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Sonntag, 19. November 2017
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Blasenentzündung

Blasenentzündung
Blasenentzündungen machen sich durch häufigen Harndrang bemerkbar
(c) iStockphoto/gpointstudio

Die Blasenentzündung (Zystitis) ist eine Entzündung der so genannten ableitenden Harnwege, zu denen die Blase zählt. Sie wird in den meisten Fällen durch Bakterien ausgelöst. Unbehandelt kann eine Blasenentzündung dazu führen, dass sich die auslösenden Keime weiter verbreiten und auf die Nieren übergreifen.

Bei Frauen tritt eine Blasenentzündung häufiger als bei Männern auf - etwa jede zweite Frau erkrankt einmal in ihrem Leben daran. Grund ist, dass die Harnröhre bei Frauen kürzer ist als bei Männern. Dadurch können Keime schneller durch die Harnröhre bis in die Blase gelangen. Außerdem liegen Scheide und Harnröhre nahe beieinander, sodass beispielsweise beim Geschlechtsverkehr Bakterien leicht in die Blase gelangen können.

Wie wird die Blasenentzündung ausgelöst?

Eine Blasenentzündung wird meist durch das Darmbakterium Escherichia coli ausgelöst. Kann die Blase, wie bei manchen neurologischen Erkrankungen oder Lähmungen, nicht vollständig und regelmäßig geleert werden, ist die Folge oft ebenfalls eine Entzündung der Blase. Häufigen, wiederkehrenden Blasenentzündungen bei Männern liegt meist eine Vergrößerung der Prostata zugrunde, da in solchen Fällen der Harn nicht mehr ungehindert abfließen kann.

Bei Frauen mit häufigem Geschlechtsverkehr steigt die Gefahr einer Entzündung der Blase durch Keime, die ohnehin in der Scheide sind und beim Geschlechtsverkehr in die Blase gelangen können. Häufig wird bei dieser Ursache von einer "Honeymoon Zystitis" gesprochen. Auch eine Schwäche des Beckenbodens, ein angeschlagenes Immunsystem, das nicht mehr gut gegen Keime ankämpfen kann, und zu geringe Flüssigkeitsaufnahme sind mögliche Auslöser.

Zudem können Keime durch falsche Hygiene-Maßnahmen über die Harnröhre in die Blase gelangen, wenn beispielsweise nach dem Stuhlgang von hinten nach vorne abgeputzt wird. Ungünstig wirken auch Intimsprays und Scheidenspülungen. Beides stört die normale Zusammensetzung der Scheidenflora und begünstigt so die Vermehrung vom Keinem.

Welche Beschwerden treten bei einer Blasenentzündung auf?

Eine Blasenentzündung beziehungsweise eine Entzündung der ableitenden Harnwege äußert sich meist durch ein Brennen in der Harnröhre beim Wasserlassen sowie durch einen übermäßigen Harndrang (oft nur sehr geringe Mengen). Es können krampfartige Schmerzen im Unterbauch hinzukommen. Bei schweren Blasenentzündungen zeigt sich Blut im Urin. Breitet sich die Entzündung auf die Nieren aus, schmerzen meist der untere Rücken, die Flanken und die Nierengegend. Die Schmerzen können in starke Krämpfe übergehen. Schmerzen zusammen mit Blut im Urin oder Fieber deuten daher auf eine aufsteigende Entzündung mit Beteiligung der Nieren (Pyelonephritis) hin.

Welche Untersuchungen sind nötig?

Bei Anzeichen einer Blasenentzündung wird im Allgemeinen zunächst der Urin auf Keime untersucht. Dazu gibt es Teststreifen, die nach wenigen Minuten Entzündungszeichen im Urin nachweisen können. In der Regel wird zusätzlich eine Blutuntersuchung gemacht, bei der unter anderen bestimmte Nierenwerte überprüft werden. So wird auch festgestellt, ob die Nieren bereits mit betroffen sind.

Tritt eine Blasenentzündung immer wieder auf, kann mittels einer Ultraschall- (Sonographie) oder einer Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel geprüft werden, ob Harnsteine die Ursache der Beschwerden sind. Möglicherweise liegt auch eine Verengung der Harnwege vor. Mittels dieser Untersuchungen kann zudem die Lage und Größe der Nieren beurteilt werden. Wurden bereits bakterienabtötende Medikamente (Antibiotika) ohne Erfolg genommen, wird der Arzt durch ein so genanntes Antibiogramm feststellen, welches Antibiotikum gegen die vorhandenen Keime wirksam ist.

Die Therapie einer Blasenentzündung

Lassen sich bei einer Blasenentzündung Keime oder Entzündungszeichen im Urin beziehungsweise im Blut feststellen, verschreibt der Arzt in der Regel ein Antibiotikum, das die Keime abtötet. Meist verschwinden die Beschwerden beim Wasserlassen dann schon in den ersten Tagen der Einnahme.

Wenn Blasenentzündungen wiederholt auftreten, wenn Kinder betroffen sind oder wenn eine Schwangerschaft besteht, ist es in jedem Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Die Selbstbehandlung etwa mit "Blasentee" kann unter Umständen dazu führen, dass sich die Keime ungehindert vermehren, da Tees keine Bakterien abtöten können. Tees, Säfte (empfohlen wird auch Cranberrysaft) und Wasser in ausreichender Menge unterstützen die Behandlung einer Blasenentzündung allerdings positiv.

Tipps zur Vorbeugung einer Blasenentzündung

Treten Blasenentzündungen gehäuft auf, können Betroffene folgende Maßnahmen zur Vorbeugung treffen:

  • Viel Trinken. Zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit pro Tag.
  • Nach dem Geschlechtsverkehr zur Toilette gehen, weil dann mit dem Urin eine Menge Keime ausgeschieden werden und dadurch der Harnröhreneingang gereinigt wird.
  • Keine Intimsprays verwenden und keine Scheidenspülungen durchführen, weil dadurch der natürliche Schutz gegen Bakterien zerstört wird.
  • Nach dem Toilettengang von vorne nach hinten putzen.
  • Antibiotika stets bis zum verordneten Ende einnehmen, auch wenn die Beschwerden zwischenzeitlich nachlassen.


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Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. September 2016
Quellen: Medizinisches Wissensnetzwerk evidence.de der Universität Witten/Herdecke, Jana Isfort: Patientenleitlinie Harnwegsinfekt und Blasenentzündung, Medizinische Fakultät Universität Witten/Herdecke 2006 Leitlinien zur Blasenentzündung der Deutschen Gesellschaft für Urologie, W.Vahlensieg, 2006 Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Brennen beim Wasserlassen. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 053/001 (Stand: Dezember 2004) Sökeland, J.; Schulze, H.; Rübben, H.: Urologie, Thieme, Stuttgart 2004

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