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Trennkost

Autor: 9monate.de
Letzte Aktualisierung: 28. November 2014

Die Trennkost ist eine Ernährungsform, bei der kohlenhydrat- und eiweißreiche Lebensmittel nicht zusammen verzehrt werden sollen. Zwischen den Mahlzeiten sollten Abstände von drei bis vier Stunden eingehalten werden.

Trennkost
Bei der Trennkost sollen eiweiß- und kohlenhydratreiche Mahlzeiten getrennt voneinander gegessen werden
Getty Images/iStockphoto

Trennkost - beruht auf falschen Annahmen

Der Begründer der Trennkost ist der US-Amerikaner Howard Hay ( 1940). In Deutschland wurde die Hay'sche Trennkost verbreitet durch Dr. Ludwig Walb ( 1994) und derzeit durch Dr. Thomas Heintze. Inzwischen gibt es zahlreiche Varianten von Trennkost, die mehr oder weniger stark von den Regeln und Ideen abweichen, die Hay formuliert hat. Allen gleich ist das Grundprinzip der Trennkost:

Eiweißreiche Lebensmittel dürfen nicht gleichzeitig mit kohlenhydratreichen Lebensmitteln verzehrt werden. Säurebildende Lebensmittel sollten nur 1/4 der Kost ausmachen.

Ernährungswissenschaftliche Beurteilung

PRO Trennkost

  • Zu begrüßen ist die Bevorzugung von frischen Lebensmitteln gegenüber Dosenkost und Fertiggerichten.

  • Für Trennkost spricht, dass sich Anhänger dieser Ernährungsform stark mit dem Thema Ernährung auseinandersetzen und überlegt essen.

  • Durch Trennkost kann man Gewicht reduzieren. Dies beruht jedoch nicht auf der Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten, sondern drauf, dass die Kost fett- und kalorienarm ist.

CONTRA Trennkost

  • Durch Trennkost können Krankheiten nicht geheilt werden!

  • Die Behauptung, Eiweiß und Kohlenhydrate könnten nicht gleichzeitig verdaut werden, ist falsch. Unser Verdauungssystem ist darauf ausgelegt, beides gleichzeitig zu verdauen. Außerdem enthalten nahezu alle Lebensmittel gleichzeitig Eiweiß und Kohlenhydrate.

  • Getreideprodukte haben in der Trennkost einen zu geringen Stellenwert

  • Die Einteilung der Lebensmittel in die drei Gruppen ist unlogisch. So gehören Quark und Joghurt zu den neutralen Lebensmitteln, obwohl sie reich an Eiweiß sind.

Hay'sche Trennkost ist eingeschränkt zu empfehlen. Sollen Kinder, Schwangere und Stillende nach der Hay'schen Trennkost ernährt werden, ist ausgeprägtes Ernährungswissen erforderlich, damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt.
Tipp: Wenn Sie Trennkost machen möchten, achten Sie darauf, dass die Zusammensetzung der Kost sich an den 10 Regeln für gesunde Ernährung orientiert.

Hintergründe und Grundlagen

Howard Hay, der Begründer der Trennkost, litt unter einer schweren Nierenerkrankung. Diese hat er, wie er sagt, selbst geheilt, und zwar mit einer naturbelassenen Diät aus Obst, Gemüse und Salat. Aus dieser Erfahrung entwickelte er folgende Thesen:

Nach Hay beruhen bestimmte Krankheiten auf zwei Ursachen

  1. Übersäuerung des Organismus
    Hay geht davon aus, dass konzentriert eiweißreiche Lebensmittel und konzentriert kohlenhydratreiche Lebensmittel Säurerückstände im Körper hinterlassen. Gleiches gilt für unnatürliche Lebensmittel wie Mehl mit niedriger Typenzahl und Brot daraus oder weißer Zucker.

  2. Verzögerte Verdauung durch die gleichzeitige Aufnahme von Kohlenhydraten und Eiweiß
    Nach Hay können Menschen nicht gleichzeitig säurebildende und basenbildende Lebensmittel verdauen. Werden sie trotzdem zusammen gegessen, komme es zur Vergärung der Kohlenhydrate im Dünndarm.

Acht Richtlinien

Acht Richtlinien zur Anwendung der Hay'schen Trennkost

  1. Innerhalb einer Mahlzeit darf konzentrierte Eiweißnahrung nicht zusammen mit konzentrierter Kohlenhydratnahrung vorkommen.

  2. Es sollen nur natürliche Lebensmittel verwendet werden. Davon auch nur soviel, wie zur Erhaltung des Lebens nötig ist.

  3. In der Nahrung soll der Anteil von konzentriertem Eiweiß und konzentrierter Stärke verringert werden, um eine Übersäuerung des Körpers zu verhindern.

  4. Für einen optimalen Säure-Basen-Haushalt sollte man etwa 2/3 überwiegend rohe Basenbildner (Salat, Gemüse, Obst) und 1/3 Säurebildner (Eiweiß, Fleisch, konzentrierte Kohlenhydrate wie Getreide) verzehren.

  5. In Abstimmung mit Biochemie und Tagesrhythmus des Körpers sollen morgens überwiegend basenbildende Lebensmittel, mittags Eiweißmahlzeiten und abends kohlenhydratreiche Mahlzeiten auf den Tisch kommen. Eiweißmahlzeiten nach 15 Uhr sollten vermieden werden.

  6. Neutrale Lebensmittel können sowohl mit eiweißhaltigen als auch mit kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln kombiniert werden.

  7. Das Essen sollte in Ruhe verzehrt und gründlich gekaut werden.

  8. Zwischen den Mahlzeiten sollen Abstände von 3 bis 4 Stunden eingehalten werden.

Zusammensetzung der Nahrung

Die Einteilung der Lebensmittel
Howard Hay empfahl, eiweißreiche Lebensmittel nur getrennt von kohlenhydratreichen Lebensmitteln zu essen. Kombiniert werden dürfen beide nur mit neutralen Lebensmitteln.

 

Kohlenhydratreiche
Lebensmittel

Neutrale Lebensmittel

Eiweißreiche
Lebensmittel

Vollkorngetreide, -mehl, -brot, -nudeln
Naturreis, Kartoffeln, Topinambur, Patate, Schwarzwurzeln

Honig, Feigen, Bananen
Getrocknetes Obst wie Äpfel, Aprikosen, Datteln, Pflaumen, Rosinen

Nicht zu empfehlen!
Mehl, Brot und Nudeln aus weißem Mehl, polierter Reis, Sago, Erdnüsse, weißer Zucker, Süßigkeiten, Marmelade, Gelee, Eingemachtes

Fette
pflanzliche Öle und Fette, Butter, Rahm, Quark, Kefir, Buttermilch, Joghurt, Käse mit über 60 % Fett i.T., Eigelb, reife Oliven

Gemüse
Blattsalate, Blumenkohl, Brokkoli, Bohnen, Chicoree, Chinakohl, Fenchel, Gurken, Karotten, Kohlrabi, Kürbis, Lauch, Mangold, Paprika, Pilze, Radieschen, Rettich, Rosenkohl, Rotkohl, Sauerkraut, Sellerie, Spargel, Spinat, Tomaten, Weißkohl, Wirsing

Andere Nahrungsmittel
Agar-Agar, Heidelbeeren, Mandeln, Nüsse (außer Erdnüsse), Rinderschinken, Rindersalami

Gewürze
Vollmeer-, Kräuter- und Selleriesalz, Knoblauch, Paprika, Muskat, Pfeffer, Curry, Basilikum, Wild- und Gartenkräuter

Nicht zu empfehlen!
Hülsenfrüchte, käufliche Mayonnaisen, Suppen, Soßen, schwarzer Tee, Kaffee, Kakao, Eingemachtes, Essigessenz

Fleisch, Wild, Fisch, Geflügel, Käse bis 55 % Fett i.T., Eier. Sojamehl

Saures Obst, wenn es mit überwiegend eiweißhaltigen Lebensmitteln kombiniert ist

Beerenobst, Steinobst, Kernobst, Zitrusfrüchte, Kiwi, Ananas, Melonen

Nicht zu empfehlen!
Rohes Eiklar, fette Wurst, Rhabarber, Eingemachtes, Gekochtes in großen Mengen

 

Autor: 9monate.de
Letzte Aktualisierung: 28. November 2014
Quellen
Beiträge im Forum "Babyernährung"
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