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Eileiterentzündungen und Eierstockentzündungen (Adnexitis)

Autor: 9monate.de / Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 15. September 2016

Die Entzündung des Eierstockes und des Eileiters (Adnexitis) gehört zu den gutartigen Erkrankungen von Eierstöcken und Eileiter. Meist sind davon nur Frauen im geschlechtsreifen Alter, zwischen 20 bis 35 Jahren, betroffen.

Eileiterentzündungen und Eierstockentzündungen (Adnexitis)
Starke Schmerzen sind ein Symptom für Eileiterentzündungen und Eierstockentzündungen (Adnexitis)
(c) iStockphoto/elenaleonova

Etwa zehn Prozent aller Erkrankungen im weiblichen Genitalbereich sind Adnexentzündungen.

Adnexe = Anhänge der Gebärmutter

Eileiter und Eierstöcke werden unter dem gemeinsamen Begriff Adnexe (Anhänge der Gebärmutter) zusammengefasst. Da isolierte Entzündungen des Eierstockes (Oophoritis) und des Eileiters (Salpingitis) praktisch nicht vorkommen und sie zudem gleich behandelt werden, wird von Adnexitis gesprochen.

Ursachen

Die Adnexitis, die Entzündung des Eierstocks und des Eileiters, ist fast ausschließlich Folge einer aufsteigenden bakteriellen Infektion aus der Scheide durch die Gebärmutter bis in den Eileiter und Eierstock und von dort in die freie Bauchhöhle. Das Scheidenmilieu ist nicht mehr in der Lage, massiv eingewanderte Keime zu neutralisieren.

Selten erfolgt eine Infektion über die Blutbahn (hämatogen) oder aus der Umgebung (per continuitatem). Begünstigend für eine Infektion sind die Menstruation (Schleimpfopf fehlt), Manipulationen im Genitalbereich (Zustand nach Scheidenspülungen, Ausschabung, Verletzungen nach Geschlechtsverkehr) oder auch mangelhafte Sexualhygiene (unsauberer Sexualpartner, Promiskuität).

Als Erreger kommen vor allem Bakterien in Betracht, die sexuell übertragen werden: Gonokokken, Chlamydien, Mykoplasmen, Trichomonaden. Aber auch Strepto- und Staphylokokken, Kolibakterien und Bakterien, die ohne Sauerstoff überleben (Anaerobier) kommen als Auslöser einer Adnexitis infrage. Eine massive bakterielle Invasion von Bakterien in die Scheide ist Voraussetzung für die aufsteigende Infektion.

Symptome

Es wird ein akutes und ein chronisches Stadium unterschieden. Im akuten Stadium stehen starke Schmerzen im Vordergrund. Gebärmutter und Adnexbereiche sind bei der gynäkologischen Untersuchung sehr schmerzempfindlich. Es besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Neben eitrigem Ausfluss sind die Blutsenkungsgeschwindigkeit und die Körpertemperatur deutlich erhöht.

Dazu besteht oft Brechreiz (Bauchfellreizung) und Übelkeit. Die entzündlichen Veränderungen heilen oft nur mit Narbenbildung aus. Folgeerscheinungen sind wiederholte Schmerzattacken, Empfindlichkeit gegen Kältereize und nicht selten Sterilität. Auch Eileiterschwangerschaften können als Folge eines Adnexitis auftreten.

Gefahren einer Eierstock und Eileiterentzündung

Hauptgefahr einer akuten Adnexitis sind die Abszessbildung, meist zwischen Eierstock und Eileiter oder in der freien Bauchhöhle und die Entzündung des Bauchfells. Diese Komplikationen sind schwerwiegend und ohne Operation nicht zu beheben.

Diagnostik

Die Anamnese (Krankheitsgeschichte) und gynäkologische Untersuchung stehen im Vordergrund. Gebärmutter und Adnexe sind schmerzempfindlich. Zur groben Orientierung wird ein sogenannter Nativabstrich aus dem Gebärmutterhals entnommen und mikroskopisch untersucht. Gleichzeitig wird auch von dem meist reichlich vorhandenen eitrigen Ausfluss Material zur Erregerzüchtung und Resistenzbestimmung der gefundenen Bakterien entnommen und eingeschickt.

Die Ergebnisse der Ultraschall-Untersuchung sind häufig unauffällig, daher wird die Diagnose der Adnexitis durch Ultraschall immer mit anderen Diagnoseverfahren kombiniert. Manchmal weist sichtbare Flüssigkeit im Bauchraum zwischen Gebärmutter und Darm ("Douglas-Raum") auf eine Adnexitis hin. Auch verdickte Eileiterwände und Flüssigkeitsansammlungen in den Eierstöcken können per Ultraschall diagnostiziert werden.

Man darf allerdings auch differentialdiagnostische Erwägungen nicht vergessen: Blinddarmentzündung, Eileiterschwangerschaft und Endometriose sollten ausgeschlossen werden.

Therapie der Adnexitis

Im Vordergrund steht die möglichst schnell einsetzende antibiotische Therapie (zunächst ein Breitbandantibiotikum bis der Erregernachweis vorliegt) und Medikamente, die schmerzstillend wirken. Bettruhe und Eisbeutel auf den Unterleib sind wichtige Teile der Therapie. Ist das akute Stadium überwunden, soll sich eine physikalische Therapie im Sinne von Wärmebehandlung anschließen. Sie hat das Ziel, restliche Entzündungsherde abzubauen und einer Narbenbildung entgegen zu wirken. Das kann man durch Gaben von Glukokortikoiden unterstützen.

Im chronischen Stadium werden Operationen nötig, wenn chronisch-rezidivierende Beschwerden auftreten, die medikamentös oder durch physikalische Therapie nicht zu lindern sind (Narbenlösungen bis zu Organentfernungen). Dazu eignet sich heute die minimal-invasive (laparoskopische) Chirurgie.

Dauer der Adnexitis

Die Behandlung mit Antibiotika sollte bei der Adnexitis je nach Erreger mindestens 14 Tage dauern. Je nach Schwere und Verlauf ist die Dauer der Infektion sehr unterschiedlich. Grundsätzlich gilt: Je eher mit der Antibiotika-Therapie begonnen wird, desto günstiger ist die Prognose.

Adnexitis und Unfruchtbarkeit

Unbehandelt kann die Adnexitis zu Unfruchtbarkeit führen. Aber auch mehrmals durchgemachte Erkrankungen erhöhen das Sterilitäts-Risiko.

Autor: 9monate.de / Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 15. September 2016
Quellen
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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