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Mittwoch, 17. Oktober 2018
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Antibiotika in der Schwangerschaft

Autor: Maurice Klingler, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 04. Oktober 2018

Antibiotika werden bei Infektionen in der Schwangerschaft ebenso verabreicht wie bei der nichtschwangeren Frau. Die Wirksamkeit und Toxizität (Giftigkeit) ist unverändert.

Antibiotika in der Schwangerschaft
Frauen, die Antibiotika in der Schwangerschaft nehmen müssen, sind häufig besorgt - zu Unrecht
© iStock.com/vadimguzhva

Entscheidend in der Schwangerschaft ist die Giftigkeit für den Fötus und die Tatsache, dass gelegentlich eine höhere Dosierung als Folge des vergrößerten Blutvolumens und der gesteigerten Nierendurchblutung notwendig ist. Beides führt eventuell dazu, dass der Medikamentenspiegel unter den therapeutisch notwendigen absinkt. Schwangere Frauen müssen sich jedoch keine Sorgen wegen einer Einnahme von Antibiotika machen: Bei vielen Infektionen in der Schwangerschaft wäre es für das Baby und auch die werdende Mutter gefährlicher, nicht zu behandeln, als ein Antibiotikum einzusetzen. Der Arzt, der das Antibiotikum verschreibt, sollte natürlich über die Schwangerschaft informiert sein, damit er den richtigen Wirkstoff auswählen kann.

Acyclovir Potentiell teratogen oder zytotoxisch
Aminoglykoside Eine längere Streptomycingabe zur Behandlung der Tuberkulose schlägt auf Seiten der Mutter auf das Gehör. Streptomycin sollte deshalb nicht gegeben werden, außer Isoniazid. Ethambutol oder Rifampicin sind nicht empfohlen.
Amphotericin B Bedenklich wegen Nebenwirkungen
Ampicillin Weitgehend unbedenklich
Azidothymidin Potentiell teratogen oder zytotoxisch
Cephalosporine Cephalosporine der ersten und zweiten Generation (Cephalothin, Cefazolin Cefoxitin) sind sicher und haben keine erhöhte fetale Toxizität. Über die neueren Kephalosporine (Moxalactam, Cefotaxim, Cefoperazon etc.) gibt es noch wenig ausreichende Informationen.
Chlorampehenicol Die Unfähigkeit der Neugeborenenleber, Chlorampehenicol zu verarbeiten, kann bis zu einem Zusammenbruch des Herz-Kreislaufsystems des Fötus führen.
Clavulansäure Sicherheit nicht erwiesen
Clindamycin Bedenklich wegen Nebenwirkungen. Da sich dieses Medikament im Knochen anreichern kann, sollte nach der Entbindung das Knochenwachstum des Babys überwacht werden.
Erythromycin Es besteht keine erhöhte mütterliche und fetale Toxizität.
Ethambutol Schädigende Wirkung auf die Mutter und den Fötus ist bis jetzt nicht bekannt. Die Erfahrungen mit diesem Medikament sind allerdings noch gering.
Fluconazol Bedenklich wegen Nebenwirkungen
Flucytosin Potentiell teratogen oder zytotoxisch
Ganciclovir Potentiell teratogen oder zytotoxisch
Griseofulvin Potentiell teratogen oder zytotoxisch
Gyrasehemmer Potentiell teratogen oder zytotoxisch
Imipenem Sicherheit nicht erwiesen
Isoniazid Isoniazid kann bei Behandlung der aktiven Tuberkulose angewendet werden. Eine Chemoprophylaxe ist zu vermeiden.
Itraconazol Bedenklich wegen Nebenwirkungen
Ketoconazol Bedenklich wegen Nebenwirkungen
neue Makrolide Sicherheit nicht erwiesen
Nitrofurantoin Potentiell teratogen oder zytotoxisch
Nitroimidazol Potentiell teratogen oder zytotoxisch
Penizilline Penizilline können während der gesamten Schwangerschaft gegeben werden. Es besteht keine erhöhte mütterliche und fetale Toxizität.
Pyrimethamin Pyrimethamin hat im ersten Trimenon und in geringerem Ausmaß auch im zweiten Trimenon eine schädigende Wirkung auf den Fötus.
Rifampicin Potentiell teratogen oder zytotoxisch. Zwar ist eine schädigende Wirkung auf die Mutter und den Fötus bis jetzt nicht bekannt, die Erfahrungen mit diesem Medikament sind allerdings noch gering. Es sind allerdings fetale Gliedmaßendeformationen mit unsicherer Beziehung zu Rifampicin aufgetreten.
Sulbactam Sicherheit nicht erwiesen
Sulfonamide Für den Fötus sind Sulfonamide in der vorgeburtlichen Phase gefährlich. Die Leber des Neugeborenen ist nicht in der Lage, die Sulfonamide zu verarbeiten.
Tazobactam Sicherheit nicht erwiesen
Tetrazykline Als Injektion gegebene Tetrazykline können im dritten Trimenon der Schwangerschaft eine mütterliche Hepatitis auslösen. Tetrazykline verursachen eine Verfärbung und Verformung der Zähne beim Fötus.
Trimethoprim-Sulfamethoxazol Durch die Folsäure-antagonisiernde Wirkung kann eine Anämie verstärkt werden.
Vancomycin Sicherheit nicht erwiesen
Letzte Woche vor dem Termin zusätzlich bedenklich:
Sulfonamide
Co-Trimoxazol
Nitrofurantoin

Weitere Informationen über Medikamente und Schmerzmittel in der Schwangerschaft erhalten Sie bei Embryotox. Unter der Infonummer 030/30308-111 oder online unter www.embryotox.de können Sie sich persönlich informieren.

 

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Autor: Maurice Klingler, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 04. Oktober 2018

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