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#WirHabenBlähungen

Blähungen: Hilfe bei zu viel Luft im Bauch

Autor: Viola Lex, Medizinautorin | Dagmar Schüller, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 06. November 2019

Über Blähungen spricht man nicht? Wir schon! Es ist ganz normal, dass sich im Darm während der Verdauung Gase bilden – und dennoch gilt Pupsen als absolutes Tabu. Wie Darmwinde entstehen und was gegen Blähungen hilft. #GesundOhneTabus

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Blähungen sind unangenehm und ein Tabu, über das die wenigsten offen sprechen.
© iStock.com/Moyo Studio, 9monate

Artikelinhalte auf einen Blick:

#GesundOhneTabus: Sprechen wir über Blähungen

Kaum eine andere Körperreaktion ist den Menschen so peinlich wie Pupsen – das haben verschiedene Umfragen in den letzten Jahren ergeben. Obwohl es ganz normal ist, dass dem Darm Winde entweichen, spricht kaum einer offen darüber. Wir brechen das Tabu und klären darüber auf, wie Blähungen entstehen, was hilft und wie Sie vorbeugen können.

Blähungen, Flatulenzen, Meteorismus: was ist eigentlich was?

Um Blähungen zu definieren, sind zwei weitere Begriffe wichtig: Bei Flatulenzen oder Meteorismus ist die Rede von zu viel Gas im Verdauungstrakt. Auch wenn die Begriffe nicht immer trennscharf verwendet werden, handelt es sich bei Meteorismus um das subjektive Empfinden von zu viel Luft im Bauch, bei Flatulenzen um die Winde, die dem Darm entfleuchen – mal laut und mal leise. Dies geschieht etwa zehn Mal am Tag.

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Wie entstehen Blähungen?

Blähungen entstehen im Darm: Das wichtige Organ kümmert sich nicht nur um die Verdauung, sondern ist auch das Zentrum des Immunsystems und soll wie ein zweites Gehirn für die menschliche Gefühlswelt verantwortlich sein. Damit er seiner Verdauungsaufgabe unentwegt nachgehen kann, unterstützen ihn zahlreiche Helfer – schätzungsweise 100 Billionen Darmbakterien. Während die Bakterien Ballaststoffe verdauen, entstehen Gase aus Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff. Täglich bilden sich so rund 1,5 Liter Darmgase im Körper.

Luft gelangt allerdings noch auf anderem Wege in den Körper – man verschluckt sie beim Essen, Trinken, Reden oder durch Stress. Bilden sich ernährungsbedingt im Darm mehr Gase als üblich, macht sich das auch in Form von Blähungen bemerkbar. Beim Abbau der Nahrung kann sich zusätzlich Schwefelwasserstoff bilden, den man riecht.

Was sind Ursachen von Blähungen?

Für die Entstehung von Blähungen können verschiedene Ursachen verantwortlich sein:

  • Ernährungsbedingte Ursachen für Blähungen: Einige Lebensmittel sind dafür bekannt, dass sie bei der Verdauung mehr Gase im Darm bilden als andere. Dazu gehören sowohl üppige und fettige Speisen wie Fastfood als auch Lebensmittel, die eigentlich sehr gesund sind: Lauch- und Kohlgemüse sowie Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen. Zu den blähenden Lebensmitteln zählen außerdem Zwiebeln und Knoblauch ebenso wie frisches Brot, Kuchen oder Plätzchen. Auch kohlensäurehaltige Getränke, Kaffee und Alkohol können Blähungen fördern. Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit blähen ebenfalls leicht – auf häufiges Kaugummikauen daher besser verzichten.
  • Essverhalten als Ursache von Blähungen: Wer hastig isst, schluckt dabei viel Luft – auch das kann sich als Beschwerde bemerkbar machen. Es empfiehlt sich daher, langsam zu essen und die Nahrung ordentlich zu kauen. Blähungen beim Baby treten häufig durch das Verschlucken von Luft auf. Erwachsenen passiert dies übrigens nicht nur beim Essen: Stressbedingt kommt es im Alltag häufig zu unbemerktem Luftverschlucken.
  • Krankheitsbedingte Ursachen von Blähungen: Zusammen mit Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung treten Blähungen auch in Verbindung mit Erkrankungen und Störungen des Magen-Darm-Trakts auf. Vor allem für Betroffene mit Reizdarmsyndrom sind Blähungen ein störendes und belastendes Problem. Aber auch Unverträglichkeiten wie eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten kann hinter dem Symptom stecken.

Blähungen in der Schwangerschaft: Wenn der Darm langsamer arbeitet

Beschwerden durch zu viel Luft in der Bauchregion können bei Schwangeren neben den genannten Ursachen noch weitere Gründe haben. Allen voran sind daran meist die Hormone schuld, denn während der Schwangerschaft wird vermehrt Progesteron gebildet. Das Hormon stabilisiert die Schwangerschaft, bewirkt aber gleichzeitig, dass sich die Darmmuskeln entspannen – und genau das macht den Darm träge. Die Folge: Die Verdauung verlangsamt sich und der Nahrungsbrei verbleibt länger im Darm. Dadurch haben Bakterien länger Zeit, Nahrungsbestandteile zu verstoffwechseln, wodurch mehr Gas entsteht. Das erhöhte Progesteron ist oft auch Ursache für Verstopfung in der Schwangerschaft.

Allein die Hormone sind jedoch nicht Schuld an Blähungen in der Schwangerschaft: Die wachsende Gebärmutter macht dem Darm den Platz streitig und der reagiert mit Schmerzen und Blähungen.

Einige Frauen stellen zudem ihre Ernährung in der Schwangerschaft um. Selbst bei einer sehr gesunden Lebensmittelauswahl kann dies Blähungen begünstigen, da der Körper sich nur langsam an Veränderungen im Essverhalten gewöhnt.

Wer per Kaiserschnitt entbindet, hat nach dem Eingriff oft zusätzlich mit Blähungen zu kämpfen. Denn Narkosemedikamente setzen die Darmtätigkeit für einige Zeit herab. Dadurch sammeln sich vermehrt Gase an, was Blähungen und Krämpfe hervorrufen und das Wohlbefinden der Mutter stark beeinträchtigen kann. Sobald die Darmfunktion wieder zurückkehrt – was im Normalfall spätestens nach ein paar Tagen passiert – entweichen auch die angesammelten Gase auf natürlichem Wege.

Welche Symptome treten bei Blähungen auf?

Neben häufigem Gasabgang gibt es bei Blähungen Begleiterscheinungen, die auftreten können. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Darmgeräusche,
  • das Gefühl, aufgetrieben zu sein und
  • Schmerzen im Magen, wenn sich die Luft ihren Weg nach oben sucht.
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Blähungen: Wann zum Arzt?

Zwar sind Blähungen meist ungefährlich und bloß Folge von ungeeigneter Ernährung oder schlechtem Essverhalten. Sie können jedoch ein Hinweis für eine Erkrankung sein. Wenn die Beschwerden plötzlich auftreten und sehr heftig sind, immer wiederkommen und mit Schmerzen einhergehen, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Auch, wenn bei den Blähungen Stuhl abgeht. Schwangere können bei Verdauungsstörungen ihren behandelnden Frauenarzt um Rat fragen.

Ob eine Laktoseintoleranz vorliegt, können Ärzte durch einen Atemtest feststellen. Die Ernährung wird dann mithilfe eines Ernährungsberaters speziell auf diese Unverträglichkeit abgestimmt, um eine Linderung der Symptome zu erzielen. Betroffene eines Reizdarmsyndroms haben es schwerer: Bei ihnen bestehen chronische Probleme, die ihre Lebensqualität teilweise sehr stark einschränken. Hier spielt in der Therapie neben der Ernährung auch die psychologische Unterstützung eine größere Rolle.

Hausmittel und Therapie: Was hilft schnell gegen Blähungen?

Liegt eine Grunderkrankung als Ursache für die Blähungen vor, muss diese entsprechend therapiert werden. Sind Ernährungs- und Essverhalten für die Beschwerden verantwortlich, können Sie oft selbst viel tun, um die Blähungen zu lindern:

  • Tee trinken: Anis-, Fenchel- oder Kümmeltee sorgen bei einigen für Linderung. Am besten langsam in kleinen Schlucken trinken.
  • Wärme: Ob eine Wärmflasche auf dem Bauch oder ein warmes Bad – Wärme entspannt und hilft Ihnen, die Blähungen loszuwerden.
  • Bewegung: Helfen Sie Ihrer Verdauung durch einen kleinen Spaziergang auf die Sprünge.
  • Massage: Massieren Sie Ihren Bauch im Uhrzeigersinn in kreisenden Bewegungen.
  • Bettruhe: Einfach mal für 30 Minuten hinlegen und nichts tun – das wirkt manchmal schon wahre Wunder.

Treten Blähungen im Zusammenhang mit einer Verstopfung auf, kann eine medikamentöse Therapie helfen. Hilfreich sind Abführmittel, die die Stuhlentleerung erleichtern. Die Deutschen Fachgesellschaften empfehlen den Einsatz der gut verträglichen Wirkstoffe Natriumpicosulfat und Bisacodyl wie auch Macrogol. Die Wirkstoffe können nach Rücksprache mit dem Arzt auch in der Stillzeit eingenommen werden.

Flatulenzen, Meteorismus und Blähungen vorbeugen

Die folgenden Tipps eignen sich als Hausmittel, um Symptomen zukünftig vorzubeugen:

  • In Ruhe essen und gut kauen: Mahlzeiten Bissen für Bissen genießen, dabei am besten an einen Tisch setzen und Ablenkungen wie den Fernseher ausschalten. Wer auf dem Sofa nebenbei das Essen in sich hineinstopft und unzureichend kaut, begünstigt die Entstehung von Blähungen.
  • Getränke klug wählen: Kohlensäure, Kaffee und Alkohol – all das können begünstigende Faktoren für die Entstehung von Blähungen sein. Solche Getränke besser nur in Maßen konsumieren und auf einen Strohhalm verzichten.
  • Verdauung ankurbeln: Bewegung tut dem Darm gut! Achten Sie darauf, sich täglich ausreichend zu bewegen und Sport zu treiben – das hält die Verdauung auf Trab. Sie haben einen Bürojob? Dann vergessen Sie nicht, auch während Ihrer Schreibtischtätigkeit immer wieder aufzustehen und kleine Bewegungseinheiten einzulegen. Nehmen Sie im Sitzen außerdem eine gerade Haltung ein, die Ihren Bauch entlastet.
  • Lebensmittel sorgfältig auswählen: Wenn Sie wissen, dass Sie keine Hülsenfrüchte vertragen, können Sie diese erst einmal meiden. Am besten tasten Sie sich langsam heran und überprüfen, ob es möglich ist, kleinere Mengen davon weiterhin zu essen. Ansonsten können Sie leicht blähendes Gemüse durch Alternativen ersetzen, verzichten sollten Sie auf Gemüse aber keinesfalls. Denn es ist reich an Ballaststoffen und genau die braucht der Darm, um seine wichtigen Aufgaben zu erfüllen. Genießen Sie zum Beispiel statt Kohl gesunden Kürbis, nährstoffreiche Karotten oder verträglichen Fenchel.
  • Bereiten Sie Lebensmittel richtig zu: Rohkost verursacht bei Ihnen Blähungen? Vermeiden Sie es, zu große Mengen Rohkost auf einmal zu verzehren. Braten Sie das Gemüse außerdem kurz an oder garen Sie es – so wird es bekömmlicher. Frisch gebackenes Brot oder Kuchen sollten Sie nicht warm essen. Besser: Einen Tag lang stehen lassen und dann zugreifen. Das Brot können Sie wieder auftoasten oder im Ofen erwärmen.
Gesunde Ernährung: Tipps für eine gesündere Lebensweise
Autor: Viola Lex, Medizinautorin | Dagmar Schüller, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 06. November 2019
ICD-Codes für diese Krankheit: R14
Quellen

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