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Montag, 11. Dezember 2017
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Umweltgifte und Fruchtbarkeit

Umweltgifte und Fruchtbarkeit
Umstritten ist, ob alte Amalgamfüllung die Fruchtbarkeit beeinflussen können
(c) BananaStock

Die zunehmende Umweltbelastung durch Umweltgifte gerät im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit immer häufiger in die Schlagzeilen. Kaum jemand kann sich diesn Umweltgiften noch entziehen. Längst haben Mediziner nachgewiesen, dass Umweltgifte die Fortpflanzungsorgane schädigen.

Besorgniserregend ist die Tatsache, dass sich die Spermienqualität in den letzten 15 Jahren ständig verschlechtert hat und viele Paare ungewollt kinderlos bleiben, ohne dass zunächst medizinische Ursachen hierfür gefunden werden.

Ärzte raten Kinderwunschpaaren immer häufiger dazu, Schadstofftests durchführen zu lassen, Wohnungen und Häuser zu entgiften oder sogar die Arbeitsstelle bzw. den Beruf zu wechseln. Für die meisten Schadstoffe kann man keine Aussage darüber treffen, in welcher Konzentration sie sterilisierend wirken, da Menschen unterschiedlich empfindlich auf Umweltgifte reagieren. Ein Nachweis der Unfruchtbarkeit durch Umweltgifte ist nicht einfach.

Umweltgifte umgeben uns überall. Verbraucherberatungsstellen geben Hinweise und Tipps, was man tun kann, wenn man den Verdacht hat, in der eigenen Wohnung oder am Arbeitsplatz besonders hohen Konzentrationen von Giften ausgesetzt zu sein.

Schwermetalle

Die Fehlbildungsraten von Kindern bleibelasteter Mütter sind deutlich erhöht. Blei wird für Hormonstörungen und Zyklusunregelmäßigkeiten verantwortlich gemacht. Frauen, die Früh-, Fehl- und Totgeburten hatten, haben oft erhöhte Bleikonzentration im Blut. Gerade in den neuen Bundesländern werden immer noch viele Altbauhäuser über Bleirohre mit Trinkwasser versorgt. Blei ist außerdem in vielen Farben enthalten sowie in Nahrungsmitteln, die in Ballungsgebieten angebaut wurden.

Tierversuche haben gezeigt, dass Kadmium die Fruchtbarkeit senkt. Bei schwangeren Frauen reichert es sich im Fruchtwasser und im Fötus an, wo es das Wachstum des Kindes stören und zu Fehlbildungen führen kann. Durch Schellfisch, Säugetierleber und Reis gelangt das Schwermetall in den Körper. Phosphatdünger enthält ebenfalls Kadmium. Der Kadmiumspiegel bei Raucherinnen ist höher als bei Nichtraucherinnen.

Die Schädlichkeit von Quecksilber ist schon seit langem bekannt. Der Nachweis, dass Quecksilber einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hat, konnte aber bisher nicht erbracht werden. Man weiß allerdings, dass hohe Mengen Quecksilber den Hormonhaushalt verändern und bei Ungeborenen und Kindern schwerste Hirnschädigungen hervorrufen. In den letzten Jahren entbrannte eine heftige Diskussion über die Schädlichkeit von amalgamhaltigen Zahnfüllungen (einer Mischung aus Quecksilber und anderen Metallen), als Frauenärztinnen ihre Sterilitätspatientinnen dazu drängten, ihre Amalgamfüllungen entfernen zu lassen. Bei Frauen mit mehr als zehn Amalgamfüllungen können Zyklusstörungen auftreten, die auch durch Hormontherapie nicht zu behandeln sind.

Wenn eine Zahnsanierung gemacht wird und die Amalgamplomben entfernt werden, steigt zunächst der Anteil von Quecksilber im Blut an. Daher sollten Sie nicht unmittelbar bevor Sie ein Kind zeugen möchten eine Zahnsanierung anstreben und nach einer Zahnsanierung in jedem Fall eine sogenannte Ausleitungstherapie machen. Diese trägt dazu bei, dass das Quecksilber vermehrt ausgeschieden wird. Selen und Vitamin C zum Beispiel unterstützt die Ausscheidung von Quecksilber aus dem Körper.

Chemische Gifte

Lösungsmittel gehören zu den Industriechemikalien, die Hormonstörungen und Unfruchtbarkeit verursachen können. Bei starker Belastung mit Lösungsmitteln ist auch die Fehlgeburtenrate erhöht. Bei Männern mindern Lösungsmittel die Qualität der Spermien. Lösungsmittel findet man in Farben, Lacken, Holzschutzmitteln und als Weichmacher bei der Zellophan-, Papier- und Desinfektionsmittelherstellung. Klebstoffe, Filzstifte, Seifen, Polituren und Konservierungsmittel enthalten ebenfalls Lösungsmittel.

Auch die polychlorierten Biphenyle (PCB) und das bei unsachgemäßer Müllverbrennung entstehende Dioxin haben eine sterilisierende Wirkung. Dioxin verhält sich im Körper ähnlich wie weibliche Sexualhormone. Durch Dioxine sinkt bei Männern die Fruchtbarkeit, bei Frauen kann der Hormonhaushalt gestört werden. PCB beeinträchtigen die Spermienbeweglichkeit. Obgleich die Herstellung von PCB in den USA seit 1978 und in Deutschland seit 1983 verboten ist, tragen sie noch immer zu einer schleichenden Verseuchung bei. In Fischmehl und küstennah lebenden Fischarten sind die PCB-Konzentrationen am höchsten. Der Mensch nimmt die meisten PCB und Dioxine über tierische Fette auf, während Lebensmittel pflanzlicher Herkunft kaum belastet sind.

Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel werden in großen Mengen in der Landwirtschaft eingesetzt. Sie werden nicht nur über die Nahrung, sondern hauptsächlich über die Haut aufgenommen. Auch in der eigenen Wohnung ist man vor den giftigen Mitteln nicht geschützt. Viele Teppiche werden vom Hersteller gegen Mottenfraß mit einem Pestizid (PCB) behandelt, im Ausland gekaufte Teppiche sind häufig mit Lindan (Insektenschutzmittel) imprägniert. Holzmöbel werden oft schon vor der Verarbeitung mit Holzschutzmittel behandelt. Fensterrahmen und Deckenverkleidungen aus Holz bekommen einen Feuchtigkeitsschutz aus pestizidhaltigen Lacken. Selbst Kleidung ist oft mit derartigen Giften belastet. Lederjacken, Baumwoll- oder Seidenblusen werden im Ursprungsland mit Pestiziden behandelt und wegen des Tragekomforts unter anderem mit formaldehydhaltigen Mitteln imprägniert.

Düngemittel schädigen die Spermien, insbesondere, wenn sie in der Landwirtschaft in hohen Dosierungen eingesetzt werden. Landwirte haben ein wesentlich höheres Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken.

Umweltgifte während der Schwangerschaft gefährden in hohem Maß die Gesundheit der Schwangeren und die Entwicklung des Fötus.

Lesen Sie mehr: Auch Alltagschemikalien beeinflussen die Spermien und somit die Fruchtbarkeit von Männern.

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Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2016

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