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Wichtige Rolle bei Familienplanung und Geburt

Muttermund: Wie ertasten und wann ist er geöffnet?

Der Muttermund hat viele wichtige Aufgaben: Er schützt die Gebärmutter vor Keimen, ist ein Indiz für fruchtbare Tage und öffnet sich, wenn die Geburt losgeht. Doch wie lernt man, seine Zeichen richtig zu deuten?

Muttermund: Wie ertasten und wann ist er geöffnet?
Der Muttermund hilft dabei, die fruchtbaren Tage zu erkennen.
© Getty Images/LumiNola

Artikelinhalte im Überblick:

Zervixschleim: So deuten Sie ihn richtig

Was ist der Muttermund?

Das untere Ende des Gebärmutterhalses (Zervix) wird als Muttermund bezeichnet. Der äußere Muttermund ragt in die Scheide hinein, der innere öffnet sich zur Gebärmutterhöhle. Bei Frauen, die noch kein Kind zur Welt gebracht haben, sieht der äußere Muttermund aus wie ein Grübchen. Nach einer Geburt hat er die Form von einem quergestellten Spalt.

Der Gebärmutterhals fungiert als Schranke zwischen Scheide und innerer Gebärmutter: Durch das Absondern eines zähflüssigen Schleims (Zervixschleim) verschließt er den Muttermund und verhindert so, dass Bakterien hindurchdringen. An unfruchtbaren Tagen ist genau diese Konsistenz auch dafür verantwortlich, dass es die Spermien zu schwer haben, in die Gebärmutter zu gelangen. An fruchtbaren Tagen ist der Schleim dünnflüssig und die Spermien können leicht aufsteigen, um ein Ei zu befruchten.

Muttermund ertasten und fruchtbare Tage erkennen

Wann sind meine fruchtbaren Tage? Jede Frau mit Kinderwunsch stellt sich diese Frage, um schnell und stressfrei schwanger zu werden. Da sich der Muttermund an den fruchtbaren Tagen verändert, kann er tatsächlich als Hinweis dienen.

Die Selbstuntersuchung des Muttermundes sollte für die natürliche Familienplanung allerdings nicht als alleinige Bestimmungsmethode der fruchtbaren Tage herangezogen werden. Nicht jede Frau kann beim Ertasten des Muttermundes die Veränderungen gleich gut wahrnehmen. Sie sind auch davon abhängig, ob eine Frau schon einmal entbunden hat oder nicht. Den Muttermund abzutasten, kann aber zusammen mit anderen Körperanzeichen zur Bestimmung der fruchtbaren Tage dienen. Nach der symptothermalen Methode (Rötzer-Methode) werden dazu Beobachtungen des Temperaturanstiegs und die Veränderung des Zervixschleims durchgeführt.

Muttermund abtasten – so geht's

Um den Zustand zu überprüfen, können Sie Ihren Muttermund selbst ertasten. Direkt nach der Menstruation sollten Sie damit beginnen, ihn täglich einmal in der gleichen Position zu untersuchen. Führen Sie dazu ein bis zwei Finger – liegend mit angezogenen Beinen, in der Hocke oder mit einem Bein auf einem Stuhl stehend – in die Vagina ein.

Wie fühlt sich der Muttermund an?

  • Unmittelbar nach der Menstruation: Jetzt ist der Gebärmutterhals geschlossen. Er fühlt sich hart an und ragt tief in die Scheide hinein.

  • Vor den fruchtbaren Tagen: Steigt der Östrogenspiegel im Verlauf des Zyklus und rückt der Eisprung näher, verändert sich die Beschaffenheit des Muttermundes: Er wird weicher und verlagert sich weiter nach oben.

  • Nach dem Eisprung: Ist der Eisprung vorüber, schließt er sich wieder und wird hart. Nach drei Tagen mit geschlossenem, harten Muttermund beginnen die unfruchtbaren Tage.

Fruchtbare Tage erkennen: so geht's

Muttermund in der Schwangerschaft

Hat es mit dem Schwangerwerden geklappt, spielt der Muttermund wieder eine wichtige Rolle. Um während der Schwangerschaft das Eindringen von Keimen in die Fruchthöhle zu verhindern, ist er ab jetzt fest verschlossen.

Tritt während der Schwangerschaft eine Gebärmutterhalsschwäche auf bedeutet dies, dass sich der Muttermund vorzeitig verkürzt und öffnet. Damit es nicht zu einer Frühgeburt kommt, wird die Länge des Gebärmutterhalses nun streng überwacht und die werdende Mutter muss sich ausreichend schonen. Eine sogenannte Cerclage (Zunähen des Muttermundes) kann den geöffneten Muttermund in einem solchen Fall ebenfalls verschlossen halten.

Muttermund bei der Geburt: Wann ist er wie weit geöffnet?

Bei der Geburt wird dem Muttermund viel Aufmerksamkeit geschenkt, denn er zeigt an, wie weit fortgeschritten die Geburtsphasen sind. Wie weit der Muttermund geöffnet ist und ob es nun mit der Geburt losgeht, wird bei der Ankunft im Krankenhaus kontrolliert. Die Muttermundweite geben Arzt oder Hebamme in Zentimetern an.

  • Erstes Anzeichen: Löst sich am Ende der Schwangerschaft ein Schleimpfropf, ist dies ein Anzeichen für die bevorstehende Geburt. Denn der Muttermund hat sich jetzt schon leicht geöffnet und wird nicht mehr von diesem abgedichtet.

  • Eröffnungsphase: In dieser Geburtsphase wird der Muttermund durch die sogenannten Eröffnungswehen schrittweise um weitere Zentimeter geöffnet. Dies geschieht durch die Kontraktionen der Gebärmutter (Wehen): Sie sorgen dafür, dass sich der untere Teil der Gebärmutter zurückzieht (Retraktion) und somit verkürzt. Der Kopf des Kindes rutscht tiefer und der Muttermund dehnt sich aus (Delatation). Die Phase endet mit der vollständigen Öffnung des Muttermunds auf zehn Zentimeter. Wenn eine Wehenschwäche besteht oder der Gebärmutterhals nicht ausreichend weich ist, kann es zu einer verzögerten Muttermundöffnung kommen, die den Geburtsverlauf stört.

  • Austreibungsphase: Erst wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist, beginnt die Austreibungsphase, in der das Kind tiefer in den Geburtskanal rutscht. Am Ende der Austreibungsphase ist das Kind geboren.

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