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Juckreiz in der Schwangerschaft

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2016

Juckreiz in der Schwangerschaft kann vielfältige Ursachen haben. Ob am Bauch, an den Beinen, im Intimbereich oder am ganzen Körper – die Symptome können individuell sehr unterschiedlich sein.

Juckreiz in der Schwangerschaft
Juckreiz in der Schwangerschaft tritt häufig am Bauch auf
(c) iStockphoto

Während der Schwangerschaft finden viele Hautveränderung statt, die als physiologisch und somit als normal gelten. Sie gelten oft als Ursache für einen Juckreiz während der Schwangerschaft.

 

Ursachen für Juckreiz in der Schwangerschaft

Zu den normalen Haut und Gewebeveränderungen gehören beispielsweise eine vermehrte Pigmentierung der Haut, insbesondere die Mittellinie des Bauches und die Brustwarzenvorhöfe sehen dann etwas dunkler aus. Ein verändertes Bindegewebe führt oft zu Schwangerschaftsstreifen. Das Haarwachstum nimmt in der Schwangerschaft oftmals zu, während es nach der Geburt bei den Müttern vermehrt zu Haarausfall kommt. Häufig kommt es auch zu erhöhter Brüchigkeit der Nägel. Diese Veränderungen bilden sich für gewöhnlich innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach der Entbindung zurück. Durch die vielfältigen Veränderungen im Körper, auch hormoneller Art, können die Ursachen für Juckreiz in der Schwangerschaft oft nicht genau geklärt werden. Man bezeichnet Juckreiz in der Schwangerschaft auch als Schwangerschaftsdermatose.

Schwangerschaftsakne

Die sogenannte Schwangerschaftsakne entsteht aufgrund einer gestörten Talgdrüsenfunktion in der Haut der Schwangeren. Sie verschwindet in der Regel wenige Wochen nach der Geburt wieder.

Das PUPP-Syndrom (PEP, engl. PUPPP)

Das PUPP-Syndrom ist eine akute Hauterkrankung, die vorwiegend während der Schwangerschaft und hier am häufigsten im dritten Trimenon (Schwangerschaftsdrittel) auftritt. 1979 erstmals beschrieben, wird sie auch als polymorphes Exanthem oder Schwangerschaftsdermatose bezeichnet. Das stärkste Symptom des PUPP-Syndroms ist der Juckreiz, der bei den Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Außerdem kann es zu Hautrötungen, Pusteln oder Bläschenbildung kommen. Auch ekzemartige Hautveränderungen sind bekannt. Geschätzt tritt das PUPP-Syndrom bei einer von 200 Schwangerschaften auf, häufiger bei Erstschwangeren. Die Symptome des PUPP-Syndroms können sehr ausgeprägt und unangenehm für die Schwangere sein. Nach der Entbindung bildet sich das PUPP-Syndrom jedoch in den meisten Fällen innerhalb von ein paar Tagen spontan zurück.

Bestehende Hauterkrankungen verändern sich in der Schwangerschaft

Frauen, die bereits vor einer Schwangerschaft unter Hauterkrankungen leiden, werden während einer Schwangerschaft Veränderungen bemerken. Schuppenflechte beispielsweise bessert sich in einer Schwangerschaft meist deutlich. Nach der Entbindung geht sie leider oft wieder in ihren ursprünglichen Ausprägungsgrad zurück.

Andere Hauterkrankungen, die ihren Ursprung in einer Autoimmunerkrankung haben, verschlechtern sich oft in der Schwangerschaft und werden nach der Entbindung wieder besser. Hierzu gehören beispielsweise Neurodermitis und der Lupus erythematodes.

Veränderungen auch im Blutgefäßsystem

Die offensichtlichsten Veränderungen der Gefäße zeigen sich oftmals als Krampfadern oder Hämorrhoiden. Im Zahnfleisch verursachen Neubildungen von Blutgefäßen häufig Zahnfleischbluten. Hier wird eine besondere Zahnpflege in der Schwangerschaft angeraten. Auch Wassereinlagerung im Gewebe, auch Ödembildung genannt, resultiert aus diesen Veränderungen der Blutgefäße.

Was tun bei Juckreiz in der Schwangerschaft?

Wenn die Beschwerden sehr stark sind, sollte in jedem Fall ein Hautarzt aufgesucht werden. Er kann geeignete Behandlungen der Schwangerschaftsdermatose einleiten.

Therapiemöglichkeiten bei Juckreiz in der Schwangerschaft

Für gewöhnlich erfolgt eine medikamentöse Therapie nach einer gesicherten Diagnose. Gegen den Juckreiz werden oft so genannte Antihistaminika verordnet. Je nach Hauterkrankung kommt es auch zur Gabe von cortisonhaltigen Salben oder Cremes. Gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, bei Juckreiz oder Hauterkrankungen einen Facharzt zu konsultieren, der eine geeignete Therapie empfehlen kann.

Folgende Hausmittel können den Juckreiz lindern:

  • Mit gekühlter Bodylotion mit Urea eincremen
  • kalten Quark auf die betroffenen Stellen geben und einwirken lassen, bis er Körpertemperatur hat
  • Essigwasser aus 10 Teilen Wasser und einem Teil Essig herstellen und den Körper damit abwaschen
  • rückfettende Salben und Cremes und Bäder mit feuchtigkeitsspendenden Zusätzen

Hinweis: Schwangere, die Himbeerblättertee trinken, berichten regelmäßig von einem Bauchausschlag. Dann sollte die Trinkmenge des Tees vorsichtshalber reduziert werden. Oft geht dann auch der Juckreiz zurück. Außerdem sollten sicherheitshalber die Blutwerte der Schwangeren überprüft werden, da der Juckreiz auch ein Hinweis auf eine Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) sein kann.

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2016

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