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Schilddrüsenhormone

Thyroxin (T4): Wichtig bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft

Thyroxin, häufig auch einfach nur als T4 bezeichnet, ist ein Schilddrüsenhormon. Zusammen mit dem Trijodthyronin (T3) ist Thyroxin maßgeblich für den Energiestoffwechel des Körpers verantwortlich.

Schilddrüsenuntersuchung bei Schwangerer
© GettyImages/skynesher

In diesem Artikel lesen Sie:

Hormonyoga: So funktioniert es bei Kinderwunsch

Was macht Thyroxin (T4) im Körper?

Thyroxin (T4) wird zusammen mit Trijodthyronin (T3) von der Schilddrüse gebildet und ausgeschüttet. Beide Hormone besitzen je vier (T4) bzw. drei (T3) Jod-Atome. Aus Thyroxin wird durch Abspaltung eines Jod-Atoms das aktive und in den Körperzellen wirkende Trijodthyronin. Um Thyroxin und Co. produzieren zu können, benötigt die Schilddrüse also Jod.

Die Aufgaben beider Hormone sind vielfältig. Vor allem der Energiestoffwechsel wird maßgeblich von T4 und T3 angetrieben: Ihre Hauptaufgabe ist es, die Stoffwechselvorgänge und die inneren Verbrennungsvorgänge durch vermehrte Sauerstoffaufnahme in die Zellen zu steigern.

Thyroxin und Co. sind lebensnotwendig. Sie beeinflussen das Wachstum, die Temperatur des Körpers, seinen Muskeltonus, den Energieverbrauch sowie das körperliche und geistige Befinden insgesamt.

Bitte nicht verwechseln: L-Thyroxin (Levothyroxin) ist eine künstlich hergestellte Form des körpereigenen Thyroxins. Das Medikament wird bei Schilddrüsenunterfunktion, Hashimoto, Schilddrüsenoperationen und gelegentlich zusammen mit anderen Medikamenten bei Schilddrüsenüberfunktion verordnet.

Thyroxin dient als Vorstufe für T3

In erster Linie agiert das Thyroxin als Vorhormon für das aktiv in den Körperzellen wirkende T3. Bei Bedarf wird T4 in T3 umgewandelt.

Für die Produktion von Thyroxin benötigt die Schilddrüse Jod. Jodmangel führt oft zu einer vergrößerten Schilddrüse: Die Schilddrüse versucht, mit dem wenigen Jod, das ihr zugeführt wird, so viel Thyroxin wie möglich zu produzieren – das Organ vergrößert sich (Kropfbildung).

Schilddrüsenwerte: Das sagen Thyroxin und Co. aus

Die Schilddrüsenwerte beeinflussen sich gegenseitig. Ausgangspunkt ist die Hirnanhangsdrüse (der Hypothalamus). Hier wird Lesen Sie hier mehr über den TSH-Wert bei Kinderwunsch ausgeschüttet, welches die Bildung der Schilddrüsenhormone angeregt und kontrolliert. Es ist die Abkürzung für "Thyreoidea stimulierendes Hormon" und dieser Name macht es deutlich: THS regt die Schilddrüse zur Produktion lebenswichtiger Hormone an.

Sind zu wenig Schilddrüsenhormone im Körper vorhanden, produziert die Hirnanhangsdrüse mehr TSH, was wiederum die Schilddrüse anregt, vermehrt Hormone zu produzieren. Je höher der TSH-Wert, desto weniger arbeitet die Schilddrüse. Sind dagegen ausreichend oder zu viele Schilddrüsenhormone im Körper vorhanden, dämpfen diese wiederum die Produktion von TSH, der Wert sinkt.

Die Bestimmung des TSH-Wertes ist eine der ersten Diagnosemaßnahmen bei Verdacht auf eine Schilddrüsenfunktionsstörung.

Ob tatsächlich eine Funktionsstörung vorliegt, lässt sich bei auffälligem TSH mit Bestimmung des freien Thyroxins (fT4) sowie des freien Trijodthyronins (fT3) im Blut feststellen. Erhöhte Werte weisen auf eine Überfunktion, zu niedrige Werte auf eine Unterfunktion hin.

Lesen Sie hier mehr über den TSH-Wert bei Kinderwunsch.

Schilddrüse: Symptome können auf Funktionsstörung hinweisen

Häufige Symptome, die mit Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) in Verbindung stehen, sind:

  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • langsamer Herzschlag
  • Konzentrationsstörungen
  • Kältegefühl
  • Gewichtszunahme
  • träge Verdauung, Verstopfung
  • Wassereinlagerungen
  • trockene Haut, "strohige" Haare

Häufige Symptome, die bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auftreten können, sind:

  • vermehrte Unruhe
  • Herzklopfen, Herzrasen
  • Schlafstörungen
  • Gewichtsabnahme
  • Durchfall
  • übermäßiges Schwitzen
  • Haarausfall

L-Thyroxin zur Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion

Produziert die Schilddrüse bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) zu wenig Schilddrüsenhormone, wird in der Regel künstlich hergestelltes Thyroxin in Form von L-Thyroxin zugeführt. Das Medikament übernimmt im Körper die gleichen Aufgaben wie das "natürliche" Thyroxin und wird auch wie dieses in T3 umgewandelt. Der Körper unterscheidet nicht zwischen eigenem und zugeführtem Thyroxin.

Thyroxin bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft benötigt der Körper aufgrund der veränderten Stoffwechsellage und der Wachtumsprozesse mehr Schilddrüsenhormone: Um ganze 50 Prozent steigt der Bedarf an Schilddrüsenhormonen an. Deshalb kommt es in den ersten Schwangerschaftswochen zu einer Stimulierung und vermehrten Durchblutung der Schilddrüse durch das sogenannte Schwangerschaftshormon HCG.

Östrogene sorgen wiederum für eine Erhöhung der Gesamtmenge von Thyroxin und Trijodthyronin, während die freien Varianten fT4 und fT3 innerhalb der Normgrenzen bleiben.

Besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel arbeitet die Schilddrüse auf Hochtouren, denn sie muss Mutter und Kind mit Hormonen versorgen. In dieser sensiblen Phase kann ein Mangel an Schilddrüsenhormonen zu Störungen der kindlichen kognitiven Entwicklung führen. Erst etwa ab der 12. SSW nimmt die kindliche Schilddrüse ihre Arbeit auf – benötigt aber wiederum auch selbst Jod.

Jodbedarf erhöht sich in der Schwangerschaft

Entsprechend erhöht sich auch der Jodbedarf von 200 µg auf 230 µg täglich. Da dies in unseren Breitengraden nicht so einfach über die Nahrung erreicht werden kann, gilt die Empfehlung, zusätzlich täglich ein Nahrungsergänzungsmittel mit 150 µg einzunehmen.

Doch viele Frauen starten schon mit einem Jodmangel in die Schwangerschaft, gerade in den sogenannten Jodmangelgebieten (südliche Bundesländer, Alpenraum). Der Jodmangelkropf ist in bestimmten Regionen tatsächlich seit jeher ein frühes Schwangerschaftsanzeichen: Die Schilddrüse vergrößert sich, um aus dem wenigen Jod, das ihr zur Verfügung steht, das Maximum an Schilddrüsenhormonen zu produzieren.

Es empfiehlt sich, bei Kinderwunsch die Schilddrüsenwerte frühzeitig bestimmen zu lassen, um eine eventuelle Über- oder Unterfunktion frühzeitig behandeln zu können.

Die Behandlung mit L-Thyroxin gilt auch in der Schwangerschaft als sicher. Wenn schon vor der Schwangerschaft eine Unterfunktion bestand, werden die Schilddrüsenwerte Schwangerer besonders engmaschig überwacht. Unter Umständen ist eine Dosisanpassung nötig.

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