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Gebärmuttervorfall

Gebärmuttervorfall
Beckenbodentraining kann einem Gebärmuttervorfall nach der Geburt vorbeugen
(c) iStockphoto/fizkes

Bei einem Gebärmuttervorfall (Prolapsus uteri) handelt es sich um die schwerste Form einer Gebärmuttersenkung. Die Gebärmutter ist dabei so weit herabgesunken, dass sie aus der Scheide heraustritt. Auch Harnblase oder Darm können absinken und sich in die Scheide vorwölben.

Eine Gebärmuttersenkung (Descensus uteri) wird als Symptom hervorgerufen, wenn die Bänder im Becken nicht mehr genügend Kraft besitzen, um die inneren Geschlechtsorgane an ihrem Platz festzuhalten. Infolge der verlorenen Kraft können Scheide und Gebärmutter absinken. Das Tiefertreten der Scheide wird als Scheidensenkung und in seiner extremsten Ausprägung als Scheidenvorfall bezeichnet.

Die Gebärmuttersenkung wird in drei Schweregrade unterschieden: Beim ersten Grad senkt sich die Gebärmutter bis maximal zur Scheidenmitte, beim zweiten Grad bis zum Scheideneingang und beim dritten Grad bis vor den Eingang der Scheide, sodass sie von außen zu erkennen ist.

Bei dem Tiefertreten der Gebärmutter kann es sich um eine vorübergehende Absenkung handeln, die sich wieder zurückentwickelt und keine Beschwerden auslöst. Nur im Extremfall führt eine Gebärmuttersenkung zu einem Gebärmuttervorfall, bei dem der Uterus teilweise oder ganz aus der Scheide herausragt.

Folgende Formen des Gebärmuttervorfalls können auftreten:

  • Partialprolaps: Ein Teil der Gebärmutter (zum Beispiel nur Portio) liegt außerhalb der Vulva.
  • Totalprolaps: Das Scheidenrohr hat sich umgestülpt, Scheide und Uterus liegen vor der Vulva.

Ursachen für einen Gebärmuttervorfall

Eine Gebärmuttersenkung kann durch eine Beckenbodeninsuffizienz, eine Bindegewebsschwäche oder durch eine Erschlaffung des Band- und Haltesystems auftreten. Besonders bei Frauen nach den Wechseljahren senken sich die inneren Geschlechtsorgane leicht ab. Während eine Gebärmuttersenkung als häufig gilt, kommt es in selteneren Fällen zu einer hochgradigen Ausprägung – dem Gebärmuttervorfall. Meist sind Frauen im hohen Alter davon betroffen.

Gebärmuttervorfall nach Geburt

Schwangerschaft und Geburt begünstigen als Risikofaktoren eine Gebärmuttersenkung, da die Bänder des Beckens stark beansprucht werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, während der Schwangerschaft und nach der Geburt den Beckenboden zu trainieren, um den Halteapparat zu stärken und gesundheitliche Beschwerden zu verhindern. Schwangere und Frauen nach der Geburt sollten beim Tragen und Heben geeignete Techniken anwenden, damit sie die geschwächte Muskulatur schonen.

Symptome eines Gebärmuttervorfalls

Die Senkung der Gebärmutter kann ohne Symptome verlaufen oder sich durch leichte Beschwerden bemerkbar machen. Der Vorfall der Gebärmutter ist von außen sichtbar und verursacht Beschwerden. Dies können unter anderem folgende sein:

  • Druckgefühl (Gefühl eines Fremdkörpers)
  • Rückenschmerzen (vor allem im Kreuz)
  • Störungen bei der Blasenentleerung (z. B. Harninkontinenz)
  • Beschwerden beim Stuhlgang (z. B. Schmerzen, Stuhlinkontinenz)
  • Entzündungen und Infektionen

Gebärmuttersenkung ertasten

Wölbt sich der Uterus in die Scheide hinein, kann dies ertastet werden. Bei einem Gebärmuttervorfall ist die Absenkung so weit fortgeschritten, dass das Tastbare bereits von außen sichtbar ist.

Behandlung eines Gebärmuttervorfalls

Wenn durch das leichte Absinken der Gebärmutter keine Beschwerden ausgelöst werden, muss eine Gebärmuttersenkung nicht zwingend behandelt werden. Nach erfolgter Diagnose richtet sich die Behandlung individuell nach der Ausprägung der Absenkung, dem Alter der Betroffenen, der Höhe des Leidendrucks und dem möglicherweise vorhandenen Kinderwunsch. Eine konservative Therapie bei weniger starken Ausprägungen kann beispielsweise aus Physiotherapie mit Übungen zur Kräftigung des Beckenbodens und einer Gewichtsreduktion bestehen. Nach den Wechseljahren kann der Arzt eine lokale Behandlung mit östrogenhaltigen Cremes verordnen.

Bei einem Gebärmuttervorfall muss ein Arzt aufgesucht und eine Therapie eingeleitet werden.

Gebärmuttervorfall: Operation zur Behandlung

In schweren Fällen der Gebärmuttersenkung besteht die Therapie aus einer Operation. Der Arzt kann verschiedene Verfahren anwenden, bei denen überflüssige Haut weggeschnitten und vernäht wird (Scheidenplastik). Entweder wird der Blasen- und Beckenboden dafür durch die Vagina gerafft oder es erfolgt ein Unterbauchschnitt, um die Blase anzuheben und den Harnweg zu korrigieren. Bei einem vollständigen Gebärmuttervorfall kann die Behandlung aus der Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) bestehen. Ist eine Operation nicht möglich, etwa weil das fortgeschrittene Alter der Patientin dies nicht zulässt, wird vom Arzt ein Pessar in die Scheide eingesetzt, das die Gebärmutter im Becken befestigt.

Gebärmuttersenkung: Übungen zur Vorbeugung

Um eine Gebärmuttersenkung und damit auch ein Gebärmuttervorfall vorzubeugen, wird gezieltes Beckenbodentraining empfohlen. Mit den passenden Übungen zum Trainieren des Beckenbodens kann die Beckenbodenmuskulatur gestärkt werden. Ein Rückbildungs-Gymnastik-Programm hilft, insbesondere nach Schwangerschaft und Geburt einem Gebärmuttervorfall vorzubeugen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 09. Mai 2017
Quellen: Online-Informationen des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. (BVF) und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): www.frauenaerzte-im-netz.de (Abruf: April 2017); Online-Informationen des Pschyrembels: www.pschyrembel.de (Abruf: April 2017) Online-Informationen des Statistisches Bundesamts: www.gbe-bund.de (Abruf: April 2017) Robert Koch Institut: GBE kompakt. Zahlen und Trends aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Hysterektomie. 1/2014 5. Jahrgang, abrufbar unter www.rki.de

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