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Schwangerschaftsdermatose als häufige Ursache

Juckreiz in der Schwangerschaft

Juckreiz kommt in der Schwangerschaft häufig vor. Meist sind die Ursachen harmlos. Aber auch behandlungsbedürftige Erkrankungen können dahinterstecken.

Juckreiz in der Schwangerschaft
Juckreiz, oft verbunden mit Hautausschlag, kommt in der Schwangerschaft häufig vor. Die meisten Ursachen sind harmlos. Es können aber auch ernste Komplikationen dahinterstecken.
© Getty Images/IAN HOOTON/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Eine Schwangerschaft geht mit zahlreichen körperlichen Veränderungen einher. Auch die Haut ist betroffen: Neben typischen Hautveränderungen kann eine Schwangerschaftsdermatose auftreten, die häufig mit Juckreiz verbunden ist.

In diesem Artikel lesen Sie:

Ursachen für einen harten Bauch in der Schwangerschaft

Juckreiz ist in der Schwangerschaft häufig

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) leiden zwei von zehn Frauen unter Juckreiz im Laufe ihrer Schwangerschaft. Vor allem die sich dehnende Haut kann in der Schwangerschaft Juckreiz verursachen – nicht nur am Bauch. Auch trockene Haut kann jucken. Juckreiz gehört zu den häufigen Beschwerden in der Schwangerschaft.

Durch hormonelle und immunologische Veränderungen, die geänderte Stoffwechsellage sowie eine gesteigerte Durchblutung treten Dermatosen in der Schwangerschaft relativ häufig auf. Die verschiedenen Formen werden unter dem Begriff Schwangerschaftsdermatosen zusammengefasst. Sie gehen in der Regel nach der Geburt von alleine wieder zurück.

Wie mit Juckreiz in der Schwangerschaft umgehen?

Juckreiz in der Schwangerschaft ist oft harmlos, kann aber auch Anzeichen behandlungsbedürftiger Komplikationen sein. Gerade in der Schwangerschaft ist es daher wichtig, bei Juckreiz oder Hauterkrankungen eine*n Ärztin*Arzt zu konsultieren.

Hausmittel zur Linderung des Juckreizes

Juckreiz ohne entzündliche Hautveränderungen oder nässenden Ausschlag kann oft mit leichten Maßnahmen gemildert werden:

  • gekühlte Bodylotion mit Harnstoff (Urea) verwenden
  • kalten Quark auf die betroffenen Stellen geben und einwirken lassen, bis er Körpertemperatur hat
  • Essigwasser aus 10 Teilen Wasser und einem Teil Essig herstellen und den Körper damit abwaschen
  • rückfettende Salben und Cremes sowie Bäder mit feuchtigkeitsspendenden Zusätzen

Hinweis: Schwangere, die Himbeerblättertee trinken, berichten regelmäßig von einem Hautausschlag am Bauch. Dann sollte die Trinkmenge des Tees vorsichtshalber reduziert werden. Oft geht dann auch der Juckreiz zurück. Außerdem sollten sicherheitshalber die Blutwerte überprüft werden, da der Juckreiz ein Hinweis auf eine Schwangerschaftsvergiftung (Gestose) sein kann.

Atopische Schwangerschaftsdermatose als Ursache für Juckreiz in der Schwangerschaft

Für etwa die Hälfte aller mit Juckreiz verbundenen Dermatosen in der Schwangerschaft ist die atopische Schwangerschaftsdermatose verantwortlich. Sie zeigt sich schon in einem frühen Stadium der Schwangerschaft, meist im ersten oder zweiten Trimester.

Die auch als AEP (Abkürzung des Englischen "Atopic Eruption of Pregnancy") bekannte Hauterkrankung kommt vor allem bei Frauen mit einer erblichen Veranlagung für Allergien, bestimmte Hauterkrankungen oder Unverträglichkeiten vor (Atopie).

Stark juckende, flächige und/oder schuppige Rötungen vor allem im Gesicht, an Hals und Dekolleté sowie in den Beugen der Gliedmaßen sind typische Anzeichen einer atopischen Schwangerschaftsdermatose. Im Gegensatz zum ebenfalls häufigen PUPP-Syndrom treten sie nicht im Bereich der Schwangerschaftsstreifen auf.

Die Therapie erfolgt symptomatisch. Eine rückfettende Hautpflege mit Harnstoff kann oftmals den Juckreiz schon ein wenig lindern und ist auch für die Schwangerschaft geeignet. Lokal können außerdem Glukortikoide (Kortison) zum Einsatz kommen sowie in schweren Fällen Antihistaminika.

PUPP-Syndrom: Juckender Ausschlag

Das PUPP-Syndrom (polymorphe Schwangerschaftsdermatose) ist eine akute Hauterkrankung, die vorwiegend während der Schwangerschaft und hier am häufigsten im dritten Schwangerschaftsdrittel, manchmal aber auch unmittelbar nach der Geburt (15 Prozent der Fälle), auftritt. Geschätzt tritt das PUPP-Syndrom bei einer von 200 Schwangerschaften auf, häufiger bei Erstschwangeren sowie bei Mehrlingsschwangerschaften. Eine starke Gewichtszunahme in der Schwangerschaft gilt als Risikofaktor.

Das stärkste Symptom des PUPP-Syndroms ist der heftige Juckreiz. Es kommt zu Hautveränderungen, die zunächst am Körperstamm beginnen, vor allem am Bauch (mit Ausnahme des Bauchnabels) und/oder im Bereich von Dehnungsstreifen. Sie breiten sich oft bis zum Oberschenkel und Gesäß aus.

Zunächst zeigen sich ein großflächiger, entzündlicher Hautausschlag (Exanthem) sowie Papeln und Plaques. Im Verlauf der Erkrankung kann es zu Ekzemen, Knötchen, Pusteln und Krustenbildung kommen.

Die Symptome des PUPP-Syndroms können sehr ausgeprägt und unangenehm für die Schwangere sein. Nach der Entbindung bildet sich das PUPP-Syndrom jedoch in den meisten Fällen innerhalb von ein paar Tagen spontan zurück.

Die gute Nachricht: Abgesehen vom starken Juckreiz hat das PUPP-Syndrom keinen negativen Einfluss auf die Schwangerschaft und das Baby. Eine Behandlung kann symptomatisch durch die*den Ärztin* erfolgen. Äußerlich bieten sich Glukokortikoide (Kortison) an, systemisch können Antihistaminika zum Einsatz kommen. Sanfte Kühlung der betroffenen Stellen kann zur Linderung des Juckreizes beitragen.

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Intrahepatische Schwangerschaftscholestase: Juckreiz ist das Hauptsymptom

Vor allem durch heftigen Juckreiz am Körperstamm, zunächst beginnend an den Fußsohlen und Handinnenflächen, äußert sich die intrahepatische Cholestase in der Schwangerschaft. Sie tritt in der Regel nach der 25. Schwangerschaftswoche (25. SSW) auf. Dabei handelt es sich um eine Funktionsstörung von Leber und Galle: Die Leber schüttet vermehrt Gallensäure aus, sodass sich der Gallensäurespiegel im Blutserum erhöht.

Neben starkem Juckreiz, bei dem sich Betroffene oft auch die Haut regelrecht zerkratzen, kann der Urin dunkel und der Stuhl hell verfärbt sein. Hautveränderungen treten nicht auf. Etwa zehn Prozent der Betroffenen leiden unter Gelbsucht (Ikterus). Nach der Geburt verschwinden die Beschwerden in der Regel von alleine wieder.

Diagnostizieren lässt sich die Gallenstauung über eine Blutuntersuchung. Da sich ein erhöhter Gallensäurespiegel auf die Plazentafunktion auswirken und damit ein Frühgeburtsrisiko entstehen kann, ist eine engmaschige ärztliche Betreuung nach Diagnosestellung wichtig. Man kann versuchen, den Gallensäurespiegel medikamentös zu senken. In schweren Fällen oder wenn die Versorgung des Kindes gefährdet ist, muss die Geburt frühzeitig eingeleitet werden. Gegen den Juckreiz können rückfettende Cremes eingesetzt werden.

Autoimmunkrankheit Pemphigoid gestationis verursacht Juckreiz

Ebenfalls äußerst selten tritt das Pemphigoid auf, auch bekannt als Herpes gestationis. Obwohl es der Name vermuten lässt, hat diese Schwangerschaftsdermatose nichts mit Herpesviren zu tun. Sie entwickelt sich meist in der Spätschwangerschaft, manchmal auch kurz nach der Geburt. Es kommt zu plötzlich auftretenden Blasen um den Bauchnabel. In den folgenden Tagen breiten sich stark juckende und brennende, mit Flüssigkeit gefüllte Blasen und Knötchen über den gesamten Körper aus.

Bei PG handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem bildet Antikörper gegen ein in der Haut sitzendes Antigen. Obwohl die Schwangerschaftsdermatose nach der Geburt innerhalb mehrerer Wochen wieder abheilt, können sich aufgrund der die Plazenta passierenden Antikörper Komplikationen wie vorzeitige Wehen oder verzögertes Wachstum des Babys ergeben. Es besteht außerdem ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko. Eine engmaschige medizinische Betreuung ist deshalb wichtig.

Therapeutisch kommen je nach Ausmaß äußerlich oder innerlich Glukortikoide (Kortison) sowie Antihistaminika zum Einsatz.

Bestehende Hauterkrankungen verändern sich in der Schwangerschaft und können Juckreiz verursachen

Frauen, die bereits vor einer Schwangerschaft unter Hauterkrankungen leiden, werden während einer Schwangerschaft Veränderungen bemerken. Schuppenflechte beispielsweise bessert sich in einer Schwangerschaft meist deutlich. Nach der Entbindung geht sie leider oft wieder in ihren ursprünglichen Ausprägungsgrad zurück.

Andere Hauterkrankungen, die ihren Ursprung in einer Autoimmunerkrankung haben, verschlechtern sich oft in der Schwangerschaft und werden nach der Entbindung wieder besser. Hierzu gehören beispielsweise Neurodermitis und der Lupus erythematodes.

Veränderungen auch im Blutgefäßsystem

Die offensichtlichsten Veränderungen der Gefäße zeigen sich oftmals als Krampfadern oder Hämorrhoiden. Auch Hämorrhoiden können in der Schwangerschaft einen Juckreiz verursachen.

Im Zahnfleisch verursachen Neubildungen von Blutgefäßen häufig Zahnfleischbluten. Hier wird eine besondere Zahnpflege in der Schwangerschaft angeraten. Auch Wassereinlagerungen im Gewebe, auch Ödembildung genannt, resultieren aus diesen Veränderungen der Blutgefäße.

Tipps gegen Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft
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