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Sonntag, 21. April 2019
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Milchstau: Was tun?

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin, Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 28. Januar 2019

Beim Milchstau ist der Milchfluss in einem oder mehrerer Milchkanäle behindert. Als Folge ist die Brust sehr druckempfindlich und schmerzt bei Berührung. Trotz dieser Symptome ist häufiges Anlegen enorm wichtig, um den Milchstau zu lösen.

Milchstau
Häufiges Anlegen auch bei schmerzender Brust oder Fieber ist bei Milchstau die wichtigste Behandlungsmaßnahme – achten Sie darauf, dass Ihr Baby die Brust vollständig entleert und helfen Sie im Anschluss durch Ausstreichen oder Abpumpen nach.
© iStock/AlexRaths

Bei Stress tritt der Milchstau besonders oft auf, aber auch zu seltenes Anlegen, die Stilltechnik oder mechanische Behinderungen wie ein zu eng sitzender BH können zu einer Verstopfung der Milchkanäle führen. Wichtig ist nun eine regelmäßige Entleerung der betroffenen Brust durch häufiges Anlegen.

In diesem Artikel lesen Sie:

Milchstau: Symptome

Ein Milchstau tritt meist nur in einer Brust auf und äußert sich durch Druckempfindlichkeit, Spannen und Verhärtungen. Die Brust oder einzelne Areale fühlen sich fest an. Über den gestauten Milchgängen ist die Haut rotfleckig und oft etwas wärmer, häufig lassen sich unter diesen roten Stellen die gestauten Milchgänge als kleine Knoten ertasten.

Es können außerdem grippeähnliche Symptome auftreten:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit

  • Kopf- und Gliederschmerzen

  • leichtes Fieber

Da sich aus einem unbehandelten Milchstau auch Brustentzündung (Mastitis) entwickeln kann, empfiehlt es sich, die Symptome erst zu nehmen und den Milchstau zu lösen.

Was tun bei Milchstau?

Auch wenn es mitunter schmerzhaft ist: Unterbrechen Sie bei Milchstau Ihren Stillrhythmus nicht. Sorgen Sie für etwas Ruhe und insgesamt weniger Stress.

Häufiges Anlegen und wenn möglich vollständiges Entleeren der Brust während der Stillmahlzeiten ist bei der Behandlung des Milchstaus das A und O. Bieten Sie dabei die vom Milchstau betroffene Brust immer zuerst an.

Auch wenn Sie Fieber haben, spricht das nicht gegen Stillen. Ihr Baby verträgt Ihre Milch weiterhin sehr gut. Unterstützen Sie Ihr Kind beim Saugen, indem Sie eine Stillposition wählen, die Ihrem Kind ein Leersaugen der Brust ermöglicht:

Beim Stillen im Knie-Ellenbogen-Stand beispielsweise legen Sie Ihr Kind (eventuell unterstützt durch ein Kissen) unter sich auf den Boden, sodass die Brust bei der Stillmahlzeit frei in der Luft hängt. Diese Stillposition ist besonders entlastend bei stark gespannter Brust, zudem hilft hier die Schwerkraft beim Leeren.

Liegt die gestaute Stelle im oberen Bereich der Brust, können Sie Ihr Kind umdrehen, sodass es vor Ihrem Gesicht liegt. Legen Sie sich dafür am besten auf die Seite, die betroffene Brust ist dabei unten. Ihr Kind legen Sie nun vor sich auf die Seite, mit dem Kopf in Richtung Ihrer Füße, sodass seine Füße auf der Höhe Ihres Kopfes liegen. Der Unterkiefer Ihres Kindes zeigt zur gestauten Stelle. Stützen Sie den Kopf Ihres Kindes mit der Hand. Auch im Knie-Ellenbogen-Stand ist das Stillen bei Milchstau im oberen Brustbereich empfehlenswert. Legen Sie das Kind dann einfach anders herum, sodass es mit den Beinen in Richtung Ihres Kopfes liegt.

Um den Milchstau zu lösen, können Sie Ihre Brust nach dem Stillen auch vorsichtig ausstreichen. Streichen Sie den Knoten dabei sanft in Richtung Brustwarze. Massieren Sie keinesfalls zu stark, da die Gefahr einer Gewebeverletzung besteht. Während des Stillens können Sie die Entleerung der gestauten Milchkanäle anregen, indem Sie mit den Fingern sanft(!) auf die betroffene Stelle klopfen oder trommeln.

Das Abpumpen ist bei Milchstau nicht unumstritten. Befürworter betonen, dass ein Abpumpen der Milch bei der Entleerung helfen kann und schnell Erleichterung verschafft. Manchmal verweigert ein Kind auch die Brust mit dem Milchstau, sodass ein Abpumpen sogar die einzige Möglichkeit bietet, die Brust zu leeren.

Dadurch kann der Milchfluss aber wiederum zusätzlich angeregt werden, was nicht gewünscht ist. Achten Sie bitte darauf, das empfindliche Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage nicht durcheinanderzubringen, indem Sie mehr abpumpen, als Ihr Baby normalerweise trinkt. Kommt es während der Zeit des Abstillens zum Milchstau, sollten Sie nicht abpumpen, sondern lieber ausstreichen.

Zudem kann das Abpumpen bei Milchstau sehr schmerzhaft sein. Tipp: Lassen Sie sich beim Abpumpen helfen, sodass Sie beispielsweise die Arme nach oben legen können, das macht es oft besser erträglich. Unabhängig davon, ob Sie abpumpen möchten oder nicht (hören Sie dabei auf Ihr Körpergefühl), sollten Sie darauf achten, dass die Brusthaube unbedingt die richtige Größe hat. Eine nicht richtig sitzende Brusthaube kann den Milchfluss verringern und dadurch die Entstehung eines Milchstaus fördern.

Bei großen Schmerzen kann in Absprache mit der Hebamme oder Stillberaterin ein Schmerzmittel eingenommen werden. Bevorzugen Sie Ibuprofen, denn es wirkt zusätzlich entzündungshemmend. Ibuprofen gilt laut Embryotox in der Stillzeit als Mittel der Wahl, da es weniger Nebenwirkungen hat.

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Lindernde Hausmittel bei Milchstau

Wärmende oder kühlende Umschläge können die Behandlung des Milchstaus unterstützen.

Um den Milchfluss vor dem Stillen anzuregen, eignen sich warme und feuchte Kompressen. Tränken Sie dafür ein Spuck- oder Handtuch in heißem Wasser oder Kräutersud. Geeignete Kräuter sind Ringeblume, Beinwell, Wegerich oder Petersilie. Achten Sie darauf, dass die Kompresse richtig schön angenehm warm, aber nicht zu heiß ist. Legen Sie sich das feuchte Tuch etwa 15 bis 20 Minuten auf die betroffenen Stelle und legen Sie ein trockenes Handtuch und nach Geschmack noch eine Decke darüber. Wenn Sie Kräuter verwendet haben, waschen Sie sich die Brust danach gründlich ab. Etwa 30 Minuten später können Sie Ihr Kind wieder stillen.

Kühlende Kompressen sind nach dem Stillen empfehlenswert. Geeignet sind:

Quarkwickel: Streichen Sie dafür Quark (je nach Empfinden direkt aus dem Kühlschrank oder auf Zimmertemperatur abgekühlt) auf die betroffenen Hautstellen, legen Sie im Anschluss ein feuchtes und dann noch ein trockenes Tuch darüber. Sparen Sie den Warzenhof aus. Wenn der Quark durch Ihre Körpertemperatur erwärmt wurde (etwa nach 20 Minuten), nehmen Sie den Wickel ab und waschen oder duschen sich danach. Die Molke im Quark wirkt entzündungshemmend.

Weißkohlwickel: Nehmen Sie Weißkohlblätter aus dem Kühlschrank, klopfen Sie sie etwas oder rollen Sie mit einem Nudelholz darüber, bis Flüssigkeit austritt. Legen Sie die Kohlblätter nun rund um Ihren Warzenhof auf die betroffene Brust und bedecken Sie sie mit einem Tuch. Tragen Sie den Weißkohlwickel so lange Sie mögen.

Feucht-kalter Umschlag: Tränken Sie ein Tuch in kaltes Wasser, wringen Sie es aus und legen Sie es kreisrund auf die betroffene Brust. Decken Sie es anschließend mit einem trockenen Tuch ab. Der feucht-kalte Wickel kann so lange erneuert werden, wie die Kälte guttut.

Auch Kühlakkus sorgen für wohltuende Regeneration nach dem Stillen. Legen Sie die Kühlakkus auf die Stelle des Milchstaus, aber bitte nicht auf die blanke Haut, denn sonst drohen Erfrierungen.

Ursachen: Kann man einem Milchstau vorbeugen?

Ein Milchstau wird immer durch einen oder mehrere verstopfte Milchkanäle verursacht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Oft entsteht ein Milchstau durch Stress, Ängste oder Anspannung, die bewirken, dass der sogenannte Milchspendereflex gestört ist. Der Faktor Stress sollte nicht unterschätzt werden. Häufig tritt der Milchstau zum ersten Mal etwa drei bis vier Wochen nach der Geburt auf. Das ist oft der Zeitpunkt, an dem die Hilfestellungen durch Partner, Familie und Freunde etwas nachlassen.

Weitere Ursachen eines Milchstaus:

  • Unzureichende Entleerung der Brust: zum Beispiel durch die immer gleiche Stillposition, Stillen mit Stillhütchen oder falsches Abpumpen

  • Mechanische Behinderungen: zu eng sitzender BH, ungünstige Stillposition oder andere Druckeinwirkungen auf die Brust

  • Zu lange Stillpausen: durch Trennung von Mutter und Kind, erste Durchschlafversuche des Kindes, während des Abstillens

Nur selten wird ein Milchstau durch eine Überproduktion von Muttermilch verursacht. Dem Milchstau vorzubeugen ist nur möglich, indem mögliche Stressfaktoren beseitigt werden, was aber im Alltag nicht immer einfach ist.

Wie lange dauert ein Milchstau?

Normalerweise sollte ein Milchstau in ein bis zwei Tagen gelöst sein. Nach 24 Stunden ohne eine Besserung der Symptome besteht die Gefahr einer Brustentzündung (Mastitis). Dauert er also länger, sollte unbedingt die Hebamme oder der Arzt kontaktiert werden.

Mastitis durch Milchstau?

Ein Milchstau kann unter Umständen zu einer Mastitis führen. Als Mastitis wird eine Entzündung der Brustdrüse bezeichnet, die entweder durch eine Infektion oder eben durch einen Milchstau entstehen kann. Hier sind bei der Stillenden oft Entzündungszeichen im Blut nachweisbar. Auch die Zusammensetzung der Muttermilch verändert sich, was unter anderem eine Geschmacksveränderung der Milch bewirkt. Häufig steigt die Körpertemperatur der Betroffenen auf 38 Grad Celsius oder höher an.

Um die Ursache herauszufinden, müssen Blutuntersuchungen erfolgen, da die klinischen Symptome hierzu nicht ausreichen. Nur mit einer Laboruntersuchung lässt sich feststellen, ob eine bakterielle Infektion oder ein Milchstau die Ursache für eine Mastitis sein kann.

Tipps gegen wunde Brustwarzen
Autor: Karin Wunder, Medizinautorin, Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 28. Januar 2019
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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