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Donnerstag, 16. August 2018
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Unfruchtbarkeit bei der Frau

Wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappen will: Unfruchtbarkeit bei der Frau kann viele Ursachen haben: hormonelles Ungleichgewicht, Umweltgifte, Stress, Entzündungen oder Stoffwechselstörungen sind häufige Gründe. Wichtig ist eine ausführliche Diagnose, um den richtigen Behandlungsansatz zu finden. Die Erfolgschancen der Behandlung sind sehr unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig.

Unfruchtbarkeit bei der Frau
Unfruchtbarkeit bei der Frau kann viele Ursachen haben, deshalb ist eine ausgiebige Diagnose enorm wichtig. Bei psychischer Belastung aufgrund des unerfüllten Kinderwunsches kann eine Psychotherapie hilfreich sein.
© iStock/PeopleImages

Bei der Sterilität des Mannes handelt es sich um Zeugungsunfähigkeit. Die Begriffe Sterilität und Infertilität werden häufig synonym verwendet.

Schätzungen zufolge sind in Deutschland zwischen fünf und zehn Prozent aller Paare ungewollt kinderlos. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen etwa zur Hälfte beim Mann und zur Hälfte bei der Frau. In etwa 15 Prozent dieser Fälle sind die Ursachen ungeklärt.

In diesem Artikel lesen Sie:

Ursachen von Unfruchtbarkeit: Sterilität und Infertilität

Stellt sich trotz ungeschütztem Geschlechtsverkehr in einem Zeitraum von zwei Jahren keine Schwangerschaft ein, ist Sterilität die Ursache dafür. Bei Infertilität kommt es zwar zu einer Schwangerschaft, sie kann jedoch nicht zu einem lebensfähigen Kind ausgetragen werden. Häufig kommt es zum Beispiel zu Fehlgeburten.

Für die Entstehung einer Schwangerschaft und deren positiven Verlauf sind viele verschiedene Faktoren verantwortlich. Bereits die Störung eines einzelnen Faktors kann der Grund für Unfruchtbarkeit sein. Häufige Ursachen sind hormonelle und organische Störungen sowie psychische Belastungen. Auch die Lebensweise hat Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Die häufigsten Ursachen sind:

Umweltgifte und Unfruchtbarkeit

Die zunehmende Umweltbelastung gerät im Zusammenhang mit Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit immer häufiger in die Schlagzeilen. Kaum jemand kann sich Umweltgiften entziehen. Längst haben Mediziner nachgewiesen, dass Umweltgifte die Fortpflanzungsorgane schädigen.

Besorgniserregend ist die Tatsache, dass sich die Spermienqualität in den letzten 20 Jahren ständig verschlechtert hat und viele Paare ungewollt kinderlos bleiben, ohne dass zunächst medizinische Ursachen hierfür gefunden werden.

Es gibt keine Grenzwerte, die eine Aussage darüber erlauben, in welcher Konzentration die jeweiligen Schadstoffe sterilisierend wirken. Menschen reagieren unterschiedlich empfindlich auf Umweltgifte. Zudem können sich manche Stoffe im Körper anreichern. Allerdings ist der Einfluss von Umweltgiften auf die Fruchtbarkeit und die Bedeutung von Umweltgiften während der Schwangerschaft für einige Schadstoffe bereits nachgewiesen.

Die Untersuchung von Umweltbelastungen in der Arztsprechstunde ist noch nicht Routine. Nur wenige Spezialisten führen sie durch. Einige Substanzen lassen sich direkt im Blut nachweisen, andere im Harn, Speichel oder Sperma. Bei Schwermetallen aber sind Bluttests unbrauchbar, da der Körper sie in den Knochen, im Gehirn oder in den inneren Organen speichert. Schadstoffbelastungen durch Pestizide und Lösungsmittel können nur indirekt über die Kontrolle des Immunsystems und der einzelnen Organe erkannt werden.

Bei einer Schadstoffbelastung ist eine ganzheitliche Therapie sinnvoll, da immer mehrere Organe betroffen sind. Der Gang zum ganzheitlich orientierten Arzt kann sinnvoll sein. Nach Möglichkeit muss zunächst die Störquelle ausgeschaltet werden, gegebenenfalls Wohnungen und Häuser entgiftet oder sogar Arbeitsstelle oder Beruf gewechselt werden.

Daneben gibt es einige vorbeugende Maßnahmen : Holzschutzmittel, Lösungsmittel, Teppichkleber, Farben und Lacke, sowie Reinigungs- und Desinfektionsmittel sollte man nur mit Vorsicht anwenden oder möglichst ganz vermeiden.

Lesen Sie hier mehr über Umweltgifte und Fruchtbarkeit.

Woran erkennt man Unfruchtbarkeit?

Stellt sich eine Schwangerschaft durch ungeschützten Geschlechtsverkehr innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren nicht ein, ist dies ein Anzeichen für Unfruchtbarkeit, beziehungsweise Sterilität. Kommt es zwar zu einer Schwangerschaft, wird diese aber nicht ausgetragen, entwickelt sich also kein lebensfähiges Kind, weist alles auf Infertilität hin.

Je nach zugrunde liegender Ursache für die Unfruchtbarkeit können starke Zyklusschwankungen oder ausbleibende Menstruation, Schmerzen im Genitalbereich oder beim Geschlechtsverkehr oder Blutungen Symptome einer Unfruchtbarkeit sein.

Wie diagnostiziert man Unfruchtbarkeit?

Zunächst findet ein ausführliches Gespräch über die Krankheitsgeschichte mit dem Gynäkologen statt (Anamnese). Besonders im Mittelpunkt stehen dabei Fragen zur Menstruation, vor allem im Hinblick auf Regelmäßigkeit und Beschwerden. Eventuelle vorangegangene Schwangerschaften oder Schwangerschaftsabbrüche sowie gynäkologische Erkrankungen sind ebenfalls von Bedeutung bei der Diagnose von Unfruchtbarkeit. Es ist ratsam, sich auf das Gespräch vorzubereiten und vorangegangene Krankheiten zu notieren, auch wenn sie auf den ersten Blick nichts mit Unfruchtbarkeit zu tun haben. Denn auch Stoffwechselstörungen oder andere Krankheiten wie beispielsweise PCO können zu Störungen der Fruchtbarkeit führen.

Der Lebensstil spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Anamnese: Stress, psychische Belastungen und eine ungesunde Lebensweise können ebenfalls zu Unfruchtbarkeit führen.

Fruchtbarkeitsuntersuchungen

Ziel der Fruchtbarkeitsuntersuchung ist es, Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit und Möglichkeiten der Behandlung zu ermitteln. Für das Paar kann es hilfreich sein, sich vor dem Gespräch mit dem Arzt bereits über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren und alle Fragen für das Arztgespräch zu notieren, damit man gut auf das Gespräch vorbereitet ist.

Am Beginn der Untersuchungen steht ein ausführliches Gespräch über die Krankengeschichte (Anamnese). Dabei stellt der Gynäkologe nicht nur Fragen beispielsweise zu Zyklus und Regelblutung, Kinder- und Erbkrankheiten, sondern er erkundigt sich auch über sehr persönliche Belange, beispielsweise über das Sexualleben oder die Paarbeziehung.

Nach der Anamnese folgen verschiedene Fruchtbarkeitsuntersuchungen. Die gynäkologische Untersuchung beinhaltet die Abtastung der Fortpflanzungsorgane. Fehlbildungen und Veränderungen in Gebärmutter, Eileitern und Eierstock lassen sich mithilfe der schmerzfreien Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) erkennen. Der zytologische Abstrich (Pap-Test) gibt Hinweise auf Bakterien, Pilze oder Zellveränderungen, die Unfruchtbarkeit bedingen können.

Weitere Untersuchungen, mit denen sich speziell die Fruchtbarkeit untersuchen lässt, sind:

Die Untersuchungen richten sich nach der vermuteten Störung und werden individuell durchgeführt. Oft liegen die Ursachen für eine ungewollte Kinderlosigkeit in Störungen des Zyklusablaufs begründet. Das Eibläschen wächst nicht oder der Eisprung findet nicht statt (Anovulation). Gleichzeitig werden auch Fruchtbarkeitsuntersuchungen beim Mann vorgenommen, um festzustellen, ob die Ursache für die Kinderlosigkeit die Zeugungsunfähigkeit des Mannes ist.

Kann Unfruchtbarkeit behandelt werden?

Die Therapie von Unfruchtbarkeit richtet sich nach der Ursache. Auch die Erfolgsaussichten einer Behandlung spielen dabei eine Rolle.

Liegen die Ursachen für die Unfruchtbarkeit in seelischen Belastungen oder Stress, ist eine Psychotherapie ratsam. Während der Therapie können auch Entspannungstechniken erlernt werden, um mit Stress und der Belastung durch die ungewollte Kinderlosigkeit besser umzugehen. Wenn Geschlechtsorgane angeborene oder durch eine Krankheit entstandene Fehlbildungen aufweisen, lassen sich diese oft in einer Operation korrigieren. Verklebte oder verwachsene Eileiter werden bei Frauen besonders häufig behandelt. Männer werden hingegen oft operiert, um eine Sterilisation rückgängig zu machen.

Hormonstörungen lassen sich in der Regel durch die Gabe von Hormonen gut therapieren. Mögliche Nebenwirkungen einer Hormonbehandlung sind Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und Störungen der Blutgerinnung. Hormone spielen auch eine Rolle, wenn die Unfruchtbarkeit nicht ausreichend behandelt werden kann. Dann kann eine so genannte künstliche Befruchtung durchgeführt werden. Je nachdem, ob die Ursachen des unerfüllten Kinderwunschs bei der Frau oder beim Mann liegen, kommen unterschiedliche Techniken der assistierten Reproduktion in Frage. So kann beispielsweise im Rahmen einer Insemination ein Kind mittels Samenspende gezeugt werden. Um die Bildung von Eizellen anzuregen, werden bei der künstlichen Befruchtung häufig Hormone gegeben. Bei Unfruchtbarkeit eignen sich verschiedene Verfahren der künstlichen Befruchtung.

Die Methoden der künstlichen Befruchtung im Überblick

Welchen Verlauf hat Unfruchtbarkeit?

Die Prognose von Unfruchtbarkeit ist sehr unterschiedlich und abhängig von ihren Ursachen. Wurde ein Verfahren der Reproduktionsmedizin angewendet, kommt es überdurchschnittlich häufig zu Mehrlingsschwangerschaften. Die Aussicht auf Erfolg einer künstliche Befruchtung liegt bei etwa 15 Prozent. Konkret bedeutet das: 15 Prozent aller Befruchtungsversuche verlaufen positiv und es kommt zur Geburt eines lebensfähigen Kindes. Mit zunehmendem Alter sinken die Erfolgschancen.

Durch die Gabe von Hormonen kann es langfristig zu Komplikationen wie Blutgerinnungsstörungen oder Zystenbildung kommen.

Wie kann man Unfruchtbarkeit vorbeugen?

Vor allem die Lebensweise hat Einfluss auf die Fruchtbarkeit. Es empfiehlt sich deshalb eine ausgewogene Ernährung, maßvoller Genuss von Alkohol, Kaffee und schwarzem Tee und Nichtrauchen. Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training helfen bei der Bewältigung von Stress und psychischer Anspannung.

Yoga stimuliert zudem verschiedene Drüsen und Organe, die wichtig für den Hormonhaushalt sind und soll harmonisierend auf Körper und Geist wirken.

Man muss sich allerdings im Klaren darüber sein, dass man auf viele Ursachen der Unfruchtbarkeit keinen Einfluss hat. Zudem gibt es auch Frauen, bei denen die Gründe nicht abschließend geklärt werden können. Sich hier durch vermeintlich vorbeugendes Verhalten zusätzlich unter Druck zu setzen, kann seelisch belastend sein und ist deshalb nicht ratsam.

Fünf einfache Übungen Hormon-Yoga

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Letzte Aktualisierung: 16. August 2018
Quellen

Beiträge im Forum "Wenn es nicht klappen will ..."
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