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Eierstock- und Eileitererkrankungen

Autor: 9monate.de / Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2016

Erkrankungen des Eierstocks und der Eileiter kann man in gutartig und bösartig aufteilen. Gutartige Erkrankungen des Eierstocks und des Eileiters kommen häufig vor und müssen nicht immer behandelt werden.

Eierstock- und  Eileitererkrankungen
Viele Eierstock- und Eileitererkrankungen verursachen keine Beschwerden und sind ein Zufallsbefund
(c) iStockphoto/Wavebreak

Bei jeglichen Beschwerden im Bereich des Eierstocks und der Eileiter ist eine medizinische Abklärung sinnvoll, denn die bösartigen Erkrankungen, die es im Bereich des Eierstocks und des Eileiters gibt, werden umso schlechter behandelbar, je weiter sie fortgeschritten sind.

Zyste oder Tumor

Im Bereich des Eierstocks unterscheidet man zwischen gutartigen Tumoren des Eierstocks (Tumor = Raumforderung, die Vergrößerung eines Organs) und Eierstockzysten. Entweder entsteht die Vergrößerung des Gewebes durch Flüssigkeitsbildung im Inneren (Zyste) oder durch Vermehrung des Gewebes (Tumor) im engeren Sinne, oder durch beides (es gibt solide Tumoren mit zystischen Anteilen).

Bösartige Erkrankungen

Um bösartige Erkrankungen des Eierstocks und des Eileiters frühzeitig zu identifizieren, sind regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll und wichtig. Nicht immer machen bösartige Erkrankungen spürbare Beschwerden und werden deshalb häufig erst in fortgeschrittenem Stadium entdeckt.

Zysten am Eierstock

Eierstockzysten (Ovarialzysten) sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, die aus Eierstockgewebe entstehen. Eierstockzysten sind die häufigsten gutartigen Eierstocktumoren. Sie kommen in allen Lebensaltern der Frau vor, besonders aber zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Meist sind Eierstockzysten gutartig und bilden sich von allein wieder zurück.

Ursachen

Häufigste Ursache für eine Zyste ist ein Eibläschen (Follikel), das beim Eisprung nicht wie normal geplatzt ist oder wenn sich Gelbkörperzysten, die in der zweiten Zyklushälfte bei jeder Frau vorhanden sind, nicht wie üblich zurückbilden. Zysten können jedoch auch durch wucherndes Eierstockgewebe zu Geschwülsten anwachsen.

Da die Zysten mit der Funktion der Eierstöcke unmittelbar zusammenhängen, werden sie auch als funktionelle Zysten bezeichnet. Manche Eierstockzysten können faustgroß werden. Rauchen erhöht das Risiko für funktionelle Zysten um das Doppelte. Neben Endometriosezysten finden sich auch Zysten beim sogenannten PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom).

Entstehung von Zysten am Eierstock

  • Teer- oder Schokoladenzysten: Die Zyste kann von im Eierstock angesiedelten Fremdgewebe ausgehen, am häufigsten durch versprengte Schleimhaut aus der Gebärmutterhöhle, die durch Endometriose verursacht wird. Diese reagiert wie die Gebärmutterschleimhaut, wird also auf- und abgebaut. Die dabei entstehende Blutung füllt den Hohlraum aus und vergrößert ihn. Die Blutabbauprodukte haben eine braune Farbe. Deshalb werden solche Gebilde auch als Teer- oder Schokoladenzysten bezeichnet.
  • Dermoidzysten: Es gibt auch Zysten, die direkt vom Keimgewebe ausgehen. Ihr Inhalt besteht aus allen drei Keimblättern, wie Haare, Zähne, Talg und Flüssigkeit. Sie nennt man Dermoidzysten. Auch sie sind Retentionszysten, also durch Sekretverhaltung entstanden und keine Gewebsneubildungen.

Diagnostik und Therapie

Oft machen die Zysten keine Beschwerden und werden zufällig bei gynäkologischen Untersuchungen entdeckt. Es wird zunächst sonografisch entschieden, ob es sich um eine Zyste oder einen Tumor handelt. Das kann sehr schwierig sein, weil auch echte Tumoren mit Flüssigkeitsbildung einhergehen können. Zysten bis zu einer Größe von etwa fünf Zentimeter können zunächst belassen und beobachtet werden, wenn keine Beschwerden vorhanden sind. Nicht selten bilden sich solche (Follikel- oder Gelbkörper-) Zysten wieder zurück.

Beschwerden treten vorwiegend auf, wenn eine bestimmte Größe überschritten wird: Druckgefühl im Bauch bis Atemnot, häufiges Wasserlassen (Polakisurie), Beschwerden beim Geschlechtsverkehr. Fallen die Zysten dadurch auf oder kann sonografisch nicht sicher entschieden werden, ob es sich womöglich um einen soliden Tumor handelt (bei Schokoladen- und Dermoidzysten möglich), werden sie laparoskopisch entfernt. In vielen Fällen kann dabei der Eierstock erhalten werden.

Komplikation bei Zysten: Stieldrehung

Komplikationen sind bei diesen Zysten möglich durch Stieldrehung, wenn sich durch ihre Größe der Eierstock um seine Achse dreht. Dann kann eine solche Zyste platzen und der Zysteninhalt sich in die Bauchhöhle ergießen, was mit starken Blutungen einhergehen kann. So können ganz akute Krankheitsbilder entstehen, die unverzüglich behandelt werden müssen. Manchmal werden in den Zysten auch Hormone gebildet, die zu Zyklusstörungen führen können.

Bösartige Zysten?

Eierstockzysten werden nur ganz selten bösartig. Dennoch bedürfen auch die Zysten sorgfältiger Überwachung.

Gutartige Tumoren des Eierstocks

Gutartige Eierstocktumoren (Ovarialtumoren) können von allen im Eierstock vorhandenen Geweben ausgehen: vom Oberflächenepithel, der Eihülle (Kystome, Zystadenome), vom Bindegewebe (Fibrome) und vom Keimepithel (Teratome).

Gutartig oder bösartig?

Eine Einteilung in gut- oder bösartige Tumoren kann schwierig sein, weil Tumoren aus verschiedenen Geweben bestehen (Mischtumoren), gutartige Eierstocktumoren bösartig werden können (semimaligne) und auch histologisch nicht in allen Fällen ausgesagt werden kann, ob ein Tumor noch als gutartig oder schon als bösartig einzustufen ist.

Einteilung

Die Tumoren des Oberflächenepithels sind meist ein- oder mehrkammerig mit klaren oder schleimigen flüssigen Inhalten (Zystadenome). Sie machen etwa 70 Prozent aller gutartigen Ovarialtumoren aus.

Die Tumoren des Bindegewebes (seltener) heißen Fibrome. Sie bilden keine Flüssigkeit im Eierstock, wohl aber im Bauchraum (Aszites) und im Brustkorb (Hydrothorax, Pleuraerguss) = Meigs-Syndrom. Die Ursache dieser eigenartigen Kombination ist unbekannt. Nach Entfernung des Fibroms bilden sich die Flüssigkeitsansammlungen wieder zurück.

Die Tumoren des Keimepithels, die Teratome, machen 25 Prozent aller Ovarialtumoren aus. Sie gehen entweder von den hormonproduzierenden Zellen des Eierstockes (hormonaktive Tumoren) oder aber von den Keimzellen (embryonale Teratome) aus. Diese Tumoren kann man nach Art der Hormonproduktion noch weiter unterteilen. Da sie meist sehr bösartig sind, werden sie beim Ovarialkarzinom, abgehandelt.

Diagnostik

Anfangs machen die Ovarialtumoren keine Beschwerden. In den meisten Fällen werden sie bei Routineuntersuchungen palpatorisch oder durch Ultraschall festgestellt. Dieser Umstand unterstreicht die Notwendigkeit regelmäßiger gynäkologischer Untersuchungen. Wie bei der Eierstockzyste treten Beschwerden erst ab einer bestimmten Größe auf, wenn der Tumor auf die Umgebung (Blase, Darm) drückt.

Therapie

Alle an sich gutartigen Ovarialtumoren enthalten eine unterschiedlich große bösartige Potenz, die durch Untersuchung und sonografisch nicht abgeschätzt werden kann. Deswegen werden solide Tumoren grundsätzlich entfernt, besonders auch solche, an denen ein zystischer Anteil erkennbar ist.

Autor: 9monate.de / Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2016
Quellen

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