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Nabelschnur: Verbindung zwischen Mutter und Kind

Die Nabelschnur verbindet das Baby im Bauch mit der mütterlichen Plazenta. Nicht mehr benötigte Stoffe wie Kohlendioxid werden über sie abtransportiert und benötigte wie Sauerstoff und Nährstoffe zugeführt.

Neugeborenes Baby mit Nabelschnur im Krankenhaus
Nach der Geburt wird die Nabelschnur, die das Baby während der Schwangerschaft mit der mütterlichen Plazenta verbunden hat, durchtrennt.
© iStock.com/artworkbyme

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Verbindung zwischen Mutter und Kind

Die Nabelschnur bildet sich gleich zu Beginn einer Schwangerschaft: Wenn die Hülle des Fötus mit der Gebärmutterschleimhaut verwachsen ist, entwickelt sich die Plazenta. In ihr entstehen kleine, mit Blut gefüllte Hohlräume. Anfangs nur ein kleiner Stiel, bildet sich ab der 8. Schwangerschaftswoche aus ihnen die Nabelschnur: Sie besteht aus zwei Nabelschnurarterien, die sich spiralförmig um die Nabelschnurvene winden. Als Verbindung zwischen dem Nabel des Babys und der Plazenta transportiert die Nabelschnur nicht mehr benötigte Stoffwechselprodukte ab und versorgt das Baby mit Sauerstoff und Nährstoffen.

In den nächsten Schwangerschaftswochen wächst die Nabelschnur auf eine Länge von etwa 50 bis 60 Zentimetern und ein bis zwei Zentimeter Dicke an.

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Aufbau der Nabelschnur

Es verlaufen zwei Arterien und eine Vene in der Nabelschnur: Die Vene transportiert Blut von der Mutter zum Ungeborenen und versorgt das Kind so mit Sauerstoff und allen Nährstoffen, die es für seine Entwicklung benötigt. Die beiden Arterien bringen das Blut vom kindlichen Organismus zur Plazenta und transportieren Abfallprodukte wie Kohlendioxid vom Kind zur Mutter. Die drei Blutgefäße sind von Bindegewebe umgeben. Dies schützt die Nabelschnur vor Knicken und verleiht ihr sowohl Stabilität als auch Flexibilität.

Die Nabelschnur dient dem ungeborenen Kind gelegentlich auch als Spielzeug. Es kommt vor, dass Ultraschallbilder zeigen, wie Ungeborene sich an der Nabelschnur festhalten oder daran ziehen.

Untersuchungen

Im Rahmen der pränatalen Diagnostik kann ab der 18. Schwangerschaftswoche die Nabelschnur punktiert werden. Bei der Nabelschnurpunktion wird eine Hohlnadel unter Ultraschallkontrolle durch die Bauchdecke in die Nabelschnurvene geschoben und etwas Blut entnommen. Die Blutanalyse kann Aufschluss geben über:

Auch eine Gen-Analyse ist möglich. Da eine Nabelschnurpunktion Wehen oder Blutungen auslösen kann, empfiehlt sich eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung.

Komplikationen mit der Nabelschnur

Es gibt verschiedene Komplikationen, die während der Entwicklung des Kindes oder bei der Geburt in Zusammenhang mit der Nabelschnur auftreten können.

Echte und falsche Nabelschnurknoten

Die Nabelschnur kann sich durch Bewegungen des Kindes verknoten (echter Nabelschnurknoten) oder auch während der Entwicklung in der Länge abknicken (falscher Knoten). Bei etwa einem bis zwei Prozent der Geburten liegt ein echter Nabelschnurknoten vor. Auch wenn es zu einer Störung der Blutzirkulation kommen kann, ist ein Nabelschnurknoten meist nicht mit negativen Folgen für das Kind verbunden.

Nabelschnurumschlingung

Bei einer Nabelschnurumschlingung wickelt sich die oft überlange Nabelschnur um einzelne Körperteile des Ungeborenen – beispielsweise um den Hals. Dies ist bei etwa 20 bis 30 Prozent der Kinder während der Geburt der Fall. Wenn die Nabelschnur dabei so eingedrückt wird, dass der Blutfluss erschwert wird, kann dies zu einer Unterversorgung des Ungeborenen mit Sauerstoff führen. Dann muss in den Geburtsvorgang mit der Zange eingegriffen oder das Kind mit Kaiserschnitt entbunden werden. Da die Nabelschnur jedoch in der Lage ist, sich um einen gewissen Prozentsatz auszudehnen, können viele Kinder trotz Nabelschnurumschlingung normal entbunden werden.

Nabelschnurvorfall und -vorliegen

Wenn beim Blasensprung eine Schlinge der Nabelschnur vor den vorangehenden Körperteil des Kindes gelangt, wird dies als Nabelschnurvorfall bezeichnet. Ist die Fruchtblase noch nicht gesprungen, so spricht man von einem Nabelschnurvorliegen. Zu Nabelschnurvorfall und -vorliegen kommt es vor allem bei Mehrlingen und bei Kindern in Quer-, Schräg- oder Fußlage. Normalerweise folgt der Diagnose ein Kaiserschnitt.

Nabelschnurbruch (Omphalozele)

Bei einem Nabelschnurbruch (Omphalozele) treten beim Ungeborenen Organe aus der Bauchwand aus – beispielsweise Dünn-, Dickdarm oder Leber. Sie treten durch den Nabel in die Nabelschnur. Ein Nabelschnurbruch kann bereits mittels Ultraschall bei einem Ungeborenen diagnostiziert werden und wird meist sofort nach der Geburt operativ behandelt.

Nach der Geburt: Die Abnabelung

Mit der Geburt des Kindes wird die Nabelschnur überflüssig, denn das Baby verfügt nun über einen eigenen funktionierenden Blutkreislauf. Die Atmung erfolgt über die Lunge. Bei der Abnabelung wird die Nabelschnur zunächst mit zwei Klammern abgeklemmt und dann durchtrennt. Bei einem gesunden Kind geschieht dies gemäß Leitlinien nach etwa 1 bis 1,5 Minuten.

Es gibt auch die Möglichkeit, die Nabelschnur auspulsieren zu lassen: Dafür wartet man mit der Abnabelung, bis das Blut aus der Nabelschnur nicht mehr pulsiert, weil es zum Neugeborenen geflossen ist. Das Auspulsieren bietet Neugeborenen einige Vorteile: Unter anderem ist ihr Blutvolumen höher, sie haben mehr rote Blutkörperchen und der Eisenspeicherwert ist höher.

Der kleine Nabelschnurrest wird mit einer Plastikklemme verschlossen. Nach spätestens zwei Wochen fällt der vertrocknete Rest der Nabelschnur von alleine vom Bauch des Babys ab.

In der Nachgeburtsphase wird der noch mit der Plazenta verbundene Teil der Nabelschnur zusammen mit den Eihäuten und der Plazenta unter Nachgeburtswehen geboren.

Blut aus der Nabelschnur einlagern lassen oder spenden

Nabelschnurblut enthält viele wertvolle Stammzellen. Sie gelten als unbelastet, sind anpassungsfähiger und teilen sich häufiger als adulte Stammzellen. Deshalb eignen sie sich für die Therapie zahlreicher Erkrankungen und spielen auch in der Forschung eine immer größere Rolle. Viele Eltern entscheiden sich dafür, das Nabelschnurblut ihres Kindes einlagern zu lassen oder zu spenden.

Wann fällt die Nabelschnur ab?

Einige Tage bis spätestens zwei Wochen nach der Geburt fällt der drei bis vier Zentimeter lange Rest der Nabelschnur ab. Bis dahin bleibt er noch mit der Haut des Babys verbunden. Später entsteht an dieser Stelle der Bauchnabel. Bis die Nabelschnur abgefallen ist, empfiehlt es sich, den Nabel möglichst trocken und fusselfrei zu halten. Warten Sie mit dem Baden, bis die Nabelgrube ganz trocken ist.

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