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Endometriumbiopsie

Endometriumbiopsie
Eine Endometriumbiopsie wird unkompliziert beim Frauenarzt durchgeführt
iStock/zoranm

Endometriumbiopsie bezeichnet einen gynäkologischen Eingriff, der bei unerfülltem Kinderwunsch oder bei Verdacht auf krankhafte Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut durchgeführt wird.

Bei der Endometriumbiopsie wird eine Gewebeprobe an der Vorder- und Hinterwand der Gebärmutter entnommen, um diese feingeweblich zu untersuchen. Für eine Fruchtbarkeitsuntersuchung bei Kinderwunsch wird darüber der Östrogen- und Progesterongehalt, in der Gebärmutterschleimhaut bestimmt. Krankhafte Veränderung, beispielsweise Gebärmutterkrebs, Myome oder Polypen, testeronkönnen mit dieser Untersuchungsmethode ebenfalls diagnostiziert und lokalisiert werden. Die Endometriumbiopsie wird auch als fraktionierte Abrasio oder Strichkürettage bezeichnet.

Diagnoseverfahren Endometriumbiopsie

Der Endometriumbiopsie gehen normalerweise vorherige gynäkologische Untersuchungen voraus. Dies kann zum Beispiel der Pap-Test, ein Zellabstrich am Muttermund und am Gebärmutterhalskanal, sein. Der Pap-Test ist eine Standard-Untersuchung, die im Rahmen der Krebsfrüherkennung stattfindet. Er gibt Auskunft über den Hormonstatus, die Zyklusphase, Infektionen oder Krebsvorstufen.

Um entartete Zellen in der Gebärmutterschleimhaut frühzeitig zu erkennen, sind jedoch weitere Untersuchungen nötig. Weitere Hinweise über eine unregelmäßig aufgebaute Schleimhaut kann ein Vaginaler Ultraschall (Vaginale Sonographie) liefern. Wird eine Endometriumbiopsie durchgeführt, muss vorher abgeklärt werden, dass die Frau nicht schwanger ist.

Wann wird die Endometriumbiopsie durchgeführt?

Als Nachweis von entarteten Zellen in der Gebärmutterschleimhaut ist die Endometriumbiopsie die sicherste Methode. Häufig wird sie mit einer Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) kombiniert, um gezielt Gewebeproben zu entnehmen.

Die Endometriumbiopsie findet im Rahmen von Fruchtbarkeitsuntersuchungen heute nur noch selten statt. Bei einem Verdacht auf Unfruchtbarkeit finden eine Reihe von anderen gynäkologischen Untersuchungen und Hormontests statt, die Auskunft über Sterilitätsgründe liefern können.

Die Endometriumbiopsie hat zwei Untersuchungsschwerpunkte in der Gynäkologie. Sie wird in der Sterilitätsdiagnostik eingesetzt, um Aufschluss zu erhalten, ob hormonelle Störungen ein Grund für Unfruchtbarkeit sein können. Untersucht wird dafür der Hormongehalt von Progesteron und Östrogen in der Gebärmutterschleimhaut. Diese beiden Hormone bedingen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und stellen damit die Voraussetzung für die Einnistung des Eis.

Treten unklare vaginale Blutungsstörungen auf, kann das auf krankhafte Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut hinweisen. Ursachen können Polypen, Myome oder Gebärmutterschleimhautkrebs sein. Mit der Gewebeentnahme wird untersucht, ob sich dieser Verdacht bestätigt und ob es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung handelt.

Ablauf der Endometriumbiopsie

Die Endometriumbiopsie wird in der Regel in der zweiten Hälfte des Zyklus ambulant unter Narkose oder Lokalanästhesie durchgeführt. Die Endometriumbiopsie wird vaginal durchgeführt: Dabei wird der Muttermund leicht geweitet und ein dünnes, löffelartiges Instrument (Kürette) in die Gebärmutter und eine Gewebeprobe entnommen werden.

Der Eingriff selbst dauert nur etwa zehn Minuten und ist relativ unbelastend für Körper und Gebärmutter. Je nach Umfang der Untersuchung kann es auch zur kompletten Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut kommen. Die Schleimhaut der Gebärmutter baut sich im Zyklusverlauf wieder auf.

Komplikationen bei der Endometriumbiopsie

Die Endometriumbiopsie ist ein kleiner, schmerzfreier Eingriff, bei dem kaum Komplikationen auftreten. Trotzdem kann es vorkommen, dass durch unsachgemäße Handhabung der Instrumente Verletzungen in der Gebärmutter oder am Gebärmutterhals entstehen. Es kann auch zu leichten Nachblutungen kommen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 31. August 2017
Quellen: Diedrich, K., Holzgreve, W., Jonat, W., Schlutze-Mosgau, A., Schneider, K.-T. M., Weiss, J. M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007 Walter de Gruyter (Hrsg.): Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter, Berlin 2007 Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.: Diagnostik und Therapie des Endometriumkarzinom. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/034 (Stand: März 2008) Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: http://www.krebsinformationsdienst.de (Stand: August 2008) Online-Informationen der Deutschen Krebshilfe e.V.: Gebärmutter- und Eierstockkrebs, www.krebshilfe.de (Stand: August 2008)

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