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Unerfüllter Kinderwunsch

Unfruchtbarkeit bei der Frau

Wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappen will: Unfruchtbarkeit bei der Frau kann viele Ursachen haben. Hormonelles Ungleichgewicht, Umweltgifte, Erkrankungen, Entzündungen oder Stoffwechselstörungen sind häufige Gründe. Auch das Alter der Frau spielt eine Rolle.

Unfruchtbarkeit bei der Frau
Unfruchtbarkeit bei der Frau kann viele Ursachen haben, deshalb ist eine ausgiebige Diagnose enorm wichtig. Bei psychischer Belastung aufgrund des unerfüllten Kinderwunsches kann eine Psychotherapie hilfreich sein.
© iStock/PeopleImages

Schätzungen zufolge sind in Deutschland zwischen fünf und zehn Prozent aller Paare ungewollt kinderlos. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen etwa zur Hälfte beim Mann und zur Hälfte bei der Frau. In zehn bis 15 Prozent dieser Fälle sind die Ursachen ungeklärt (idiopathische Sterilität).

Sowohl Männer als auch Frauen können von Unfruchtbarkeit betroffen sein. Bei der Sterilität des Mannes handelt es sich um Zeugungsunfähigkeit.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Tipps, um die Fruchtbarkeit zu steigern

Was ist Unfruchtbarkeit?

Von Unfruchtbarkeit (Sterilität) spricht man, wenn innerhalb eines Jahres trotz regelmäßigen Geschlechtsverkehrs bei Kinderwunsch keine Schwangerschaft eingetreten ist. Etwa zehn Prozent aller Paare sind in Deutschland betroffen.

Unterschieden wird bei Frau und Mann in zwei Arten der Sterilität:

  • primäre Sterilität: Die Frau ist noch nie schwanger geworden oder der Mann hat noch nie ein Kind gezeugt.
  • sekundäre Sterilität: Nach einer oder mehrerer Schwangerschaften wird die Frau nicht mehr schwanger.

Bei Infertilität kommt es zwar zu einer Schwangerschaft, sie kann jedoch nicht zu einem lebensfähigen Kind ausgetragen werden. Häufig kommt es zum Beispiel zu Fehlgeburten. Drei oder mehr hintereinander auftretende Fehlgeburten bezeichnet man als habituelle Aborte. Zwei aufeinander folgende Fehlgeburten sind dagegen wiederholte Aborte.

Ursachen für Unfruchtbarkeit bei der Frau

Für die Entstehung einer Schwangerschaft und deren positiven Verlauf sind viele verschiedene Faktoren verantwortlich. Bereits die Störung eines einzelnen Faktors kann der Grund für Unfruchtbarkeit bei der Frau sein.

Häufige hormonelle Ursachen von Unfruchtbarkeit der Frau

Der weibliche Zyklus wird durch ein komplexes Zusammenspiel von Hormonen bestimmt. Liegen hier Störungen vor, kann das einen großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben.

In der ersten Zyklushälfte sorgen das Follikelstimulierende Hormon (FSH) sowie das Luteinisierende Hormon (LH) für die Reifung der Eibläschen. Die Eisbläschen wiederum lassen auch den Östrogenspiegel ansteigen. Alle drei Hormone steigen kurz vor der Zyklusmitte stark an – das LH sogar sprunghaft, wodurch der Eisprung ausgelöst wird. Gleichzeitig sorgen Östrogene für eine Weitung des Gebärmutterhalskanals und die für die Spermien optimale Konsistenz des Zervischleims.

Nach dem Eisprung dominiert das Hormon Progesteron. Zusammen mit Östrogenen sorgt es dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut in der zweiten Zyklushälfte aufgebaut bleibt und sich eine eventuell befruchtete Eizelle einnisten kann. Die Hormone sind zur Aufrechterhaltung der Schwangerschaft wichtig. Produziert werden die Hormone von der in den Eierstöcken verbliebenen Hülle des Eibläschens, dem Gelbkörper.

Zervixschleim: So deuten Sie ihn richtig

Gelbkörperschwäche

Zu den häufigen hormonellen Störungen gehört die Gelbkörperschwäche. Dabei produziert der Gelbkörper zu wenig Hormone, sodass die zweite Zyklushälfte verkürzt ist. Ein möglicherweise befruchtete Blastozyste nistet sich nicht richtig ein. In der Folge kann es zu einer (häufig unbemerkten) Fehlgeburt kommen.

Lesen Sie hier mehr über die Gelbkörperschwäche.

Fehlender Eisprung (Anovulation)

Ebenfalls eine häufige Ursache, warum es mit dem Kinderwunsch nicht klappt, ist die Anovulation. Auch hier sind die Gründe äußerst vielfältig. Eine Vielzahl der betroffenen Frauen leidet unter dem PCO-Syndrom. Aber auch andere Faktoren können eine Rolle spielen:

  • Alter
  • hormonelle Störungen
  • starkes Unter- oder Übergewicht
  • körperliche Überlastung
  • chronischer Stress

Typische Anzeichen für einen fehlenden Eisprung sind sehr kurze oder sehr lange Zyklen oder sogar ein Ausbleiben der Periode.

Lesen Sie hier mehr über die Anovulation.

Erhöhter Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie)

Das Hormon Prolaktin wird in Schwangerschaft und Stillzeit vermehrt gebildet. Es regt das Wachstum der Brustdrüsen sowie die Milchbildung an und verhindert einen Eisprung. Ist der Prolaktinspiegel außerhalb dieser Zeit erhöht, kann es zu Zyklusstörungen, Ausbleiben der Periode und/oder des Eisprungs sowie Gelbkörperschwäche kommen.

Lesen Sie hier mehr über Hyperprolaktinämie.

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Schilddrüsenstörungen

Schilddrüsenstörungen gehören zu den häufigsten hormonellen Störungen bei der Frau. Aufgabe der Schilddrüse ist die Produktion, Speicherung und Freisetzung der Schilddrüsenhormone. Diese sorgen wesentlich für einen funktionierenden Stoffwechsel und spielen bei allen Wachstums- und Energieprozessen im Körper eine Rolle.

Als Ursachen für Schilddrüsenstörungen und damit für Unfruchtbarkeit kommen vor allem infrage:

Ein wichtiger Indikator für die Funktion der Schilddrüse ist der TSH-Wert. Er lässt sich aus dem Blutserum bestimmen. Bei bereits länger bestehendem Kinderwunsch empfiehlt sich ein TSH-Wert um oder unter 1 mU/l. Zusätzlich sollten die freien Schilddrüsenwerte Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) bestimmt werden.

Lesen Sie hier mehr über TSH bei Kinderwunsch.

PCO-Syndrom ist eine der häufigsten Gründe für Unfruchtbarkeit bei der Frau

Das PCO-Syndrom (POS) ist die häufigste hormonelle Störung bei der Frau: Acht bis 13 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter sind betroffen. Wahrscheinlich liegt die Dunkelziffer sogar noch höher, da es häufig lange bis zur Diagnose dauert oder diese nie korrekt gestellt wird.

Tatsächlich handelt es sich beim PCO-Syndrom um eine komplexe Erkrankung, die mit verschiedenen Beschwerden einhergeht. Betroffene leiden meist unter Zyklusstörungen, die Periode ist unregelmäßig oder bleibt aus, es findet häufig kein Eisprung statt. In den Eierstöcken zeigen sich Zysten (polyzystische Ovarien).

Weitere Anzeichen für PCOS sind übermäßiger Haarwuchs (Hirtuismus) und oft auch mit Insulinresistenz einhergehendes Übergewicht.

Die Ursachen des PCO-Syndroms sind unklar. Vermutet wird eine Kombination aus genetischen Faktoren und dem Lebensstil.

Lesen Sie hier mehr über das PCO-Syndrom.

Unfruchtbarkeit durch Endometriose

Endometriose gehört zu den häufigen Ursachen von Unfruchtbarkeit der Frau. Bei dieser Erkrankung kommt es zu Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometrium). Je nach Lage und Größe haben die Endometrioseherde einen mehr oder weniger großen Einfluss auf die Fruchtbarkeit.

Bis zu 50 Prozent aller von Endometriose Betroffenen hat einen unerfüllten Kinderwunsch. Gleichzeitig werden bis zu einem Viertel der Frauen nach einer erfolgreichen operativen Entfernung der Endometrioseherde spontan schwanger. Zehn bis 20 Prozent der Sterilitätsfälle sind auf Endometriose zurückzuführen.

Lesen Sie hier mehr über Endometriose.

Organische Ursachen für Unfruchtbarkeit

Undurchlässige Eileiter und Verwachsungen

Nach dem Eisprung wandert die Eizelle durch den Eileiter zur Gebärmutter. Hier kann sie wiederum aus Richtung Gebärmutter schwimmende Spermien treffen und befruchtet werden. Entzündungen oder Infektionen wie Chlamydien können jedoch – häufig auch völlig unbemerkt – zu Verwachsungen oder Verklebungen eines oder sogar beider Eileiter führen. Auch frühere Eileiterschwangerschaften, Operationen oder Endometriose kommen als Ursache für undurchlässige Eileiter infrage.

Diese Ursache für Unfruchtbarkeit bei Frauen nennt man tubare Sterilität. Sicher diagnostizieren lässt sie sich mittels Bauchspiegelung. Manchmal können Verwachsungen und Verklebungen im Rahmen dieser Operation auch gleich gelöst werden. Das ist jedoch nicht immer möglich. Als Weg zum Wunschkind steht Paaren dann die In-vitro-Fertilisation (IVF) offen, bei der die befruchtete Eizelle oder Blastozyste direkt in die Gebärmutterhöhle gebracht wird.

In-vitro-Fertilisation (IVF).

Myome und Polypen

Myome sind langsam wachsende, gutartige Tumoren, die sich aus den Muskelzellen der Gebärmutter entwickeln. Sie wachsen unter dem Einfluss von Östrogenen und betreffen deshalb Frauen im gebärfähigen Alter. In etwa der Hälfte machen sie sich gar nicht bemerkbar, können aber auch sehr lange und starke Periodenblutungen sowie Zwischenblutungen verursachen. Je nach Lage und Größe können sie aber auch die Einnistung verhindern oder zu Fehlgeburten führen.

Lesen Sie hier mehr über Myome.

Polypen in der Gebärmutterschleimhaut sind in der Regel gutartig. Ähnlich wie Myome können sie gar keine Beschwerden machen oder zu Blutungsstörungen führen. Ob Polypen verantwortlich sind für Unfruchtbarkeit, hängt vor allem von ihrer Lage ab.

Genetische Faktoren bei Unfruchtbarkeit

Wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt und andere Ursachen dafür ausgeschlossen wurden oder eine familiäre Disposition vorliegt, können genetische Ursachen vorliegen. Es empfiehlt sich eine genetische Beratung mit Chromosomenanalyse. Dafür wird lediglich eine Blutprobe benötigt. Aus den weißen Blutkörperchen lassen sich die Zellkerne für die Anfertigung eines Karyogramms verwenden. Das Karyogramm gibt Aufschluss über fehlende oder überzählige Chromosomen(-abschnitte) sowie strukturelle Veränderungen, die zu Unfruchtbarkeit führen können.

Spermienqualität verbessern: Was bringen Vitamine und Co.?

Alter als Grund für Unfruchtbarkeit bei der Frau

Manche Paare befassen sich heute relativ spät mit der Familiengründung. Gleichzeitig nimmt die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Wege schwanger zu werden, bei Frauen etwa ab dem 30. Lebensjahr kontinuierlich ab, ab dem 35. Lebensjahr sogar rapide. Es kommt häufiger zu hormonellen Störungen und die Qualität der Eizellen sinkt. Dieser Prozess ist ganz natürlich, kann aber bei Kinderwunsch zur Belastung werden. Zwar sinkt auch die Fruchtbarkeit von Männern im Laufe des Lebens, aber nicht so stark wie die der Frauen.

Lesen Sie hier mehr über späte Eltern.

Künstliche Befruchtung: Diese Methoden gibt es

Umweltgifte und Unfruchtbarkeit

Schon länger stehen Umweltgifte im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu schädigen. Kaum jemand kann sich Umweltgiften entziehen. Längst haben Mediziner nachgewiesen, dass sie die Fortpflanzungsorgane und das komplexe Zusammenspiel der Hormone schädigen. Das gilt insbesondere für Schwermetalle und hormonähnlich wirkende Kunststoffe. Aber auch Rückstände von Pestiziden in Obst und Gemüse scheinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit zu nehmen. 

Lesen Sie hier mehr über Umweltgifte und Fruchtbarkeit.

Lebensstil und Gewohnheiten

Dass die Lebensweise Einfluss auf die Gesundheit hat, wird wohl heute niemand mehr bestreiten. Auch die Fruchtbarkeit kann durch sie beeinflusst werden. So ist beispielsweise heute bekannt, dass Raucherinnen häufiger von Unfruchtbarkeit betroffen sind. Es empfiehlt sich deshalb, spätestens mit Aufkommen des Kinderwunsches das Rauchen aufzugeben. Aber auch Alkohol- und Drogenkonsum kann zu Unfruchtbarkeit führen.

Ein weiterer Faktor ist das Gewicht: Sowohl Unter- als auch Übergewicht, aber auch regelmäßiger, stark fordernder Sport oder harte körperliche Arbeit führen zu hormonellen Störungen, die wiederum Ursache für Unfruchtbarkeit bei der Frau sein können. Ob und wie sich Stress auf die Fruchtbarkeit auswirkt, ist Forschungsgegenstand zahlreicher Studien.

Lesen Sie hier mehr über Einflüsse auf die Fruchtbarkeit.

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Wie diagnostiziert man Unfruchtbarkeit?

Die Diagnostik bei Unfruchtbarkeit richtet sich nach der individuellen Situation des Paares. Zunächst findet ein ausführliches Gespräch über die Krankheitsgeschichte mit der*dem Ärztin*Arzt statt. Besonders im Mittelpunkt stehen dabei Fragen zur Menstruation, vor allem im Hinblick auf Regelmäßigkeit und Beschwerden. Eventuelle vorangegangene Schwangerschaften oder Schwangerschaftsabbrüche sowie gynäkologische Erkrankungen sind bei der Diagnose von Unfruchtbarkeit ebenfalls von Bedeutung.

Hormonelle Diagnostik

Bei der Frau steht in der Regel die Bestimmung der Hormone zu verschiedenen Zeitpunkten im Zyklus oft am Beginn der Diagnostik (Zyklusmonitoring).

Lesen Sie hier mehr über das Zyklusmonitoring.

Gynäkologische Untersuchung und sonografische Diagnostik

Die gynäkologische Untersuchung beinhaltet die Abtastung der Fortpflanzungsorgane. Der zytologische Abstrich (Pap-Test) gibt Hinweise auf Bakterien, Pilze oder Zellveränderungen, die Unfruchtbarkeit bedingen können.

Im Rahmen des Zyklusmonitorings lassen sich außerdem per Ultraschallkontrolle die Größe des Follikels und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut bestimmen. Fehlbildungen und Veränderungen in Gebärmutter, Eileitern und Eierstock lassen sich ebenfalls im Ultraschallbild erkennen.

Weitere Untersuchungen

Weitere Untersuchungen, mit denen sich speziell die Fruchtbarkeit untersuchen lässt, sind:

Die Untersuchungen richten sich nach der vermuteten Störung und werden individuell durchgeführt. Oft liegen die Ursachen für eine ungewollte Kinderlosigkeit in Störungen des Zyklusablaufs begründet.

Gleichzeitig werden auch Fruchtbarkeitsuntersuchungen beim Mann vorgenommen, um festzustellen, ob die Ursache für die Kinderlosigkeit die Zeugungsunfähigkeit des Mannes ist.

Behandlungsmöglichkeiten sind sehr individuell

Die Therapie von Unfruchtbarkeit richtet sich nach der Ursache. Auch die Erfolgsaussichten einer Behandlung spielen dabei eine Rolle.

Wenn Geschlechtsorgane angeborene oder durch eine Krankheit entstandene Fehlbildungen aufweisen, lassen sich diese oft in einer Operation korrigieren. Verklebte oder verwachsene Eileiter werden bei Frauen besonders häufig behandelt. Männer werden hingegen oft operiert, um eine Vasektomie rückgängig zu machen.

Mögliche Behandlungen bei Unfruchtbarkeit, auch im Rahmen einer assistierten oder künstlichen Befruchtung, sind:

Lesen Sie hier mehr über die künstliche Befruchtung.

Kann man die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen?

Auch die Lebensweise hat Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Es empfiehlt sich deshalb eine ausgewogene Ernährung, maßvoller Genuss von Alkohol, Kaffee und schwarzem Tee und Nichtrauchen. Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training helfen bei der Bewältigung von Stress und psychischer Anspannung.

Yoga stimuliert zudem verschiedene Drüsen und Organe, die wichtig für den Hormonhaushalt sind und soll harmonisierend auf Körper und Geist wirken.

Man muss sich allerdings im Klaren darüber sein, dass man auf viele Ursachen der Unfruchtbarkeit keinen Einfluss hat. Zudem gibt es auch Frauen, bei denen die Gründe nicht abschließend geklärt werden können.

Hormon-Yoga bei Kinderwunsch
Beiträge im Forum "Wenn es nicht klappen will ..."
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