündungen leiden. Diese sind jedoch schwerwiegender, wenn Erwachsene die Krankheit durchmachen. Die Gelenkschmerzen und -schwellungen können wochen- bis monatelang anhalten und in seltenen Fällen sogar eine Rheumaerkrankung auslösen. Der klassische Ausschlag fehlt bei Erwachsenen allerdings häufig.

Welche Auswirkungen kann eine Ringelröteln-Infektion in der Schwangerschaft haben?

Die Auswirkungen hängen laut Prof. Modrow entscheidend von dem Zeitpunkt der Erkrankung ab. Bei einer Infektion vor der achten Schwangerschaftswoche kommt es meist zu einer spontanen Fehlgeburt. Besonders problematisch sind Infektionen von Schwangeren zwischen
der 8. und 20. Schwangerschaftswoche. Hierbei kann es etwa vier bis zehn Wochen nach der Infektion der Mutter zu Wassereinlagerungen (Hydrops fetalis) beim Kind kommen. Dies trifft bei etwa drei bis neun Prozent der Kinder von Müttern zu, die in dieser Zeit eine akute Parvovirus-Infektion durchmachen. Anders als bei den Röteln kommt es bei den Kindern nicht zu angeborenen Schädigungen: Sie sterben entweder im Mutterleib oder sie kommen gesund zur Welt.
Frauen, die nach der 20. Schwangerschaftswoche erkranken, brauchen kein Risiko mehr für ihr Kind zu fürchten.

Gibt es eine Therapie, wenn ein Ungeborenes infiziert ist und wie wird dies diagnostiziert?

Laut Prof. Modrow stellen die Frauen manchmal selbst fest, dass etwas nicht stimmt, weil sich das Kind weniger bewegt. Meistens jedoch wird durch eine Ultraschalluntersuchung (Dopplersonographie) bei der Schwangerenvorsorge festgestellt, dass beim Kind eine Anämie vorliegt. In diesen Fällen wird sofort bei der Frau ein bestimmter Bluttest durchgeführt, um abzuklären, ob eine akute Infektion vorliegt. Beim Kind wird dann der Hämoglobin-Wert untersucht. Die Behandlung besteht in einer sofortigen Bluttransfusion über die Nabelschnurvene. Damit kann das Kind gerettet werden und es kommt gesund zur Welt.

Wie können sich Schwangere schützen?

Zunächst rät Prof. Modrow, keine Panik zu bekommen, wenn ein Kontakt zu einem an Ringelröteln Erkrankten bestand – oftmals sind das übrigens die eigenen Kinder, die die Krankheit z. B. aus dem Kindergarten mit nach Hause bringen. Hier sollte ein Bluttest (Immunstatus gegen Parvovirus B 19) durchgeführt werden, vor allem wenn der Kontakt in der 8. bis 20. Schwangerschaftswoche bestand. Wenn man bereits vor oder zu Beginn der Schwangerschaft einen Test machen lässt, kann man in diesen Situationen meistens ganz entspannt sein, denn mehr als zwei Drittel der Schwangeren haben die Krankheit bereits durchgemacht und damit sind sie lebenslang immun. Der Test wird allerdings nicht von den Kassen bezahlt, lohnt sich jedoch für Frauen, die viel Kontakt zu Klein- und Schulkindern haben. Doch auch, wenn man nicht weiß, ob man die Ringelröteln hatte, besteht kein Grund zur Panik, denn weit über 90 Prozent der akuten Infektionen in der Schwangerschaft verläuft unproblematisch. Und bei den übrigen Fällen gibt es die Möglichkeit einer Therapie beim ungeborenen Kind.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. November 2016
Quellen: Online-Informationen des Deutschen Grünen Kreuzes e.V. Marburg: www.dgk.de (Stand: Februar 2015); Stiefel, S., Geist, C., Harder, U.: Hebammenkunde. Hippokratesverlag, Stuttgart 2013

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