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Untersuchungen bei Unfruchtbarkeit und unerfülltem Kinderwunsch

Autor: 9monate.de
Letzte Aktualisierung: 31. August 2017

Unfruchtbarkeit bei Frauen kann verschiedene Ursachen haben, die unterschiedliche Untersuchungen erforderlich machen.

Untersuchungen bei Unfruchtbarkeit und unerfülltem Kinderwunsch
Unerfüllter Kinderwunsch kann ein Paar belasten - aber verschiedene Untersuchungen können die Ursache für die Unfruchtbarkeit finden
(c) iStock
  • Störungen im Hormonstoffwechsel sind häufige Ursachen für die Sterilität der Frau. Eine hormonelle Bestimmung mit Hilfe von Blut- oder Urinuntersuchungen geben Aufschluss über hormonelle Ursachen.

  • Eine Probe der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) wird durch eine Endometriumbiopsie entnommen. Diese Untersuchung dient dazu, die Beschaffenheit der Schleimhaut zu prüfen.

  • Mit Hilfe einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) können organische Ursachen, Myome oder Verwachsungen festgestellt werden.

  • Die Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) ermöglicht es, Veränderungen innerhalb der Gebärmutter festzustellen, die die Einnistung der befruchteten Eizelle verhindern können.

  • Die Eileiterspiegelung (Falloposkopie) wird durchgeführt, um die Beschaffenheit der Schleimhaut in den Eileitern zu beurteilen. Anhand ihrer Beschaffenheit kann beurteilt werden, ob der Transport der Keimzellen in den Eileitern möglich ist.

  • Eine der Ursachen für Unfruchtbarkeit sind verklebte Eileiter. Um die Durchgängigkeit der Eileiter festzustellen, kann eine Ultraschalluntersuchung oder eine Röntgenuntersuchung (Hysterosalpingographie , kurz: HSG) vorgenommen werden.

Hormontests

Die Auswertung der Basaltemperaturkurve gibt bereits wichtige Hinweise auf Hormonstörungen im weiblichen Zyklus. Weitere Hinweise auf hormonelle Störungen bringt die Beobachtung des Zervixschleims nach der Billingsmethode.

Falls von einer hormonellen Störung als Ursache der Unfruchtbarkeit ausgegangen werden kann, liefern Hormontests und Hormonbestimmungen genauere Erkenntnisse, wodurch der Hormonstoffwechsel gestört ist. Wertvolle Informationen über die Wechselbeziehung zwischen Eierstöcken, Gehirn, Hirnanhangdrüse und Mittelhirn erhält man, wenn man während eines vollen Menstruationszyklus jeden Tag den Hormonspiegel im Blut oder Urin misst. Dies wird aber wegen der hohen Kosten praktisch nie durchgeführt. Durchschnittlich wird etwa drei- bis viermal im Zyklus gemessen.

Normalerweise werden Östrogen, follikelstimulierendes Hormon (FSH), luteinisierendes Hormon (LH), Progesteron, Prolaktin und Testosteron gemessen und mit den Werten von Frauen verglichen, die bekanntermaßen einen normalen Eisprung haben.

Östrogenbestimmung
Kurz vor dem Eisprung erreichen die Östrogenwerte ihren Höhepunkt. Wenn die Östrogenkonzentration im Blut am Zyklusanfang und in der Zyklusmitte gemessen wird, kann die Ärztin Rückschlüsse auf die Follikel- und damit die Eizellreifung ziehen. Die Östrogenwerte sind bei Frauen in den Wechseljahren oder bei Frauen, deren Eierstöcke (zum Beispiel durch Bestrahlung) geschädigt sind, sehr niedrig.

Follikelstimulierendes Hormon (FSH)
Die Werte des follikelstimulierenden Hormons sind bei Frauen in den Wechseljahren und bei Frauen, deren Eierstöcke (zum Beispiel durch Bestrahlung) geschädigt sind, deutlich erhöht, da der Körper durch die erhöhte Ausschüttung vergeblich versucht, die Eierstöcke zur Bildung von Eibläschen anzuregen.

Luteinisierendes Hormon (LH)
Das luteinisierende Hormon wird bestimmt, um herauszubekommen, wann mit dem Eisprung zu rechnen ist. Zusammen mit dem Östrogen wird es ab dem siebten Tag regelmäßig im Blut gemessen. Etwa 24 Stunden vor dem Eisprung erreicht das luteinisierende Hormon sein Maximum und sinkt dann während der zweiten Zyklushälfte schnell wieder ab. LH-Werte können auch im Urin bestimmt werden.

Progesteron
Bei Verdacht auf eine Gelbkörperschwäche wird das Progesteron im Laufe der zweiten Zyklushälfte mehrmals gemessen. Zu niedrige Progesteronwerte weisen darauf hin, dass der Eisprung entweder nicht stattgefunden hat oder die Gelbkörperproduktion nicht ausreicht, um die Gebärmutterschleimhaut auf eine Schwangerschaft vorzubereiten. Will die Ärztin dies genauer wissen, dann wird eine Endometriumsbiopsie gemacht.

Prolaktin
Der Prolaktinwert sollte zwischen dem dritten und fünften Zyklustag bestimmt werden. Leicht erhöhte Prolaktinwerte können aufgrund einer kurzfristigen Stresssituation zustande kommen oder aufgrund leichter Schilddrüsenunterfunktionen. Im Zusammenhang mit einem Prolaktinüberschuss muss daher immer auch die Schilddrüse kontrolliert werden.

Testosteron
Testosteron wird ebenfalls in der ersten Hälfte des Zyklus bestimmt. Sind die Werte stark erhöht, muss mit einem Spezialtest geprüft werden, ob die erhöhte Bildung in den Eierstöcken oder den Nebennieren stattfindet. Bei Frauen, die lange Zeit zu hohe Spiegel an männlichen Hormonen aufweisen, findet man bei der Ultraschalluntersuchung oft ein PCO-Syndrom. Bei diesen Patientinnen sind auch die LH-Werte typischerweise erhöht.

Postkoitaltest (Sims-Huhner-Test)

Der Postkoitaltest wird durchgeführt, wenn man prüfen will, ob die Spermien den Zervixschleim durchdringen können. Er wird heute nur noch selten durchgeführt, da seine Aussagekraft eingeschränkt ist.

Testablauf nach Sims-Huhner

  • 1 bis 3 Tage vor dem Eisprung wird die Spinnbarkeit des Zervixschleims geprüft. Sie sollte dann 5 cm oder mehr betragen.

  • Etwa 2 bis 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr wird aus dem Zervixkanal mit einer Pipette ein Gemisch von Zervixsekret und Samenflüssigkeit entnommen und mikroskopisch auf Anzahl, Beweglichkeit und Überlebensfähigkeit der Spermien untersucht. Es sollten mindestens 5 vitale Spermien pro Gesichtsfeld sichtbar sein.

  • Der Test sollte möglichst nahe am Termin des Eisprungs liegen.

Mögliche Probleme
Wenn der Zeitpunkt richtig gewählt ist - eine Ovulation steht kurz bevor, das Paar hatte in den vergangenen zwölf Stunden Geschlechtsverkehr, die Ejakulation hat tief in der Scheide stattgefunden - sollte die Ärztin zumindest einige bewegliche Spermien im Zervixschleim feststellen können. Falls wenige oder gar keine Spermien im Sekret zu finden sind, müssen mehrere Möglichkeiten bedacht werden:

  • Der Zeitpunkt ist falsch gewählt.
    Die Spermien können nicht in die Schleimhaut eindringen, wenn der Verkehr längere Zeit vor oder nach dem Eisprung stattgefunden hat. Erst unter dem erhöhten Östrogen in der Zeit der Ovulation ändert sich der Zervixschleim so, dass die Spermien ein günstiges Milieu für ihre Wanderung vorfinden. Der hohe Gestagenspiegel in der zweiten Zyklushälfte macht den Zervixschleim für die Spermien undurchdringlich.

  • Es hat kein Eisprung stattgefunden.
    Wenn der Östrogenanstieg ausbleibt, ändert sich der Zervixschleim nicht in der erforderlichen Weise.

  • Es sind keine Spermien nachweisbar.
    Die schwerwiegendste Störung ist das völlige Fehlen von Samenzellen in der Samenflüssigkeit. Hier könnte eine Störung des Spermientransports vorliegen.

  • Der Spermienbefund ist nicht normal.
    Eine stark verminderte Beweglichkeit krankhaft veränderter Samenzellen kann zu einem solchen Befund führen.

  • Es besteht eine Unverträglichkeit zwischen Sperma und Zervixschleim.
    Sowohl die Zyklusregulation als auch die Spermienproduktion sind in solchen Fällen in Ordnung, aber es besteht eine Unverträglichkeit von Sperma und Zervixschleim bei dem betreffenden Paar.

Untersuchung des Mannes

Auch der Mann sollte untersucht werden und bei einem Urologen ein anfertigen lassen.

Autor: 9monate.de
Letzte Aktualisierung: 31. August 2017

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