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Minimal-invasive Operation nicht nur bei Endometriose

Laparoskopie (Bauchspiegelung/Pelviskopie): Ablauf und Gründe

Autor: Jessica Schmid, Medizinautorin / Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 03. Januar 2019

Die Laparoskopie (Bauchspiegelung) ermöglicht es, Organe im Bauch oder im Becken über einen vergleichsweise kleinen Schnitt zu betrachten, zu untersuchen und zu behandeln. Als minimal-invasiver Eingriff wird die Bauchspiegelung meist ambulant, aber unter Vollnarkose durchgeführt.

Bauchspiegelung (Laparoskopie/Pelviskopie)
Die Bauchspiegelung (Laparoskopie) erfolgt unter Vollnarkose und ambulant.
© iStock.com/monkeybusinessimages

Die Bauchspiegelung (Laparoskopie, in der Gynäkologie auch Pelviskopie/Beckenspiegelung) ist eine Form der Endoskopie. Dabei wird die Bauchdecke in einer kleinen Operation an mehreren Stellen nur wenige Zentimeter geöffnet und ein Sichtgerät sowie je nach Bedarf spezielle Instrumente in die Schnittstellen eingebracht.

Die Laparoskopie wird der minimal-invasiven Chirurgie zugeordnet. Das bedeutet, dass bei dem Eingriff besonders kleine und feine Instrumente eingesetzt werden. So wird eine Durchtrennung größerer Gewebebereiche vermieden. Mit der Bauchspiegelung werden daher heute bereits verschiedene Techniken ersetzt, bei denen es früher notwendig war, einen größeren Körperbereich zu öffnen.

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Bauchspiegelung erfolgt meist ambulant

Zwar wird die Bauchspiegelung unter Vollnarkose durchgeführt, der Eingriff erfolgt aber in der Regel ambulant, das heißt, man kann, wenn alles komplikationslos verlaufen ist, am Abend wieder nach Hause gehen. Im Gegensatz zu Operationen mit einem großen Bauchschnitt ist die Erholungszeit wesentlich kürzer und die Schmerzen danach sind geringer. Die Dauer des Eingriffs ist unter anderem davon abhängig, ob es sich bei der Laparoskopie um eine rein diagnostische Maßnahme handelt, zusätzlich Gewebeproben genommen oder ob auch gleich ein therapeutischer Eingriff erfolgt.

Wichtig: Da die Bauchspiegelung unter Vollnarkose durchgeführt wird, ist eine Begleitung im Anschluss, am besten in den gesamten 24 Stunde nach dem Eingriff, unerlässlich. Je nachdem, ob die Einschnitte im Bauchnabel oder knapp darunter erfolgten, können kleine Narben zurückbleiben.

Ablauf und Vorbereitung der Bauchspiegelung

Der Arzt verschafft sich während der Laparoskopie Zugang zu den Organen im Bauch und Beckenraum. Zunächst wird der Bauch desinfiziert und abgedeckt.

  • Für gewöhnlich führt der Arzt knapp unterhalb des Bauchnabels einen ein bis zwei Zentimeter langen Schnitt durch und sticht an dieser Stelle eine spezielle Nadel ein.
  • An die Nadel wird nun zunächst ein Gerät angeschlossen, über das der Bauchraum mit Kohlendioxid gefüllt wird. Hierdurch lassen sich die Organe besser voneinander trennen.
  • Danach wird die Nadel wieder entfernt und ein Sichtgerät durch die Schnittstelle eingeführt.

Nach Bedarf führt der Arzt weitere Schnitte im Bauchraum durch und führt weitere Arbeitsgeräte in die Bauchhöhle ein.

Während der Bauchspiegelung kann der operierende Arzt das Bauchinnere über einen Monitor betrachten. Ebenso kann er Bild- und Filmaufnahmen von den Organen aufnehmen und speichern.

Nach dem Eingriff werden die Geräte wieder entfernt, das Gas aus dem Körper abgelassen, mögliche Blutungen gestillt und die Einstichstellen verschlossen. Da in den Tagen nach der Bauchspiegelung Schmerzen auftreten können, werden in der Regel direkt im Anschluss an den Eingriff Schmerzmittel gegeben beziehungsweise verordnet.

Anwendungsgebiete einer Laparaskopie

Eine Bauchspiegelung kann dazu eingesetzt werden, Erkrankungen zu erkennen oder diese zu behandeln. In der Diagnostik wird sie beispielsweise dazu verwendet, um:

  • Gewebe zu entnehmen,
  • unklare Unterbauchschmerzen abzuklären,
  • den Verdacht einer Eileiterschwangerschaft zu bestätigen oder zu entkräften,
  • die Durchgängigkeit der Eileiter zu überprüfen (bei unerfülltem Kinderwunsch),
  • den Verdacht einer Blinddarmentzündung zu bestätigen oder zu entkräften.

In der Diagnostik gehen der Bauchspiegelung meist andere Untersuchungen wie gynäkologische Untersuchungen, Darmspiegelung (Koloskopie), Magenspiegelung (Gastroskopie) oder Magnetresonanz-Tomographie (MRT) voraus.

Die Bauchspiegelung wird in der Therapie beispielsweise eingesetzt, um:

Die Bauchspiegelung wird als Standardtechnik eingesetzt bei:

Bauchspiegelung bei Endometriose

Die Bauchspiegelung gilt als zentraler Diagnosebestandteil bei Verdacht auf Endometriose, da besonders kleinere Endometrioseherde nicht per Ultraschall, CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) sicher erkannt werden können. Sichtbare Endometrioseherde werden gleich während der Laparoskopie entfernt. Da grundsätzlich eine histologische Untersuchung der Gewebewucherungen erfolgen soll, wird das entnommene Gewebe im Anschluss feingeweblich untersucht. Bei Frauen im gebärfähigen Alter und mit Kinderwunsch kann die Durchlässigkeit der Eileiter gleich mit geprüft werden. Bei diesem auch Blauprobe genannten Test werden die Eileiter mit einer Methylenblau-Lösung durchgespült. Der Operateur kontrolliert dabei mit einer kleinen Kamera, ob die Lösung ohne Probleme durch die Eileiter kommt oder ob Verschlüsse bestehen.

Manchmal können bei der Bauchspiegelung nicht alle Herde der Endometriose entfernt werden, weil sie zu groß sind, ungünstig liegen oder zu stark mit dem Gewebe der betroffenen Organe verwachsen sind. Dann ist zu einem späteren Zeitpunkt unter Umständen ein weiterer Eingriff möglich, der entweder erneut laparoskopisch oder per Operation über die Bauchdecke durchgeführt werden muss.

Komplikationen und Risiken einer Bauchspiegelung

Bei der Bauchspiegelung kann es mit der Hohlnadel versehentlich zu einem Einstich in den Darm kommen. Ebenso möglich sind Verletzungen an Nerven oder an größeren Gefäßen. Diese Komplikationen treten jedoch nur sehr selten auf. Generell kann das Entfernen der Instrumente zu Blutungen an den Einstichstellen führen, das gilt besonders für die Leistengegend.

Schmerzen nach einer Bauchspiegelung sind nichts Ungewöhnliches. Sie halten jedoch nur maximal 24 bis 36 Stunden an und lassen sich mit Schmerzmitteln behandeln. Weitere mögliche Komplikationen des Eingriffs sind Infektionen, Entzündungen und Narben, die durch den Eingriff im Bauchraum entstehen können sowie die allgemeinen Risiken einer Narkose.

Alternativen zur Bauchspiegelung

Die Organe der Bauchhöhle können neben der Bauchspiegelung auch durch das Verfahren Laparotomie (Bauchschnitt) erreicht werden.

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Autor: Jessica Schmid, Medizinautorin / Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 03. Januar 2019
Quellen
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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