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Donnerstag, 30. März 2017
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Die häufigsten Fragen zu Clomifen

Die häufigsten Fragen zu Clomifen
Clomifen muss ärztlich verordnet und überwacht werden
(c) Comstock Images

Clomifen wird häufig im Rahmen einer Fruchtbarkeitsbehandlung eingesetzt. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Wirkweise und Anwendung werden in den häufigsten Fragen zu Clomifen beantwortet.

Warum wird Clomifen verordnet und wie wirkt es?

Clomifen wird Frauen mit Kinderwunsch verordnet, die keinen oder nicht regelmäßig einen Eisprung haben. Es stimuliert die Hirnanhangsdrüse, vermehrt Hormone zu produzieren, die sich positiv auf den Zyklus auswirken.

Clomifen gehört damit zu den Wirkstoffen, die bei einer ovariellen Stimulationstherapie verabreicht werden: Das Heranreifen von Eibläschen (Follikeln) in der ersten Hälfte des Zyklus wird durch das Follikelstimulierende Hormon (FSH) angeregt. Die Follikel wiederum schütten umso mehr Östrogene aus, je reifer sie werden. Östrogene führen zu einer vermehrten Ausschüttung des Luteinisierenden Hormons (LH) und des Gestagens Progesteron.

Diese Hormone sorgen gemeinsam dafür, dass in der Mitte des Zyklus ein Eisprung stattfindet. Beim Eisprung löst sich ein reifes Follikel (das Leitfollikel) aus dem Eierstock und wandert durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Auf dieser "Wanderung" kann die Eizelle durch eine Samenzelle befruchtet werden und sich anschließend in der Gebärmutter einnisten.

Wie wird Clomifen eingenommen?

Clomifen wird in der ersten Zyklushälfte eingenommen: In der Regel wird vom dritten bis zum siebten Tag oder vom fünften bis zehnten Tag des Zyklus täglich eine Tablette mit dem Wirkstoff geschluckt. Parallel sollten alle zwei Tage Ultraschalluntersuchungen beim Frauenarzt erfolgen, um das Wachstum der Eibläschen (Follikel) im Eierstock sowie ggf. den Eisprung zu überwachen.

Die Dosis pro Tablette liegt zwischen 25 und 50 Milligramm, sehr selten noch darüber.

Verlängert Clomifen den Zyklus?

Die Zykluslänge wird durch Clomifen konkret nicht beeinflusst. Grundsätzlich ist es aber möglich, dass der Zyklus unter der Einnahme etwas anders verläuft als sonst. Wenn sich die Regelblutung um mehr als eine Woche verspätet, kann aber auch eine Schwangerschaft in Betracht gezogen werden.

Warum muss ich Clomifen unter ärztlicher Aufsicht einnehmen?

Der Wirkstoff Clomifen greift massiv in die Abläufe des Körpers ein. Deshalb ist eine lückenlose ärztliche Überwachung während der Einnahme nötig. Vor allem die Kontrolle des Zyklus steht dabei im Mittelpunkt: Wenn zu viele Eibläschen (Follikel) im Eierstock heranreifen, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft, die mit mehr Risiken verbunden ist als eine Schwangerschaft mit nur einem Kind.

Zudem ist es notwendig, den Eisprung zu kontrollieren. Wenn kein Eisprung stattfindet, wird ggf. mit anderen Medikamenten nachgeholfen, die den Eisprung auslösen, da sich sonst Zysten im Eierstock bilden können.

Welche Nebenwirkungen hat Clomifen?

Gelegentlich kommt es vor, dass Clomifen zu einer Verdickung des Gebärmutterschleims führt. Dieser Schleim "verstopft" den Gebärmutterhals, sodass ihn Spermien gar nicht oder nur mühsam passieren können. Diese Nebenwirkung verringert die Aussicht auf eine Schwangerschaft natürlich erheblich.

Auch die weiteren Nebenwirkungen von Clomifen müssen beobachtet werden. Dazu gehören vor allem Seh- und Schlafstörungen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Unterleibsschmerzen und Magen-Darm-Störungen. Die Behandlung mit Clomifen muss deshalb nicht abgebrochen werden, da die Beschwerden meist nur wenige tage anhalten. Dann kommen andere Medikamente in Frage, die im Rahmen einer Fruchtbarkeitsbehandlung eingesetzt werden können.

Nach aktuellem Forschungsstand erhöht sich das Krebsrisiko durch Clomifen nicht.

Ist die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft nach der Einnahme von Clomifen erhöht?

Ja, nach einer Clomifen-Behandlung kommt es häufiger zu Mehrlingsschwangerschaften: Bei einem Fünftel aller unter Clomifen entstandenen Schwangerschaften handelt es sich um Mehrlinge; die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsschwangerschaft erhöht sich durch die vorherige Einnahme von Clomifen um das Achtfache.

Durch Clomifen werden die Eierstöcke angeregt, vermehrt Eibläschen zu produzieren. Es befinden sich deshalb in jedem Clomifen-Zyklus mehr Eibläschen (Follikel) als sonst in den Eierstöcken. Das erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Follikel während des Eisprungs in den Eileiter wandern.

Treffen die Samenzellen im Eierstock auf mehrere Eizellen, werden diese auch befruchtet. Wenn alle befruchteten Eizellen (Zygoten) in die Gebärmutter gelangen und sich dort erfolgreich einnisten, beginnt eine Mehrlingsschwangerschaft.

Wird das Risiko von Komplikationen in der Schwangerschaft durch Clomifen erhöht?

Nein, das Risiko von Komplikationen in der Schwangerschaft ist durch Clomifen nicht erhöht. Die Rate an Fehlgeburten ist nach einer Behandlung mit Clomifen höher als bei einer Schwangerschaft, die ohne Hilfsmittel zustande gekommen ist.

Nach einer Clomifen-Behandlung kommt es häufiger zu Mehrlingsschwangerschaften. Bei Mehrlingsschwangerschaften bestehen immer auch folgende Schwangerschaftsrisiken:

Die Belastung der Mutter ist ebenfalls höher als bei nur einem Kind: Es kommt verstärkt zu Müdigkeit und schneller zu einer Überlastung des mütterlichen Organismus, zum Beispiel bei Stress oder körperlicher Anstrengung.

Wie oft darf man Clomifen anwenden?

Untersuchungen zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, mithilfe von Clomifen schwanger zu werden, nach sechs aufeinander folgenden Zyklen stark sinkt. Deshalb wird die Behandlung nach sechs erfolglosen Clomifen-Zyklen in der Regel nicht weiter fortgeführt und es kommen andere Verfahren zum Einsatz. Die meisten Frauen werden innerhalb der ersten drei Behandlungszyklen mit Clomifen schwanger.

Wie hoch sind die Erfolgschancen bei Clomifen?

Es gibt bislang keine verlässlichen Zahlen, die etwas über die Chancen, mithilfe von Clomifen schwanger zu werden, aussagen. Aufgrund seiner einfachen Handhabung wird Clomifen in Deutschland sehr häufig verordnet.

Fest steht aber, dass Clomifen einen Eisprung auslösen kann und zu einer vermehrten Bildung von Eibläschen (Follikeln) führt. Dies erhöht die Chance auf eine Schwangerschaft, vor allem bei Frauen, die aufgrund des PCO-Syndroms keinen Eisprung mehr haben.

Ob eine Frau schwanger wird, hängt aber auch von diversen anderen Faktoren ab. So spielen Alter und gesundheitlicher Zustand der Frau eine große Rolle. Außerdem die Spermaqualität des Partners. Wird eine Clomifen-Behandlung mit einer Insemination (Samenübertragung) verbunden, steigen die Chancen für eine Schwangerschaft noch einmal an.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2017
Quellen: Göretzlehner, G. et al: Praktische Hormontherapie in der Gynäkologie. Walter de Gruyter, Berlin 2007; Breckwoldt, M. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2008 Keck, C.: Neue Wege bei unerfülltem Kinderwunsch. Trias, Stuttgart 2008

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