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Sonntag, 18. Februar 2018
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Mykoplasmeninfektion während der Schwangerschaft

Mykoplasmeninfektionen treten bei Männern und Frauen auf, sie gelten als Mitverursacher einer Reihe von Entzündungen im Uro-Genitaltrakt. Bei Frauen haben sie darüber hinaus noch besondere Auswirkungen hinsichtlich Schwangerschaft und Geburt.

Mykoplasmeninfektion in der Schwangerschaft
Die Mykoplasmeninfektion ist mit Antibiotikum auch in der Schwangerschaft gut behandelbar - beide Partner sollten sich behandeln lassen
iStock/vgajic

Mykoplasmen sind Bakterien, die sich bei vielen Frauen und Männern im Uro-Genitaltrakt befinden, ohne Beschwerden zu verursachen. Häufig treten bei einer Mykoplasmeninfektion aber auch Entzündungen von Harnwegen, Gebärmutter, Gebärmutterhals und Scheide auf. Mykoplasmen können außerdem eine Lungenentzündung (Pneumonie) auslösen.

Wie werden Mykoplasmen übertragen?

Mykoplasmen werden durch Geschlechtsverkehr übertragen. Die Mykoplasmeninfektion gehört damit zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von Mykoplasmen wächst mit der Anzahl der Sexualpartner. Die sicherste Maßnahme zur Verhütung einer Mykoplasmeninfektion ist die Benutzung von Kondomen - auch während der Schwangerschaft.

Unter der Geburt können Mykoplasmen im Geburtskanal auf das Baby übertragen werden.

Risiken während der Schwangerschaft

Mykoplasmen und Ureaplasmen können fiebrige Erkrankungen nach einer Fehlgeburt oder Geburt hervorrufen, die jedoch harmlos sind und ohne Behandlung wieder abklingen. Auch sieht man die Erreger als Mitverursacher von Tot- und Frühgeburten und vermutet, dass sie bei reduziertem Geburtsgewicht eine Rolle spielen. Diskutiert wird ebenfalls ein Zusammenhang von Mykoplasmen und unerfülltem Kinderwunsch.

Auch als Ursache für den vorzeitigen Blasensprung sind Mykoplasmen im Gespräch: In einer Studie wurden bei 24 Prozent der betroffenen Patientinnen Mykoplasmen nachgewiesen (im Gegensatz zu 9 Prozent bei Patientinnen ohne vorzeitigen Blasensprung).

Risiken für das Neugeborene

Unter der Geburt können Babys sich im Geburtskanal mit Mykoplasmen infizieren. Folgen für das Neugeborene können Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder auch chronischen Infektionen des Zentralnervensystems sein. Die Inkubationszeit beträgt wenige Tage bis drei Wochen.

Mykoplasmeninfektion: Symptome

Bei Frauen und Männern können Mykoplasmen Harnröhrenentzündungen auslösen. Typische Beschwerden sind:

  • Ausfluss (weiß-gelblich bis grünlich)
  • Brennen und Jucken der Harnröhre
  • häufiger und stärkerer Harndrang
  • Probleme beim Wasserlassen

Frauen können außerdem an durch Mykoplasmen verursachten Entzündungen von Scheide, Gebärmutter, Gebärmutterhals und Eierstöcken erkranken. Symptome dieser Entzündungen können sein:

  • Ausfluss (gelb oder grün, manchmal blutig)
  • Juckreiz und Brennen im Scheidenbereich

Mykoplasmen sind außerdem häufiger Auslöser der atypischen Lungenentzündung. Die Erkrankung geht mit Fieber, Schwächegefühl und Husten. Je nach Schwere der Erkrankung können auch Schüttelfrost und Atemprobleme hinzukommen.

Behandlung der Mykoplasmeninfektion: Antibiotika

Da es sich bei Mykoplasmen um Bakterien handelt, wird die Mykoplasmeninfektion mit Antibiotika behandelt. Am effektivsten sind Tetrazykline, deren Einnahme aber in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert ist. Als alternative Antibiotika bei einer Behandlung der Mykoplasmeninfektion in der Schwangerschaft werden Makrolide verwendet.

Um eine sogenannte Ping-Pong-Infektion zu vermeiden, sollten bei einer Mykoplasmeninfektion immer beide Partner behandelt werden.

Nachweis einer Mykoplasmeninfektion

Der Nachweis von Mycoplasma hominis bzw. Ureaplasma urealyticum erfolgt durch Anzüchtung auf Spezialnährmedien. Da beide Erreger auch saprophytären Charakter haben (Saprophyt = Kleinlebewesen, das in abgestorbenen organischen Substanzen lebt), ist eine Keimzahlbestimmung wichtig; zusätzlich sollte stets eine allgemein bakteriologische Untersuchung durchgeführt werden. Für die Mykoplasmen-Keimzahlbestimmung benötigt das Labor einen separaten Abstrich in einem speziellen Transportmedium, da sonst eine quantitative Aussage nicht möglich ist.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 05. September 2016
Quellen: Rath, W., Friese, K. (Hrsg.): Erkrankungen in der Schwangerschaft. Thieme, Stuttgart 2010; Friese, K., Mylonas, I., Schulze, A. (Hrsg.): Infektionserkrankungen der Schwangeren und des Neugeborenen. Springer, Berlin Heidelberg 2013; Bolte, A., Eibach, W. (Hrsg.): Genitale Infektionen. Steinkopff, Darmstadt 2010

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