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Dienstag, 26. September 2017
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Wehen fördern und auslösen

Wehen fördern und auslösen
Umstritten zum Fördern der Wehen ist ein Glas Sekt oder Rotwein - keinesfalls auf eigene Faust versuchen!
(c) iStockphoto

Wenn die Wartezeit zum Ende der Schwangerschaft etwas zu lang wird, gibt es hilfreiche Mittel, selbst ein wenig nachzuhelfen. Sanfte Methoden wie Wehentees, Bäder oder Massagen können das Auslösen von Wehen unterstützen.

Viele Schwangere wünschen sich zum Schwangerschaftsende hin, dass sie selbst die Wehen auslösen könnten, um der langen Wartezeit aufs Baby endlich ein Ende zu bereiten. Auch wenn dieser Wunsch der werdenden Mutter noch so groß ist, das Baby sollte auch soweit sein. Wenn dies der Fall ist, gibt es einige hilfreiche Mittel, um auf natürliche Weise die Wehen auslösen oder fördern zu können.

Hausmittel zum Wehen fördern

Wehen auslösen – nicht vor der 40. Schwangerschaftswoche

Der Körper der Schwangeren sollte vor einem Versuch, die Wehen auszulösen, in jedem Fall auch schon geburtsbereit sein. Das bedeutet, dass der Muttermund schon weich und der Gebärmutterhals schon geweitet sein sollte. Außerdem sollte das Ungeborene möglichst in der Geburtsposition liegen. Keinesfalls sollten die Wehen ohne Rücksprache mit der Hebamme oder dem Arzt ausgelöst werden. Sie können in der Regel beurteilen, ob es schon soweit ist. Allgemein wird empfohlen, ein Auslösen der Wehen nicht vor der 40. SSW zu versuchen, da die Entwicklung des Babys meistens erst dann soweit ist.

Wehen auslösen – Vorsicht bei Abführmitteln!

Eine weit verbreitete Methode, die Wehen auslösen soll, ist die Einnahme von Abführmitteln. So manche ungeduldige Schwangere versucht auch, mit einem Klistier die Wehen zu fördern. Experten raten allerdings von einer Einnahme von Rhizinusöl und ähnlichem ab, da sehr oft neben einem wehenanregenden Effekt Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und oftmals starker Durchfall auftreten. Manchmal werden Wehencocktails aus verschiedenen wehenanregenden Substanzen gemixt. Bei Durchfall verliert der Körper jedoch viel Flüssigkeit und der Organismus von Mutter und Kind wird unnötig belastet.

Wehen auslösen – diese sanften Methoden können helfen

Schwangere, die ihre Wehen auslösen möchten, sollten dies nicht auf eigene Faust versuchen. Hebamme und Frauenarzt sind hier die kompetenten Ansprechpartner, nichts sollte ohne Rücksprache mit ihnen geschehen. Ist die Hebamme einverstanden, können folgende sanfte Methoden helfen. Es ist ratsam, nicht auf einmal mehrere Methoden miteinander zu kombinieren, denn dies kann den Organismus der Schwangeren überlasten.

Wehentee: Es gibt Kräuter und Gewürze, aus denen sich Schwangere einen Tee kochen können. Eisenkraut (Verbene), Zimt, Ingwer und Nelken wirken sich oft positiv auf die Wehentätigkeit aus. Als Tee gekocht über den Tag verteilt öfter einen Schluck trinken, hilft dies beim Auslösen von Wehen. Auch Himbeerblättertee ist eine beliebte Empfehlung zur Förderung von Wehen.

Sex: Regelmäßiger Sex zum Ende der Schwangerschaft hin kann wehenanregend wirken. Zum einen wird durch sexuelle Erregung das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, dem eine wehenauslösende Wirkung zugeschrieben wird. Außerdem entstehen beim Orgasmus Kontraktionen, die sich auf die Gebärmutter übertragen. Im Sperma des Mannes finden sich zudem Prostaglandine. Diese Hormone sind ebenfalls wehenfördernd.

Brustwarzenstimulation: Durch ein Stimulieren der Brustwarzen wird ebenfalls das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. 15 bis 30 Minuten lang werden beide Brustwarzen stimuliert, immer wieder sollten hierbei kurze Pausen eingelegt werden.

Bauchmassage: Idealerweise wird sie vom Partner durchgeführt. Aber auch Hebammen führen manchmal eine Bauchmassage durch. Mit ätherischen Ölen von Eisenkraut, Nelke, Ingwer oder Zimt wird hierbei sanft der Bauch der Schwangeren massiert.

Kreisende Beckenbewegungen: Auf einem Gymnastikball sitzend macht die Schwangere kreisende Bewegungen mit ihrem Becken. Frauen, die in fortgeschrittener Schwangerschaft körperlich fit sind, können sogar einen Bauchtanzkurs besuchen. Dies sollte möglichst nicht in Leistungssport ausarten, denn die Kraft wird bei der Geburt benötigt.

Bad mit Zusätzen: Ein warmes Bad mit Zusätzen wie Ingwer-, Nelken-, Zimt- oder Eisenkrautpräparaten kann eine wehenauslösende Wirkung haben. Zusätzlich ist es meist sehr entspannend.

Wehen fördern und auslösen – nicht wirklich planbar

All die Möglichkeiten, die Wehen fördern und auslösen, sind natürlich kein Garant für eine schnelle Entbindung, sie können jedoch sanft und langsam mithelfen, die Wehentätigkeit anzuregen. Ist das Baby allerdings noch nicht bereit, werden diese Maßnahmen in der Regel nicht zu einer schnellen Geburt führen. Bleibt eine Schwangere möglichst bis zur Geburt entspannt, muss sie eigentlich gar keine Maßnahmen durchführen, die Wehen fördern oder auslösen können.

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Letzte Aktualisierung: 17. Juli 2017

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