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Dienstag, 28. Februar 2017
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Hypomenorrhoe – sehr schwache Menstruationsblutung

Hypomenorrhoe – sehr schwache Menstruationsblutung
Hypomenorrhoe und Kinderwunsch? Ihr Arzt wird gemeinsam mit Ihnen feststellen, ob regelmäßig ein Eisprung stattfindet
(c) iStockphoto/KatarzynaBialasiewicz

Als Hypomenorrhoe wird eine regelmäßige aber sehr schwache Menstruationsblutung bezeichnet. Per Definition bedeutet das: Bei einer Regelblutung werden weniger als 25 Milliliter Blut ausgeschieden.

Die Hypomenorrhoe gehört zu den Zyklusstörungen. Im Gegensatz zur Hypermenorrhoe, einer sehr starken Blutung, tritt die Menstruationsblutung hier in einer abgeschwächten Form ein.

Klassische Symptome einer Hypomenorrhoe sind:

  • Verkürzte Blutungsdauer (von ein bis zwei Tagen oder auch nur wenigen Stunden)
  • Auftreten von Schmierblutungen statt „normalen“ Blutungen
  • Pro Tag werden etwa zwei Binden/Tampons benötigt

Die Zyklusdauer muss bei einer Hypomenorrhoe nicht gestört sein. Trotz schwacher Blutung tritt sie regelmäßig auf.

Ursachen einer Hypomenorrhoe: Wechseljahre als Auslöser

Eine Hypomenorrhoe kann verschiedene Ursachen haben. Oft ist eine niedrige Östrogenproduktion des Körpers für die schwache Blutung verantwortlich. Denn: Wird zu wenig Östrogen produziert, kann sich die Gebärmutterschleimhaut nicht ausreichend aufbauen. Dementsprechend fällt auch die Blutung nur schwach aus. Eine Hypomenorrhoe geht häufig mit dem Eintritt der Wechseljahre einher. Hintergrund: Die Funktion der Eierstöcke nimmt zu diesem Zeitpunkt ab und es wird weniger Östrogen produziert. Auch Übergewichtige oder Frauen mit Magersucht, können an einer Hypomenorrhoe leiden. In diesen Fällen liegt meist aufgrund des extremen Körpergewichts eine hormonelle Störung vor.

Weitere Ursachen einer Hypomenorrho können sein:

  • eine dauerhafte Behandlung über Wochen oder Monate mit Gestagen (z. B. zur Behandlung einer Endometriose)
  • chronisch entzündliche Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut
  • Eingriffe, die zu Schädigungen der Gebärmutterschleimhaut geführt haben (z. B. Ausschabung)

Hypomenorrhoe nach Absetzen der Pille?

Eine Hypomenorrhoe zählt zu den Nebenwirkungen der Antibabypille. Auch die Hormonspirale kann eine schwache Blutung auslösen. Nach dem Absetzen der Pille treten häufig Zyklusstörungen auf. So kann es zum Ausbleiben der Monatsblutung – der sogenannten „Postpill-Amenorrhoe“ – oder zu schwachen Blutungen (auch in Form von Schmierblutungen) kommen. Von Frau zu Frau dauert es unterschiedlich lange, bis sich der Zyklus wieder eingependelt und normalisiert hat. Fragen Sie bitte Ihren Frauenarzt um Rat: Er kann Sie nach dem Absetzen der Pille beraten, gemeinsam mit Ihnen den Zyklus beobachten und ggf. Untersuchungen zur Ursachenerforschung durchführen.

Diagnose bei Hypomenorrhoe

Bei einer schwachen Menstruationsblutung können Sie sich an Ihren Frauenarzt wenden. Er wird sich bei der Anamnese nach der Krankheitsvorgeschichte der Patientin, nach Zykluseigenschaften, Lebensgewohnheiten und -umstände (Wechseljahre, Übergewicht, Untergewicht) erkundigen. Mittels gynäkologischer Untersuchungen der Gebärmutter und der Eierstöcke, wie dem vaginalen Ultraschall, kann er feststellen, ob bestimmte körperliche Ursachen für die schwache Menstruation verantwortlich sind. Außerdem lässt sich der Hormonspiegel im Blut feststellen. Ausschlaggebend für Frauen mit Kinderwunsch ist, dass trotz schwacher Blutung regelmäßig ein Eisprung stattfindet. Um Ihren Zyklus zu beobachten, sollten Sie einen Zykluskalender führen und jeden Morgen nach dem Aufwachen die Basaltemperatur messen. Ihr Arzt wird Sie dazu beraten.

Hypomenorrhoe: Fruchtbarkeit und Kinderwunsch

Frauen mit Kinderwunsch und einer bestehenden Hypomenorrhoe sollten die Ursache genau abklären lassen. Findet regelmäßig ein Eisprung statt, ist die Fruchtbarkeit von der schwachen Blutung nicht eingeschränkt. Bleibt der Eisprung aus, wird Ihr Arzt auf die Suche nach der Ursache gehen und eine entsprechende Behandlung einleiten.

Hypomenorrhoe: Therapie bei Kinderwunsch

Eine Hypomenorrhoe (die mit dem Eintritt der Wechseljahre einhergeht) ist generell nicht behandlungsbedürftig. Bei Frauen mit Kinderwunsch kommt es darauf an, ob ein Eisprung stattfindet. Ist dies (regelmäßig) der Fall, muss in der Regel keine Therapie eingeleitet werden. Ist eine Funktionsschwäche der Eierstöcke für die Hypomenorrhoe verantwortlich und wird die Fruchtbarkeit dadurch vermindert, können bestimmte Therapien bei Kinderwunsch durchgeführt werden. Kommt es nicht zu einer Eireifung ist beispielsweise die Gabe von Östrogenen eine mögliche Option. Die Therapie richtet sich immer nach den Ursachen: Ihr Arzt wird die Vorgehensweise in Ihrem individuellen Fall mit Ihnen besprechen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2017
Quellen: Costa, S.-D., Kaufmann, M., Scharl, A.: Die Gynäkologie. Springer Verlag, Heidelberg 2013; Diedrich, K.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Springer-Verlag, Heidelberg 2006; Leidenberger, F., Ortmann, O., Strowitzki, T.: Klinische Endokrinologie für Frauenärzte, Springer-Verlag, Heidelberg 2014; Online-Informationen des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.: www.frauenaerzte-im-netz.de, Abruf: 14.4.2016

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